Begeisterung für Technik wecken

Am bundesweiten Girls’ Day hat sich die Stadt Duisburg am Donnerstag zum 15. Mal beteiligt. 18 Institutionen und Unternehmen meldeten sich bei ihr, um bei diesem Mädchen-Zukunftstag mitzumachen. Mindestens 365 Schülerinnen zwischen zwölf und 19 Jahren aus zwölf Duisburger Schulen haben in den Alltag beruflicher Männerdomänen hineingeschnuppert.

Mit den Bauingenieuren der städtischen Wirtschaftsbetriebe erkundete etwa eine Mädchengruppe die Baustelle der neuen Vinckekanalbrücke und erfuhr, wie die Stadttochter Brücken und Bauwerke plant.

Schülerinnen, die Thyssen Krupp besuchten, lernten die Metallverarbeitung sowie die Elektrotechnik kennen. Sie hatten die Aufgabe – unterstützt und angeleitet durch Auszubildende des Konzerns – Platinen mit LED-Lampen zu bestücken, Stromkreise zu schalten und „Metallrosen“ zu erschaffen, indem sie Blech zuschnitten und löteten.

Auch bei vielen anderen Unternehmen mit technischen, handwerklichen und naturwissenschaftlichen Berufen war die Nachfrage groß.

So kippten junge Besucherinnen bei Mercedes-Benz das Führerhaus eines Schwerlast-Lkw nach vorne und legten seinen riesigen Motor frei – das war nur mit gemeinsamer Anstrengung zu schaffen. „Insbesondere im Technikbereich wollen wir den Anteil von Frauen im Unternehmen weiter steigern“, sagte Tim In der Smitten, Sprecher der Niederlassungen in der Region Rhein Ruhr. Ob’s diesmal geklappt hat, zeigt sich jedoch erst in einigen Jahren.

Bei Siemens in Hochfeld fertigten Mädchen Pneumatikschaltungen und bauten Zufallsgeneratoren, die am Ende aussahen wie elektrische Würfel.

Neugierig waren Schülerinnen auch auf die Polizei. Sie setzte eine Hundestaffel ein, deren Vierbeiner zeigten, was sie können. Wie man sich in einer Zelle fühlt, durften die Mädchen natürlich auch erleben.

Nicht nur Stadttöchter, auch die Verwaltung öffnete für diesen Schnuppertag zur Berufsorientierung die Türen. Ob der Einstellungstest für den gehobenen Verwaltungsdienst schwer oder einfach ist, probierten Interessierte im Rathaus. Eine Kleingruppe erfuhr dort dagegen, welche Fragen die Mitarbeiter des Call Duisburgs täglich beantworten müssen.