Beherzter Sprung ins Duisburger Eis-Wasser

Beim Neujahrsschwimmen sprangen etwa 30 mutige Schwimmer und Schwimmerinnen bei vier Grad Lufttemperatur und eisigen drei Grad Wassertemperatur in den Parallelkanal an der Regattabahn in Duisburg-Wedau. Anschließend gab es heiße Getränke und warme Handtücher zum abtrocknen.
Beim Neujahrsschwimmen sprangen etwa 30 mutige Schwimmer und Schwimmerinnen bei vier Grad Lufttemperatur und eisigen drei Grad Wassertemperatur in den Parallelkanal an der Regattabahn in Duisburg-Wedau. Anschließend gab es heiße Getränke und warme Handtücher zum abtrocknen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Buh, ist das kalt: Rund 30 Mutige begrüßten das Neue Jahr mit einem beherzten Sprung ins eiskalte Wasser am Duisburger Parallelkanals.

Duisburg.. „Frohes Neues!“ schallt es am Bertasee in Wedau. Hinter den meisten liegt eine durchzechte Nacht. Die übrig gebliebenen Silvesterraketen werden gezündet und für den Kater gibt es einen Begrüßungssekt. Der kleine Teich des Wasserspielplatzes ist bereits gefroren. Der daneben gelegene See hat knapp zwei Grad. „Und da wollt ihr rein?“, fragt eine besorgte alte Dame erstaunt.

„Das Neujahrsbaden ist für uns seit 15 Jahren Tradition“, erklärt Peter Wölwer, Initiator der Badetradition. Er zieht Stück für Stück seine Kleidung aus und präsentiert sich in Badehose. „Es ist ein Treffen unter Freunden des Laufsports“, erzählt er weiter.

Wölwer ist Mitgründer des Lauf-Club Duisburg und erfuhr vor einigen Jahren vom traditionellen Neujahrsschwimmen in Moskau. „Da dachte ich mir, was die in Moskau können, können wir doch auch.“ So veranstaltete er mit seinen Wedauer Läuferkollegen an Neujahr 2000 erstmals das Badespektakel.

"Mittlerweile ist es eine Duisburger Tradition"

Die vier Grad Außentemperatur scheinen ihm nicht viel auszumachen. Auch die anderen rund 30 Teilnehmer beginnen, ihre Winterjacken, Schuhe, Hosen und Bademäntel zur Seite zu legen. Aus der kleinen Menschenmenge ist inzwischen ein großes Getümmel geworden. Um 15 Uhr begeben sich die Schwimmer zögerlich zum Wasser. Doch auch das Warnschild mit der Aufschrift „Schwimmen verboten“ hindert den ersten Mutigen nicht. Die anderen folgen mit schnellem Schritt als große Gruppe in den See.

Nach nur wenigen Sekunden ist das Spektakel vorbei: Wie in einem Schwarm rennen alle schlagartig zusammen aus dem Wasser. Sie haben nur noch ihre Handtücher im Blick. Nur ein paar wenige Männer genießen die Abkühlung etwas länger, während einige Nachzügler dazukommen. „Es ging. Ein Jahr mit Sturm und Regen war deutlich schlimmer“, so Wölwer. Vor drei Jahren hätte sogar erst mithilfe einer Kettensäge ein Loch in das Eis auf dem See gesägt werden müssen.

Roland Schwan ist seit Jahren als begeisterter Schwimmer dabei: „Mittlerweile ist es eine Duisburger Tradition. Es ist schön zu sehen, dass von Jahr zu Jahr mehr Menschen hierher kommen.“ Für seine Partnerin Carolin Wahle aus dem Sauerland war es das erste Mal. „Es war nicht so kalt im Wasser, das Rauskommen ist viel schlimmer“, erklärt sie. Aber auch 15 Minuten nach dem kurzen Bad sind ihre Füße noch immer eiskalt. Wie ihr ergeht es den meisten: Schnell abtrocknen, anziehen und ab nach Hause.