Bequem wird’s auf der Moto Guzzi erst ab Tempo 100

Wenn der Vater mit dem Sohne: Noch ist Adrian (5) allerdings ein bisschen zu klein, um wirklich auf Papas Moto Guzzi mitfahren zu können.
Wenn der Vater mit dem Sohne: Noch ist Adrian (5) allerdings ein bisschen zu klein, um wirklich auf Papas Moto Guzzi mitfahren zu können.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Christian Beck aus Duisburg-Hochheide hat ein Faible für den historischen Rennsport. Das sieht man seiner schnittigen Moto Guzzi Le Mans II auch an.

Duisburg.. Den Holzadler hat sich Adrian (5) unter den Nagel gerissen, er steht längst in seinem Kinderzimmer. Es ist eine Trophäe, die sein Vater Christian Beck aus Hochheide vor gut 20 Jahren bei einem Motorrad-Treffen im englischen Shaftesbury gewonnen hat. Nicht für die weiteste Anreise, sondern für den besten Umbau. Beck ist ein Bastler. Der Lehrer hat seine Moto Guzzi Le Mans II, Baujahr 1979, wie die klassischen Rennmaschinen von Mike Hailwood oder Giacomo Agostini, Helden aus den 60er Jahren, aussehen lassen.

Begeistert ist der Duisburger von diesem Zweirad bereits in jungen Jahren. Er kauft sich mit 18 zunächst eine NSU Max, als aber sein Kumpel damals mit einer Moto Guzzi um die Ecke kommt, ist klar: „Die will ich auch mal haben“, erzählt der heute 48-Jährige mit einem Schmunzeln. Es dauert allerdings noch bis 1992, bis er sich seinen Traum erfüllt.

Ganz klassisch über eine Anzeige in der WAZ stößt er in Kleve auf die Moto Guzzi, mit der er bis heute unterwegs ist. „Die Maschine war in einem desolaten Zustand, aber ich habe sie wieder flott gekriegt“, so Beck. Nach einem Unfall mit Totalschaden vor zehn Jahren, muss er diese Prozedur wiederholen. „Ich konnte das Motorrad einfach nicht aufgeben. Ist schließlich meine längste Beziehung. . .“, sagt der Mann mit einem Augenzwinkern, der seit sieben Jahren glücklich verheiratet ist.

Faible für den historischen Rennsport

Und weil Beck eben ein Faible für den historischen Rennsport hat, stattet er sein altes Schätzchen mit Speichenrädern und mit der „Startnummer“ 8 aus. „Die 1 hätte ich ein bisschen anmaßend gefunden. . .“ Die Vergaser mit offenen Ansaugtrichtern gefallen ihm auch sehr gut. Und die Instrumentenkonsole hat er ganz nach eigenen Vorstellungen anfertigen lassen.

So düst der 48-Jährige, klassisch mit Cromwell-Helm und Fliegerbrille ausgestattet, gestreckt und fast liegend manchmal mit bis zu 210 Stundenkilometern auf seiner knallgelben Maschine durch die Gegend. „Bequem wird’s erst ab Tempo 100, wenn der Fahrtwind stark genug ist, dass man aus dem Lenker herausgehoben wird“, erklärt der Duisburger. „Im Stadtverkehr bekommt man deshalb schnell lange Arme.“

Serie Für Fahrten zu seiner Schule in Oberhausen nutzt der Lehrer seine Moto Guzzi gerade jetzt in den wärmeren Monaten regelmäßig. Ansonsten ist er häufiger beim Motorrad-Treff am Kaiserberg zu sehen. Und seine Maschine hat er ihn auch schon zu manchem Urlaubsort und wieder zurück gebracht. Ein Ziel hat er fest vor Augen: Mandello del Lario – die Stadt des Guzzi-Werks. „Dorthin werde ich fahren, wenn Adrian groß genug ist und er hinten draufsitzen kann.“ Den passenden Helm hat der kleine Motorrad-Fan schon.

Weitere alte Schätzchen gesucht

In unserer Serie stellen wir in loser Folge Menschen und ihre alten Schätzchen mit zwei, drei, vier oder mehr Rädern vor, die noch auf Duisburgs Straßen unterwegs sind. Alle bisherigen Folgen gibt es unter waz.de/alte-schaetzchen.

Wir suchen weitere solcher „Oldies“. Schicken Sie uns bitte ein paar Zeilen (gerne auch mit Fotos) – entweder per Mail an redaktion.duisburg@waz.de oder per Post an die WAZ Duisburg, Harry-Epstein-Platz 2, 47051 Duisburg. Bitte Name und Telefonnummer nicht vergessen.