Bausteine für „seriöse Rekonstruktion“ des Mercatorhauses

Das erweiterte Wohnhaus Gerhard Mercators war bis in die 1920er Jahre ein städtisches Verwaltungsgebäude.
Das erweiterte Wohnhaus Gerhard Mercators war bis in die 1920er Jahre ein städtisches Verwaltungsgebäude.
Foto: Filmarchiv

Duisburg.. Kai Gottlob ist „Kind der Stadt“ und hat als Dokumentarfilmer gerade im Umgang mit historischem Duisburg-Material ein Gefühl dafür entwickelt, „was Duisburg im Bomben-Inferno des Kriegs verloren hat: sein historisches Herz“. Seitdem die Reste dieses Herzens von den Archäologen freigelegt werden, hat der 56-Jährige über das Wohnhaus Gerhard Mercators recherchiert und, wie berichtet, für seine Idee zum Wiederaufbau sofort Oberbürgermeister Sören Link gewonnen.

Wobei Gottlob an den Wiederaufbau des Ensembles aus Mercators Wohnhaus, Torbogen und Bürgermeisterhaus an der Oberstraße denkt, die vor 1566 gebaut worden und in den 1920er Jahren weitgehend verschwunden sind – die Reste wurden dann in der Nachkriegszeit platt gemacht, so Gottlob.

Historische Bedeutung

Drei Bausteine für eine „seriöse Rekonstruktion“ hat er bereits zusammen: Die Fundamente, die bei den Ausgrabungen zum Vorschein gekommen sind, den Plan von Johannes Corputius, dem Schüler Mercators, der drei Jahre lang im Haus des weltberühmten Kartographen lebte, und ein Aufmaß aus den 20er Jahren.

Denn als damals das zum „Verwaltungsgebäude 3“ erweiterte Mercatorhaus abgetragen wurde, habe man wohl um die historische Bedeutung gewusst und es zumindest dokumentiert. Vom Ensemble gibt es sogar noch ein Foto, das Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aufgenommen worden sein muss.

„Es wäre sträflich, es nicht zu versuchen“

„Das Ensemble wäre ein absolutes Schmuckstück“, sagt Gottlob. Die nächsten Schritte müssten eine technische Prüfung und eine Machbarkeitsstudie mit den zu erwartenden Kosten sein.

Neben OB Link hat er die Bürgerstiftung, die Vereinigung Pro Duisburg und den Lions-Club Mercator für die Idee gewonnen. „Es wäre sträflich, es nicht zu versuchen“, sagt Manfred Berns, Geschäftsführer der der Bürgerstifung. „Wieder nur eine Platte“ auf historische Funde – das könne es nicht sein. Auch viele WAZ-Leser begeistern sich für den Wiederaufbau.