Berührungsängste

Kein zweiter Auftritt gegen Pegida: Völlig zu Recht kritisiert der Kommentar in der NRZ das „Fehlen einer sichtbaren bürgerlichen Protestbewegung“ gegen den zweiten Auftritt von Pegida in Duisburg. Eine der ersten Gräueltaten der Nazis in Duisburg war die Ermordung von Gewerkschaftern im Mai 1933. Dass gerade DGB- und SPD -Führung den Widerstand gegen die rassistisch und faschistisch angeführte und durchsetze Pegida als „nur symbolisch“ interpretieren, und jetzt ganz darauf verzichten, ist nicht zu akzeptieren. Wehret den Anfängen - in diesem Bewusstsein waren Menschen am 26.1. gegen Pegida auf der Straße, ein Großteil davon Gewerkschafter wie ich.

Es ist aber nicht nur der Verzicht auf antifaschistischen Widerstand. Berührungsängste mancher Führungskräfte in SPD und Gewerkschaft gegenüber anderen gesellschaftlichen Kräften sind in Duisburg tief ausgeprägt. Typisch war der Versuch von Angelika Wagner (DGB), das Auftreten linker Parteien am 1. Mai 2014 juristisch zu untersagen. Was bezeichnenderweise als „nicht im öffentlichen Interesse“ abgelehnt wurde.

Es war die Spaltung der Arbeiterbewegung, die Hitlers Machtergreifung ermöglicht hat. Ganz viele haben daraus bereits Lehren gezogen.