Bauer sucht Sonne
14.07.2012 | 11:03 Uhr 2012-07-14T11:03:00+0200
Duisburg. Kalte Füße, nasses Haupt – der Sommer zeigt sich gerade von seiner ungemütlichsten Seite . Das macht es auch für die örtlichen Landwirte spannend, die mit den Hufen scharren, um ihre Ernte einzubringen.
Ein paar Tage kontinuierlicher Sonnenschein wären gut, um das Getreide trocken zu kriegen. Der Ortslandwirt Reinhard Mosch schaut in den Regen. Vergangene Woche hat er erstmals die Wintergerste gedroschen, die reif war. Aber einiges wartet noch auf dem Feld. Ab Ende nächster Woche stehen Raps und Dinkel an, die verbliebene Gerste kommt noch oben drauf. Nicht zu vergessen das Heu. „Das scheint ein verrücktes Jahr zu sein“, erklärt Mosch.
Problematisch ist die Kartoffelernte
Das sieht Hermann Blomenkamp ganz ähnlich. Der Sermer Landwirt vertreibt sich die Zeit gerade damit, Schosser-Rüben zu ziehen. Also wild blühende Rüben, die sich nicht im Feld vermehren sollen und die deshalb mit der Hand gezogen werden müssen. Bei der Wintergerste fühlt er sich glatt vom Glück verfolgt. In den wenigen Sonnenlöchern am letzten Samstag wurde alles gedroschen. Hafer und Weizen haben noch zwei bis drei Wochen Zeit bis zur Ernte. Auch in Sachen Gemüse ist der Regen gar nicht so nachteilig, „das erspart mir das Beregnen“, sagt Blomenkamp. Nächste Woche erntet er die Stangenbohnen. „Nur doof, wenn man bei dem Matsch mit den Gummistiefeln nicht aus dem Acker kommt.“
Problematisch ist in diesem Jahr allerdings die Kartoffelernte . Die Krautfäule, ein Pilz, greift um sich und muss vielerorts mit Fungiziden bekämpft werden. „Wir haben es noch im Griff“, betont Blomenkamp, dafür sei aber „der ganze Bauer gefragt“. Schließlich darf er nichts übersehen, sonst würde er sich die Lagerhaltung vermasseln, so der Sermer Landwirt.
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