Bauern in Duisburg freuen sich über den Regen

Der Regen der vergangenen Tage tut vor allem dem Mais gut, der von Reinhard Mosch in Mündelheim angebaut wird.
Der Regen der vergangenen Tage tut vor allem dem Mais gut, der von Reinhard Mosch in Mündelheim angebaut wird.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Niederschläge der vergangenen Tage sind für die Landwirtschaft auch in Duisburg wichtig. Besonders die Kartoffelbauern litten unter der Hitze.

Duisburg.. Sonne, Regen, Sonne, Regen, das kann nerven, wenn man gerade Urlaub hat und die Tage genießen möchte. Das wechselhafte Wetter kann aber noch viel mehr anrichten als für verkorkste Ferientage zu sorgen. Für die Bauern waren die trockenen Tage ein Problem.

„Es hat ordentlich geregnet?“, fragt Reinhard Mosch lachend zurück. „Das sagen Sie. Ich sage: Es war immer noch viel zu wenig Regen.“ In Mündelheim steht der Duisburger Bauer zwischen einem kahlen Gerstenfeld und einem grünen Meer von Maispflanzen. „Die Gerste haben wir am Samstagabend noch zu Ballen pressen können“, erzählt Mosch. Nach der Ernte musste sie wegen des Regens in der vergangenen Woche noch getrocknet und gedreht werden. Vor dem neuerlichen Guss am Wochenende war sie dann endlich vom Feld. Die Hitze der letzten zwei Wochen hat dem Getreideertrag hier nicht geschadet, „was bei Dinkel und Weizen allerdings anders aussieht“, erklärt Mosch. Diese Ernten werden wohl schwächer ausfallen. In wenigen Tagen, so hofft der Bauer, könnte gedroschen werden. Denn was jetzt noch an Regen gefallen ist, hilft dem Dinkel ohnehin nicht mehr, ebenso wenig dem Hafer.

Stressige Phase für Bauern

Für den Mais auf der anderen Seite des schmalen Weges und die Zuckerrüben kommt das Wasser allerdings sehr gelegen. In der letzten Woche bereiteten Bauer Mosch noch die Trocknungsrisse im Boden Sorgen, aber über eine Missernte muss er sich in diesem Jahr keine Gedanken machen. Eine schwächere wird es, ja, „aber wenn das Jahr durch ist, werden wir wahrscheinlich auf eine Durchschnittsernte kommen“.

Anders sieht es wohl bei einigen von Moschs Kollegen aus. Kartoffelfelder beispielsweise mussten während der Hitzeperiode fast den ganzen Tag über beregnet werden, um die Pflanzen zu retten. Für die Bauern sei das eine besonders stressige Phase gewesen, berichtet Mosch. „Von den Kosten ganz zu schweigen. Was da pro Stunde an Diesel weggeht...“ Man könne nur hoffen, dass die Kartoffelpreise nicht wieder so niedrig liegen werden wie 2014, denn dann würde man auf den Kosten sitzenbleiben. „Im letzten Jahr waren die Erträge bei den Kartoffeln so groß, dass es dafür gar keinen Markt gab, der das hätte aufnehmen können“, erklärt Mosch. So fielen die Preise.

Mit den leicht gefallenen Temperaturen kehrte auch etwas Leben auf den Mündelheimer Hof zurück. Die Hühner, die sich an heißen Tagen nur im Stall versteckten, picken nun wieder im Freien, anstatt sich ausschließlich bis zum Futtertrog zu bewegen.