Betrunkener Wildpinkler schießt Mann mit Gaspistole ins Gesicht

Der Unbekannte zog seine Gaspistole und schoss, ohne zu zögern.
Der Unbekannte zog seine Gaspistole und schoss, ohne zu zögern.
Foto: (Archivbild) WP
Was wir bereits wissen
Ein Streit ums wilde Pinkeln in Duisburg eskalierte, als ein offenbar betrunkener Mann eine Gaspistole zog und einem 42-Jährigen ins Gesicht schoss.

Duisburg.. Ohne zu zögern hat ein Mann einem 42-Jährigen aus Duisburg-Mittelmeiderich am Dienstag mit einer Gaspistole ins Gesicht geschossen. Zuvor hatte der offenbar betrunkene Unbekannte in den Vorgarten des Opfers uriniert. Dem Hausbewohner passte das natürlich nicht - er ging auf den Wildpinkler zu und stellte ihn zur Rede. Der zunächst verbale Streit eskalierte schnell: Der Betrunkene zog abrupt seine Gaspistole, schoss und floh.

Mit dem Schuss verletzte er den 42-Jährigen im Gesicht. Der Mann erlitt schwere Augenreizungen, außerdem blutete er leicht. Es lag so viel Reizgas in der Luft, dass auch bei der 38-jährigen Ehefrau des Opfers - herbeigeeilt, um zu helfen - noch Augenreizungen entstanden. "Wenn Sie einmal mit Tränengas in Berührung gekommen sind, wissen Sie, welche Schmerzen das sind", sagt Polizeipressesprecher Joachim Wawrzeniewski.

Aus kurzer Distanz geschossen

Beide Opfer kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus und mussten ambulant behandelt werden. Um eine solche Wirkung zu entfalten, könne der Täter höchstens zwei bis drei Meter vom Opfer entfernt gestanden haben, schätzt Wawrzeniewski.

Grundsätzlich dürfen Volljährige in Deutschland Gas- bzw. Schreckschusspistolen besitzen. Diese können entweder mit Platzpatronen geladen sein oder aber - wie in diesem Fall - mit Gaskartuschen. Um sie bei sich führen zu dürfen, ist der "Kleine Waffenschein" erforderlich - der Antragsteller muss die Waffe bei der Polizei registrieren lassen, es muss eine körperliche und geistige Eignung nachgewiesen und größere Vorstrafen sowie eine Alkohol- oder Drogensucht ausgeschlossen sein. Außerdem muss die Waffe das Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) tragen.

"Keinesfalls gegen Menschen abfeuern"

Das große "Aber": Selbst, wenn alles mit rechten Dingen zugeht und die Waffe legal mitgeführt wird - "man darf sie keinesfalls gegen Menschen abfeuern!", so der Polizeisprecher.

Die Polizei sucht jetzt nach dem flüchtigen Täter wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Laut Beschreibung war der Unbekannte etwa 175 Zentimeter groß und von schmaler Statur. Er hatte blonde Haare und war bekleidet mit einer blauen Jeansjacke und einer blauen Jeanshose. Über das Alter konnten weder Opfer noch Ehefrau Angaben machen.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0203-2800 entgegen. (we/lin)