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Bei Dommers sind Farben 75 Jahre Familiensache

05.10.2012 | 18:48 Uhr
Bei Dommers sind Farben 75 Jahre Familiensache
Familiensache: Erika, Peter und Manfred Dommers in Duisburg-Großenbaum, wohin das Unternehmen 1994 zog.Foto:Stephan Eickershoff

Duisburg. Farben und Lacke wurden immer verkauft bei Dommers, aber sonst hat sich einiges geändert: Wurde die Ware zu Anfang noch per Fahrrad ausgeliefert, steht jetzt das erste Hybridauto auf dem Hof. Dazwischen liegt die jetzt 75-jährige Geschichte eines klassischen Familienunternehmens.

Die Anfänge waren schwer, weil die Zeiten schwer waren. 1937 machte sich der 33-jährige Josef Dommers neben der Metzgerei des Vaters mit seinem ersten Laden für Farben und Lacke an der Wanheimer Straße in Hochfeld selbstständig. Seine Geschäftsaufzeichnungen sind sogar noch vorhanden. Nur zwei Jahre dauerte die Geschäftstätigkeit des Gründers, dann musste er einrücken zur Wehrmacht, die in den nächsten Jahren fast ganz Europa heimsuchte. Und bald kam der Krieg auch über Deutschland. Bomben machten Städte zu Trümmerlandschaften, Industriestädte wie Duisburg waren ständige Ziele, das Geschäftshaus an der Ecke Eigenstraße wurde total zerstört.

Erfahrung zählt

„Ich gehe einfach gerne mit schönen Dingen um“, antwortet Helga Türk lachend auf die Frage, warum sie mit 68 Jahren noch arbeiten geht. Seit 18 Jahren verkauft sie bei Dommers in Großenbaum überwiegend Dekorationsartikel. An drei Tagen in der Woche kommt sie aus Oberhausen zu ihrer Arbeit, die ihr nach wie vor Spaß macht. Ebenso die Fahrerei: „Da gewöhnt man sich dran.“

Und ihr Einsatz wird geschätzt. Für die Familie Dommers ist es sehr wichtig, „dass das Wissen im Haus bleibt“. Erfahrene und langjährige Mitarbeiter sind ausdrücklich erwünscht und von unschätzbarem Vorteil, wenn es beispielsweise um die Ausbildung junger Kräfte geht.

Gelernt hat Helga Türk den beruf der Einzelhandelskauffrau bei einem einst namhaften Bekleidungshaus in ihrer Heimatstadt Oberhausen. Und reichlich Erfahrungen zum Weitergeben an den Nachwuchs sammelt sie nach wie vor – dreimal die Woche bei „Raumdesign Dommers“.

Der Wiederaufbau geschah in Eigenleistung, 1956 stieg mit Manfred Dommers die zweite Generation ins Geschäft ein. Erst als Lehrling, 1960 dann als Leiter der neuen Filiale am Sternbuschweg in Neudorf. „Es gab noch nicht viele Baumärkte und dergleichen“, blickte Dommers gestern auf diese Jahre zurück. Und die Zeiten änderten sich: Die Baumärkten drängten vor in den 80er und 90er Jahren. Was die Dommers nicht erschreckte, sondern ermunterte. Erweiterung war angesagt, aber es fehlte an Platz. Die Wirtschaftsförderung war gefragt und verwies auf ein gerade geplantes Gewerbegebiet in Großenbaum.

Mit dem neuen großzügigen Domizil an der Großenbaumer Allee wurde auch der Firmenname den geänderten Ansprüchen angepasst: Aus „Dommers Farbenecke“ wurde „Raumdesign Dommers“. Farben gibt’s nach wie vor, aber auch (fast) alles andere zum Einrichten: Bodenbeläge, Tapeten, Gardinen und Vorhänge, alles für den Sonnenschutz, Teppiche, Heimtextilien, Deko-Artikel – und stets fachliche Beratung.

Die 75-jährige Firmengeschichte von Dommers begann an der Wanheimer Straße in Hochfeld. Foto: privat, Repro: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

29 oft langjährige Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, verkaufen nicht nur, sondern legen auch Hand an – beispielsweise beim Verlegen von Böden. Eine Besonderheit: Zwei Mitarbeiter im Rentenalter (siehe auch Text links) sind weiterhin im Unternehmen tätig, geben Erfahrungen weiter, die ein Fachbetrieb braucht. Peter Dommers, die dritte Generation an der Firmenspitze: „Teppiche zu nähen, lernt man heute in der Berufsschule nicht mehr.“

Eine weitere Besonderheit: „Wir versorgen uns fast zu 100 Prozent selbst mit Energie“, verweist Peter Dommers auf Blockheizwerk, LED-Beleuchtung und Photovoltaik-Dach. „Nachhaltigkeit ist bei unseren Kunden zunehmend ein Thema.“ Daher fänden sich auch im Dommers-Sortiment beispielsweise immer mehr Waren aus nachwachsenden Rohstoffen.

Alle Folgen der Serie „Meine Firma und ich“ finden Sie auf unserer Serienseite „Das ist Duisburg“

Willi Mohrs


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