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Duisburger Freiheit

Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik

02.08.2012 | 18:12 Uhr
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
Die Anträge für den Abriss der alten Güterbahnhofshallen und für den Bau des Möbelzentrums sind von Investor Kurt Krieger bereits gestellt. Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool

Duisburg.  Kurt Krieger stehen für den Bau seiner Einrichtungshäuser am alten Güterbahnhof nicht mehr viele Hürden im Weg. Die Bezirksregierung hat trotz Kritik den neuen Flächennutzungsplan für die „Duisburger Freiheit“ genehmigt. OB Link wertet dies auch als gutes Signal für die Loveparade-Gedenkstätte.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat am Donnerstag die von der Stadt Duisburg beantragte Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) im Bereich der „Duisburger Freiheit“ genehmigt: „Weil den Planungen der Stadt keine rechtlichen Vorschriften entgegenstehen, war der Antrag nach Maßgabe des Baugesetzbuchs zu genehmigen und die kommunale Planungshoheit zu respektieren.

„Ein Schlag ins Kontor für die Duisburger Stadtentwicklung“, kommentierte Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, daraufhin die Düsseldorfer Entscheidung. „Das kann und wird Nachfolgeeffekte nach sich ziehen .“ Was er meint ist der Ausbau der Randsortimente wie Haushaltswaren, Porzellan oder Bücher durch andere Möbelhäuser. Und zwar nicht nur in Duisburg, sondern auch in der Region, wo man jetzt mit der Forderung nach Gleichbehandlung argumentieren könne.

Randsortiment könnte dem Handel in der Innenstadt schaden

Auch der Bezirksregierung war nicht ganz wohl angesichts der Größenordnung der Randsortimente von 20 Prozent. Immerhin sieht die Krieger-Planung auf der ehemaligen Bahnfläche südlich des Hauptbahnhofs neben einer Grünfläche und Gebäuden für Büros und Dienstleistungsgewerbe zwei Möbelmärkte mit rund 52.000 m² Verkaufsfläche vor . „Werden solche Sortimente im großen Umfang außerhalb der Zentren angeboten, sind schädliche Auswirkungen auf die Innenstädte zu befürchten“, heißt es in der Erläuterung des Beschlusses.

Zwar habe die Landesregierung „zur Stärkung der Innenstädte und der wohnortnahen Versorgung“ am 17. April beschlossen, landesplanerische Ziele zum Einzelhandel aufzustellen. Diese seien von den Kommunen bei ihren Planungen ab diesem Zeitpunkt zu berücksichtigen. Der Rat der Stadt Duisburg habe den Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplans früher getroffen „und musste darum diese Regelungen noch nicht berücksichtigen“. Gleichwohl fürchte man negative Auswirkungen auf die City. Der Anregung, die Randsortimente auf zehn Prozent zu begrenzen, sei die Stadt nicht gefolgt.

Gutes Signal zur Realisierung der Loveparade-Gedenkstätte

OB Sören Link sieht die Entscheidung positiv, damit könne „ein weiterer Schritt zur Realisierung der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade gegangen werden“. Planungsdezernent Carsten Tum begrüßt, dass es nun Planungssicherheit für Investor und Stadt gebe.

Willi Mohrs


Kommentare
03.08.2012
16:54
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von hansreiner | #6

Den Niedergang der Beek-/Münzstraße hat die SPD zu verantworten. Keine Frage. Aber deren völliges Abrutschen haben uns CDU und Grüne eingebrockt. Duisburgs Innenstadt auf das Miniareal zwischen Mercatorstraße und Steinscher Gasse zu reduzieren, ist einer der größten Verrücktheiten des mit viel Blödsinn gestrickten Masterplans Innenstadt von Foster. Und dieser Masterplan ist ja bekanntlich das Ergebnis des von Grünen und CDU erkämpften Verzichts auf Multi Casa.
Auf der Freiheit sollte sich nie Kleingewerbe ansiedeln. Geplant waren Wohnungen und Büros. Warum man davon nichts mehr hört? Ganz einfach: Weil hier niemand wohnen oder in Büros arbeiten will. Dieses zwischen Autobahn und Eisenbahn eingezwängte abgrundhässliche Güterbahnhofsgelände als zweiten Innenhafen zu feiern, ist der zweite große Unsinn, den uns Sir Norman aufgetischt hat.
Duisburg ist nicht Klein-Dubai, schon gar nicht am Güterbahnhof!

1 Antwort
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von kikimurks | #6-1

Ich finde, dass Beek- und Münzstrasse schon in der Vor-Sauerland-Zeit zu den Schandflecken der Innenstadt gezählt haben. Spätestens mit den Umbrüchen am unteren Sonnenwall war es dann ganz vorbei. Das heutige Aussehen ist nur eine logische Konsequenz aus dem damaligen Niedergang. Vielleicht haben ja Gesundheitszentrum - so es jemals gebaut wird - und Stadtfenster eine belebende Wirkung.

03.08.2012
09:41
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von tom009 | #5

hansreiner

soso
beek und münzstr gehören also auch zur innenstadt

komisch
hat die spd diese nicht jahrelang völlig ignoriert?????
oder den unteren sonnenwall????

und heute fällt gerade der spd ja ein das es dort soooooo trostlos aussieht.

Ich frage mich warum man nicht zu den ursprünglichen plänen zurück kehrt und an der Freiheit wohngebäude und kleine handwerksbetriebe ansiedelt.
davon hört mann ja überhaupt nichts mehr.

1 Antwort
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von kikimurks | #5-1

Für die, die es immer noch nicht verstanden haben: Das Grundstück gehört Krieger und damit entscheidet er, was gemacht wird. Will er ein Möbelhaus, baut er ein Möbelhaus oder, wenn die Verwaltung das untersagt, er lässt das Grundstück brach liegen. Hier gibt es kein zu den ursprünglichen Plänen zurückkehren weil niemand außer Krieger festlegen kann was auf seinem Grundstück entsteht.

03.08.2012
09:12
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne
von zeitungszeit | #4

Konkurrenz belebt das Geschäft!

Vielleicht erhöht ein alternatives Angebot ja sogar die Attraktivität der Innenstadt - so hätten alle was davon. Anstatt ständig auf mögliche Risiken hinzuweisen, könnte man auch mal Chancen wahrnehmen...

03.08.2012
08:34
@hansreiner
von Duri | #3

Naja, die "paar Quadratmeter" sind immerhin anderthalb Fussballfelder...

Die Größe des "Randsortiments" von geplanten 10400 m² wir einem evtl. klar, wenn
man sie mit der Verkaufsfläche von Karstadt im Forum vergleicht. Das sind dann
ca. 15.000 m².

02.08.2012
18:56
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von AxelKrause | #2

"Der Rat der Stadt Duisburg habe den Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplans früher getroffen „und musste darum diese Regelungen noch nicht berücksichtigen“

Hier wird gebogen und gequetscht.
Alle berechtigte Kritik wird gebügelt.
So ist das immer noch in Duisburg.
Und wird sich auch unter Link nicht ändern.

02.08.2012
18:45
Bezirksregierung genehmigt Möbelhaus-Pläne in Duisburg trotz Kritik
von hansreiner | #1

Hurra, endlich wird der jahrzehntelangen Blockadepolitik von IHK und Einzelhandelsverband in Duisburg die rote Karte gezeigt.
Die Zukunft der Duisburger Innenstadt von ein paar Quadratmeter Krieger-Randsortiment abhängig zu machen, zeigt, wie beschränkt und einfallslos diese Verbandsfunktionäre sind.
Zudem wird jetzt endlich offiziell anerkannt, was schon zu Multi-Casa-Zeiten galt: Beim Kriegergelände handelt es sich nicht um eine städtische Randlage a la Centro oder Rhein-Ruhr-Zentrum. Es ist – wie Münz- und Beekstraße auch – integraler Bestand-Teil der Duisburger Innenstadt.
Das sollte nun auch die schrecklich bornierte IHK akzeptieren.

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