Berufskolleg Walther Rathenau setzt auf Auslandspraktika

Schüler und Lehrer der Partnerschulen aus sieben Ländern begrüßte das Rathenau-Berufskolleg beim Schüler- und Lehrertreffen in Duisburg-Hamborn.
Schüler und Lehrer der Partnerschulen aus sieben Ländern begrüßte das Rathenau-Berufskolleg beim Schüler- und Lehrertreffen in Duisburg-Hamborn.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Kaufmännische Berufskolleg Walther Rathenau setzt auf Auslandspraktika. Schüler und Lehrer aus sieben Ländern kamen zum Treffen in Duisburg.

Duisburg.. Wer zum ersten Mal etwas von der finnischen Kleinstadt Loimaa hört, dürfte vermutlich nicht allzu viel von dem 16 500-Einwohner-Örtchen wissen. Das ging Meike Simson vom Kaufmännischen Berufskolleg Walther Rathenau (KBWR) in Homberg bis vor wenigen Wochen ähnlich. Jetzt ist sie aber schon fast eine Expertin in Sachen Loimaa geworden, da sie dort gerade ein rund dreiwöchiges Praktikum absolviert hat. Organisiert hat das Ganze ihre Schule.

Austauschprogramm mit 25 Schülern

Insgesamt 25 Schüler und Schülerinnen des KBWR – alle rund 20 Jahre alt – nahmen seit Februar an einem internationalen Praktikums- und Austauschprogramm des Berufskollegs teil: Manche reisten mehrere Wochen in die Türkei, manche nach Polen oder Spanien, auch Norwegen, die Niederlande und Frankreich lockten als Gastland. Oder eben Finnland, wohin es Meike Simson und drei Mitschülerinnen verschlug. Am Freitag stellten sie und die anderen Teilnehmer ihr Praktikum bei einem internationalen Schüler- und Lehrertreffen am KBWR vor.

Bei der Präsentation schilderten die Schüler, was sie alles in der Ferne gemacht und erlebt hatten – in Finnland beispielsweise waren sie in einer Firma für Belüftungssysteme, in einem Unternehmen für Landmaschinen oder sogar in einem Kunstmuseum tätig. „Mir hat mein Praktikum sehr gut gefallen. Die Finnen waren nett und haben sehr gute Arbeitsbedingungen“, sagt Meike Simson.

Sie war auch nicht nur zum Kaffeekochen oder Kopieren da: „Wir haben richtig verantwortungsvolle Aufgaben bekommen. Zum Beispiel habe ich eine Kundenumfrage auf Englisch ausgewertet.“ Auch Michele Just war angetan von Finnland: „Ich habe unter anderem die Homepage des Kunstmuseums in Loimaa ins Deutsche übersetzt.“ Untergebracht waren die Schülerinnen in Appartements. Zum Programm des Praktikums zählten auch landeskundliche Ausflüge.

In die Arbeitswelt schnuppern

So viel Begeisterung freut auch Christian Köppen. der am KBWR für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Denn: „Wir stehen mit unseren dualen Ausbildungen auch im Wettbewerb mit anderen Ausbildungen und wollen uns nicht zuletzt mit solchen internationalen Praktika für Schüler interessant machen“, sagt er. So stellt das Berufskolleg zusammen mit ausländischen Partnerschulen den Kontakt zu Betrieben für die Praktika her. Im Gegenzug kommen Schüler aus anderen Ländern nach Duisburg, damit sie in die Arbeitswelt hineinschnuppern können.

Das hat Meike Simson in Finnland gemacht – und ihr ist bei ihrem Aufenthalt sogar eine mögliche Geschäftsidee gekommen: „Die finnische Schokolade war so lecker. Nun überlege ich, ob ich sie nach Deutschland einführen soll“, sagt sie lachend.