Das aktuelle Wetter Duisburg 7°C
Gericht

Bauherren im Ruhrgebiet betrogen - Albtraum vom eigenen Haus

15.09.2012 | 17:07 Uhr
Bauherren im Ruhrgebiet betrogen - Albtraum vom eigenen Haus
Um 1,4 Millionen hat ein Geschäftsmann Bauherren im Ruhrgebiet geprellt.Foto: dapd

Duisburg.  Ein 47-jähriger Geschäftsmann soll in Duisburg, Mülheim und Oberhausen 30 Häuslebauer um rund 1,4 Millionen Euro geprellt haben, weil er die Insolvenz seiner Firmen zu spät anmeldete. Seit Freitag steht er dafür vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts.

Der Angeklagte lächelte. Was ihm Zuschauer offenbar übel nahmen. „Dir wird das Lachen noch vergehen“, zischte eine Frau im Zuschauerraum. Beliebt gemacht hat sich der 47-jährige Duisburger, ehemals Chef der in der Duisburger City ansässigen Firmen Centaplan und HT-Bauübernehmung, nicht. Zwischen September 2008 und 2009 soll er Häuslebauer in Duisburg, Mülheim und Oberhausen um rund 1,4 Millionen Euro gebracht haben. Wegen Insolvenzverschleppung und 31-fachen Betruges steht er seit gestern vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Duisburg.

Am 17. Juni 2009 hatte der Unternehmer für seine beiden Firmen Insolvenz angemeldet. Tatsächlich, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe er doch schon neun Monate zuvor gewusst, dass seine Firmen pleite waren. Die chronische Unterdeckung betrug zuletzt zwischen 80 und 100 Prozent der Umsätze.

Baubetrug
Centaplan-Prozess um Insolvenzverschleppung beginnt

Wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs in über 30 Fällen muss sich der frühere Vorstand der Centaplan-AG an der Steinschen Gasse ab Freitag, 14. September, vor der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Duisburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft klagt gegen die Firma und ihrer Partnerin.

Das soll den 47-Jährigen nicht daran gehindert haben, seinen Kunden immer wieder Vorauszahlungen zu entlocken und Aufträge an Subunternehmer zu vergeben. Die Anklage listet 30 Bauherren auf, die mit mehreren Zahlungen bis zu 160.000 Euro in die vermeintliche Fertigstellung ihres Traumhauses steckten.

Das böse Erwachen kam mit der Insolvenz

Das böse Erwachen kam mit der Insolvenz.: Viele standen vor halbfertigen Häusern, mussten Arbeiten, die sie schon bezahlt wähnten, ein zweites Mal bezahlen. Für wen der Traum vom Eigenheim nicht platzte, der musste meist erhebliche Verzögerungen in Kauf nehmen, um doch noch in die eigenen vier Wände einzuziehen.

Die Anklage wirft dem 47-jährigen Duisburger in diesem Zusammenhang auch gravierende Verstöße gegen die Buchführungspflicht vor. Als die Insolvenz nicht mehr abzuwenden war, soll er große Teile der Geschäftsunterlagen vernichtet haben. Der Kassenbestand seiner Firmen von rund 170.000 Euro verschwand auf rätselhafte Weise. Die Anklage mutmaßt: das Geld landete in der Tasche des Angeklagten.

Angeklagter beschuldigt die Medien

Der wiegelte beim gestrigen Prozessauftakt ab: Es seien nicht alle Gelder nur Vorauszahlungen gewesen. Es sei von den Kunden auch für echte Baufortschritte gezahlt worden. Im übrigen seien die Medien daran Schuld, dass er seine in Schieflage geratenen Firmen nicht habe retten können. Entsprechende Berichte hätten Investoren abgeschreckt.

Für das Verfahren sind zunächst bis Anfang Oktober sechs weitere Verhandlungstage geplant.

Bodo Malsch

Facebook
 
Kommentare
16.09.2012
13:11
Bauherren im Ruhrgebiet betrogen - Albtraum vom eigenen Haus
von Ismet | #3

Es sind nicht nur die Gerichte, sondern unsere Politiker die sich der Sache mit der GmbH nicht annehmen.
Hier geschieht mit "Recht Unrecht"...
Die kleinen Leute werden somit mit allem möglichem und unmöglichem allein gelassen.
Natürlich darf der gesunde Menschenverstand nicht abgeschaltet werden, nur weil jemand "Vertrauenswürdig" erscheint.
Vor der Ehe heisst es doch auch "drum Prüfe wer sich Ewig bindet"

15.09.2012
23:47
Bauherren im Ruhrgebiet betrogen - Albtraum vom eigenen Haus
von fogfog | #2

der bekommt bewährung und macht mit dem namen seiner frau weiter. in diesen sachen ist unsere gerichtsbarkeit ein zahloser tiger. und die gerichte tun ihr übriges damit sein tun nicht gestört wird.

15.09.2012
22:53
Bauherren im Ruhrgebiet betrogen - Albtraum vom eigenen Haus
von trickflyer | #1

ich würde dem mal so 8 jahre aus dem handgelenk verschreiben.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7096149/create

Delfinarium schließen?
Die Grünen im Bundestag wollen die Haltung von Delfinen in Deutschland verbieten lassen ( zum Artikel ). Unter den Zoo-Vertretern und Tierschützern, die das Bundesministerium zur Überarbeitung des

Die Grünen im Bundestag wollen die Haltung von Delfinen in Deutschland verbieten lassen (zum Artikel ). Unter den Zoo-Vertretern und Tierschützern, die das Bundesministerium zur Überarbeitung des "Säugetiergutachtens" eingeladen hatte, war auch die Delfinhaltung ein Streitthema (zum Artikel ). Das Delfinarium Duisburg ist aber ein Publikumsmagnet. Was denken Sie?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Fotos und Videos
"Luft und Liebe" in Duisburg
Bildgalerie
Elektro-Festival
Messerattacke in Duisburg
Bildgalerie
Gewalt
Luft & Liebe Festival
Bildgalerie
Fotostrecke
Probe im Circus Flic Flac
Bildgalerie
Circus FlicFlac
Aus dem Ressort
Söke Dinkla leitet das Lehmbruck-Museum
Lehmbruck Museum
Eigentlich sollte Raimund Stecker noch bis Jahresfrist eine „Bewährungsfrist“ bekommen - jetzt muss der Chef des Duisburger Lehmbruck-Museums aber doch schon gehen. Das Kuratorium der Museumsstiftung entband Stecker am Dienstag von seinen Aufgaben. Die Kunsthistorikerin Söke Dinkla übernimmt.
Raimund Stecker verlässt das Lehmbruck-Museum
Personalwechsel
Eigentlich sollte Raimund Stecker noch bis Jahresfrist eine "Bewährungsfrist" bekommen - jetzt muss der Chef des Duisburger Lehmbruck-Museums aber doch schon gehen. Das Kuratorium der Museumsstiftung entband Stecker am Dienstag seiner Aufgaben. Die Kunsthistorikerin Söke Dinkla übernimmt.