Betriebsrat fordert Investitionen bei TKSE

Knapp zwei Wochen nach der Neuwahl und eine Woche nach der Konstituierung des Betriebsrats bei Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) am Standort Hamborn­Beeckerwerth trat der neue Vorsitzende Günter Back gestern in der Kraftzentrale des Landschaftsparks vor die Belegschaft. Ein wichtiges Thema für das Gremium, betonte er bei der Betriebsversammlung, wird die Arbeitssicherheit bleiben. Auch richtet man den Blick auf die Zukunft des europäischen Stahlmarktes und nötige Investitionen in die Produktion.

Eine praktische Möglichkeit, die Sicherheit auf dem Werksgelände zu erhöhen, sei die Einführung eines Überholverbots für Lkw. Daneben werde sich der Betriebsrat, wie Back im Gespräch erklärte, verstärkt für die Einhaltung von Sicherheitsstandards bei Fremdfirmen einsetzen. Nach vermeintlichen Urlauben erschienen deren Mitarbeiter zuweilen wieder erschöpft auf dem Werksgelände, da sie in dieser Zeit auf anderen Baustellen weitergearbeitet hätten. Auch direkt nach den Schichten bei Thyssen-Krupp, so Back, würde dies passieren. Bei dieser Problematik forderte Back mehr Engagement vom Vorstand, schließlich sei jeder Unfall einer zu viel, ob Fremdmitarbeiter oder nicht.

Der Betriebsratsvorsitzende bedankte sich bei der Belegschaft für die Unterstützung im Kampf um die Übernahme des Ausbildungsjahrgans 2011. Mehr als 6000 Unterschriften kamen bei einer Aktion zusammen, die dem TKS-Vorstand die Solidarität der Belegschaft mit den Ausgebildeten signalisiert habe. Deren Übernahme sei auch wegen der steigenden Mehrarbeit nötig gewesen. Über alle Bereiche hinweg mag es in den reinen Zahlen zwar eine ausreichende Personalbesetzung geben, räumte Back ein, was allerdings nicht einfach auf die einzelnen Anlagen heruntergebrochen werden könnte. Man könne schließlich mit mehr Buchhaltern nichts anfangen, wenn beispielsweise Schlosser fehlen würden.

Nun sei es außerdem an der Zeit, Investitionen zu tätigen, um den Konzern auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten, forderte Back. Mit der Perspektive, dass sich Stahl aus Europa in wenigen Jahren in erster Linie wegen seiner hohen Qualität auf dem Markt durchsetzen könne, seien nun Erweiterungen oder Modernisierungen nötig. Druck auf die Stahlsparte aus der Konzernzentrale in Essen führe dazu, dass man auf Einsparungen setze, was dem Betriebsratsvorsitzenden Sorgen bereitet. „Hier wird auf den Euro geguckt, aber nicht gefragt, was uns dieser Euro in der Zukunft kosten kann.“