Bettlägeriges Klinikum und Musical-Misstöne

Patient Klinikum Duisburg: Trotz steigender Patientenzahlen hinkt das Groß-Krankenhaus den Versprechungen und Ankündigungen hinterher. Es schreibt weiter rote Zahlen und das wird die nächsten Jahre so bleiben. An der Problemlage des Wanheimerorter Klinikums ändert sich so lange nichts, wie das Partnerverhältnis zwischen Stadt und privatem Betreiber Sana nicht geklärt ist. Aber ist das überhaupt noch eine Partnerschaft, wenn die Stadt von Juristen schon prüfen ließ, Sana gar aus dem Krankenhaus zu werfen? Man verhandelt, heißt es – natürlich „konstruktiv“. Aber Ergebnisse? Sie sind nicht in Sicht.

Das Klinikum muss dringend investieren. Aber die Stadt hat schlicht nicht das Geld, ihren Millionenanteil zu tragen. Wer finanziert es dann? Man fragt sich, warum Sana weiter den Ärger trägt, dass das Krankenhaus im Sanierungsstau steht, dass es rote Zahlen schreibt, dass der Partner Stadt eher eine bittere Pille ist? Der Erklärung ist wohl ganz einfach: Für den Münchener Krankenhaus-Konzern scheint das Duisburger Klinikum bei allen vordergründig roten Zahlen dank konzerninterner „Bypasse“ eine Goldgrube zu sein – Molières „eingebildeter Kranker“ lässt grüßen.


Theater gibt es auch um das Theater am Marientor. Der kurzfristig verschobene Verkauf des Musicalhauses an den Düsseldorfer Musical-Mogul „Mehr Entertainment“ machte schon misstrauisch, das lange Schweigen danach erst recht. Wieder ein Traum geplatzt? Und schon scharrt die Konkurrenz mit den Hufen. Seit Jahren wirbt Musical-Macher DeMarco um das TaM, scheiterte an arg vager Finanzkraft. Und wundert sich jetzt, dass seine Versicherung, nun sei Geld in der Kasse, auf Zweifel stößt. Hinter der Theaterkulisse wird derweil Druck gemacht. Es wird Zeit, dass diese „Baustelle“ endlich gelöst wird. Sonst gibt’s eine echte Baustelle: den Abriss.