Baustopp für Kunst-Kubus am Museum Küppersmühle in Duisburg
10.06.2011 | 15:20 Uhr 2011-06-10T15:20:00+0200
Duisburg.Die Duisburger Gebag zieht die Reißleine am Museumsbau Küppersmühle und stoppt alle Baumaßnahmen. Ob der Glaskubus jemals auf den Silos der alten Mühle schwebt, ist mehr als ungewiss. Außerdem ermittelt die Justiz wegen des Verdachts der Baugefährdung.
Die Gebag hat einen Baustopp am Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle verfügt und will an der Skandalbaustelle erst mal kein weiteres Geld verbrennen. „Die Zukunft des Kunst-Kubus“ ist unsicher“, räumte Gebag-Chef Dietmar Cremer auf einer Pressekonferenz erstmals ein.
Ob das tonnenschwere Stahlgerüst jemals auf den Silos der alten Mühle im Innenhafen spektakulär schweben wird, ist mehr als ungewiss, nachdem wie berichtet nach Pfusch am Bau die Kosten von knapp 50 auf nicht bestätigte 69 Mio Euro steigen sollen. Es steht und fällt damit, ob die Sponsoren nochmals tiefer in die Tasche greifen. Weil von den Geldgebern, Kunstsammler-Ehepaar Ströher und der Evonik, noch keine verbindlichen Finanzzusagen erfolgt sind und auch die Zahlungen vorerst eingestellt wurden, entschied sich die Gebag, die Reißleine zu ziehen, um das eigene Unternehmen nicht zu gefährden. „Die Sicherheit der Gebag und das Wohnungs-Kerngeschäft haben Vorrang“, unterstrichen Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstagabend.
Unternehmensberatung und Kanzlei sollen Gutachten erstellen
Bis Anfang Juli hofft die Gebag auf Klarheit. Auf Intervention der Banken, wie Cremer erklärte, hat sich die städtische Wohnungstochter die Düsseldorfer Unternehmensberatung Mbb Consult und eine Kanzlei ins Haus geholt, die Gutachten erstellen sollen, wie „die Situation der Gebag gesichert werden kann und welche Schritte notwendig sind, um die Mehrkosten aufzufangen und den Museumsbau zu vollenden“.
Der Pfusch bei den Schweißarbeiten an dem Stahlgerüst der mittlerweile insolventen Firma hätte in einer Katastrophe enden können. Wenn nicht beim Hochheben, so möglicherweise später, hätte das Korsett zusammenbrechen können. Fast alle der 54 Trägerknoten waren schadhaft. Etwa 15 sind schon saniert. Die Mehrkosten dafür gehen in die Millionen. Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt, ob die Baugefährdung bewusst in Kauf genommen wurde. Dieser Straftatbestand kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.
In dieser Woche hatte es eine Runde mit den Banken gegeben. Sie wollen Sicherheiten und Antworten, bevor im Juli fällige Kredite für die Gebag verlängert werden. „Die Bereitschaft der Banken ist da. Sie wollen aber wissen, wie zumutbar ihr weiteres Engagement ist“, so Cremer. Bei den Krediten, die die Liquidität der Gebag sicherstellen sollen, geht es nicht einmal um die Finanzierung der Küppersmühle-Baustelle, sondern um das ureigene Wohnungsgeschäft der Gebag.
„Wir sind nach der Sitzung des Aufsichtsrates beruhigter als vorher“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Friedel Prüßmann (SPD). „Eine Insolvenz der Gebag ist nicht zu erwarten“, meinte sein Stellvertreter Peter Griebeling (CDU). Im Vordergrund müsse die Sicherheit der Mieter und der Mitarbeiter der Gebag stehen. „Das Kerngeschäft ist nicht gefährdet“, betonten beide Aufsichtsräte. Unverändert gilt zudem, dass die Gebag nicht mehr als die knapp 1,4 Mio Euro aus eigener Tasche in das Museumsprojekt steckt: „Der Beschluss gilt“, so Prüßmann.
Was passiert, wenn die Sponsoren aussteigen?
Offen ist aber, was passiert, wenn die Sponsoren aus dem ehrgeizigen Museumsprojekt aussteigen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kubus dann da am Boden als Museum bleibt“, so Cremer. Selbst die Verschrottung des Stahlgerüstes ist denkbar. Ungewiss kann sogar die gesamte Zukunft des Museums werden, wenn es mit dem Kubus-Flopp nicht die zusätzliche Ausstellungsfläche für die Kunstsammlung Ströhers gibt.
Auch Juristen sind jetzt am Werk. Sie prüfen die Verträge und Ausstiegsklauseln der Sponsoren, die mittlerweile schon an die 30 Mio € in den Bau gesteckt haben. Aber auch in die Verträge mit den Architekten, die den weltweit einmaligen Aufbau entwarfen, wird genauer geschaut.

17:53
Der Bauskandal hat auch eine gute Seite. Er zeigt wirklich jedem, wie dämlich unsere städtischen Führungszirkel wirklich sind.
Da diese ausschließlich aus parteipolitischen Verwebungen entstanden sind, zeigt dies weiter, wie wenig Geist dort Einzug gehalten hat.
SPD und CDU werden durch solche Skandale sich weiter selbst demontieren. Ich hoffe, dass kein Duisburger diese Trümmertruppen mehr wählt!
13:40
Zu 59 wattearvolt.
Auch mit ihre Idee diesen Schuhkarton im Rohbau zu erhalten, kann ich mit leben. Zu den Steuererstattungen aus Spenden haben sie recht, aber ich denke das ist legal und sollten die Projekte die für die Allgemeinheit entstehen und sinnvoll sind akzeptieren. Wenn es in Deutschland nicht so eine hohe Spendenbereitschaft gebe, zB. im sozialen Bereich, dann würden so manche Einrichtungen für sozialschwache Menschen nicht exestieren. Und das wäre auch nich gut. Natürlich taucht dabei auch für mich immer die Frage auf, welche Projekte sind für uns Bürger sinnvoll. Und genau an dieser Stelle, ist die Politik in fast jeder Stadt oder Gemeinde nicht gewillt den Bürger schon bei der Planung mit einzubeziehen. Neue Projekte für die Allgemeinheit, sind ohne wenn und aber mit dem Bürger öffentlich zu diskutieren. Zum Beispiel muss vor beginn eines Projektes geklärt sein, wer bei einer Fehlkalkulation der Kosten haftbar ist, und nicht mal eben die Kosten auf den Steuerzahler abwelzen, so das sich die Unternehmen bedenkenlos die Gelder für ihren Profit einsacken können. Weiterhin bin ich der Meinung, dass man solche öffentlichen diskussionen lieber aus dem Weg gehen will, um nicht alle Deteils, zB zu verteilende Provisionen nicht bekannt geben zu müssen. Das könnte dem Bürger ja sauer aufstossen. Und wenn mir ein Unternehmer sagt, dass Großprojekte bei einer Kalkulation mit einer 3%+/- Abweichung über eine Bauzeit von 2 Jahren kaum möglich ist, dann soll der schnell zu sehen das er sein Betrieb verkauft, ehe er in die Pleite schliddert.
Also mein Fazit, Aufpasssen, Aufpassen und nochmals Aufpassen.
11:35
#56
Vollkommen richtig!
Und hinter allem steckt der unselige Obi, von dem doch einige Unverbesserliche immer noch glauben, dass in seiner Amtszeit Duisburg erst zu blühen begonnen hätte!!
Im Gegenteil, Duisburg wurde und wird unter seiner Amtszeit zur Unstadt schlechthin und hoch verschuldet obendrein und damit meine ich nicht die Altschulden, sondern das was in den nächsten 30 Jahren als Lasten auf uns alle zukommt.
Morgen Abend ist er um 19.00 Uhr im Landschaftspark, wer kommt noch?
10:37
#58 von festus04 , am 13.06.2011 um 10:16,
im Gegensatz zu Ihnen bin ich dafür, diesen Schuhkarton im Rohbau als Mahnmal für dilettantische Fehlplanungen zu erhalten , und zwar am Boden dortselbst. Sie sollten ausserdem nicht vergessen, dass Spenden von der Steuer abgesetzt werden können. Also wird auch ein mögliches Sponsoring dieses erlesenen Kreises auf die Allgemeinheit abgewälzt.
10:16
Es gibt für das Fehlplanungsobjekt nur noch eine Chance und die heisst, BETTELN, BETTELN und nochmals BETTELN. Der neu gegründete Initativkreis der Duisburger Unternehmer sollte die erste Anlaufstation sein, wo die Bettler ihr Glück versuchen sollten. Der OBI könnte sich ja für diese Aktion zur verfügung stellen. Öffentliche Gelder aus dem Steueraufkommen der Bürger zu entfremden wäre eine Schande und eine riesengroße Sauerei der Duisburger Politik.
08:20
dusiburg hat die industrie hinter sich, die , welche duisburg mit aufgebaut haben, würden sich im grabe umdrehen wenn sie sehen würden was hier alles schief geht.
früher hieß es, mach nicht so schnell, dafür aber vernünftig, heute, bevor überhaupt der erste stein gesetzt ist, wird auf den papieren schon so manches geld verschoben, das was übrig bleibt unter druck auf der baustelle verheitzt
16:47
Wenn es stimmen sollte, dann verdienen der Vorstand einschließlich der Rückstellungen von Pensionsansprüchen rd. eine Millionen im Jahr.
Es geht eine durch die Belegschaft so erfolgreiche Wohnungsgesellschaft vor die Hunde, weil der Vorstand Unfähigkeiten aufweist. Man muß es sich auf der Zunge zergehen lassen; dieser teuer bezahlte Unternehmensteil benötigt einen Sanierungsfachkraft. Ja, prima, aber dann unter Verzicht der Vorstandsgehälter, das durch die Inkompetenz des Vorstandes begründet ist. Und der gesamte Aufsichtsrat gehört sofort in eine interlektuelle Quarantäne. Welche strafrechtliche Verantwortung für diese Situation liegt eigentlich beim Eigentümer und seinen Gremien. Rat und Vorstand stehen hier in eindeutiger Pflicht, den Unternehmenszweck der Firma zu sichern. Und das sind die wohnungswirtschaftlichen Aufgaben für die Stadt und ihre Bürger. Die Gebag wurde stets von ihren zuständigen Politikern zu Zwecken mißbraucht, die mit Projekten wie Stadionbau, Citypalais, Wehrhanspeicher und nun Küppersmühle den Größenwahn derjenigen Unfähigen charaktersieren.Kennt man wie bei fortschrittlichen Wohnungsgesellschaften experiementellen Wohnungsbau bei der Gebag. Neue Energieformen, Wohnungen für Single und Alleinerziehende, mobilitätsorientierte Bewohner mit eigenen Vorstellungen , alles überall zeitgemäß . Und was ist eigentlich mit einer Partnerschaft mit der Fraunhofer-Gesellschaft und ihrem In-House- Projekt? Hier könnte ein städtisches Vermögen mit einer Innovationskraft in der Stadt etwas Gutes bedeuten, welches für die Zukunft der Stadt und ihrer Bürger ebenso gilt wie für eine besondere Darstellung der Stadt nach draußen. Beim zehnjährigen Fest des In-Houses war kein Vertreter der Stadt oder ihrer Gesellschaften dabei.
16:15
#54 turnaround
Ich frage mich schon länger, wer endlich Strafanzeige stellt gegen die Gebag, wegen verschiedener VErgehen. Die Vorgänge um die Küppersmühle sind so haarsträubend, offenbaren die absolute Unfähigkeit des Vorstandes, aber auch des Aufsichtsrates, vom Gesellschafter, der Stadt Duisburg, vertreten durch ihren OB ganz zu schweigen. Die sind so ahnungslos, dass man ihnen allenfalls den Bau einer Gartenlaube anvertrauen könnte, und selbst da muss man noch Zweifel haben. Schon im März habe ich Fragen an die Gebad gestellt im Hinblick auf VErtragsgestaltung, Sicherheiten etc., die natürlich nie beantwortet wurden. Wenn schon die Vergabeexpertin aus Düsseldorf für teures Geld engagiert wird, dürfte man wenigstens erwarten, dass sie die Auftraggeber nach allen Seiten hin absichert. Dann gäbe es selbst bei der jetzt mangelhaften Bauausführung zumindest keine wirtschaftlichen Probleme. Anscheinend hat sie der Gebag noch nicht einmal das kleine Einmaleins der Umsatzsteuern vermitteln können, weil ja zunächst davon ausgegangen war, dass die für die KM nicht fällig werden. Ist für die Gebag ein zusätzliches Problem, weil das Geld für die Steuern auch nicht vorhanden ist. Dafür sollen ja wohl die Häuser in Neumühl verkauft werden.
Mich würde interessieren, wie die Stadt es geschafft hat, der Gebag dieses Projekt aufs Auge zu drücken, denn das ist natürlich nicht deren originäre Aufgabe. Anscheinend sind die alle wie Wachs in den Händen des OB. Was da noch legal ist, müsste an sich die Bezirksregierung überprüfen.
Jedenfalls scheint da ein weiterer dicker Skandal ans Licht der Sonne gekommen zu sein, was allein daran festzumachen ist, dass der OB sich wieder mal sehr diskret zurückzieht.
15:41
Danke an #49 taosnm und #51 Sahneschnittchen.
Die User von derwesten.de sind ja besser als jede Detektei. Die Beauftragung der blonden Dame macht die Affäre Klappsmühle ja noch pikanter. Mit jeder Frage, die man sich in dieser Sache stellt, stößt man in das nächste Wespennest. Bin gespannt, wie lange sich die Kanzlei Heuking & Co. noch ihren Ruf durch die Pleite-Geierwally ruinieren lässt.
Die GEBAG ist doch eine städtische Wohnungsbaugesellschaft. Verstößt die Übernahme dieser Monsteraufgabe eventuell gegen den Satzungszweck der GEBAG?
14:19
Man könnte ja mal den OBI fragen, der ist Dienstag Abend im Landschaftspark und stellt den Plan vor Duisburg 2027.
Das wäre doch der rechte Augenblick.
Na, wer einen A...... in der Hose und ist auch da?