Bang Boom Bang-Star stellt seine Kunst in Duisburg aus

Willi Thomczyk präsentiert auf einem Bild den Blick aus seinem Wohnzimmerfenster.
Willi Thomczyk präsentiert auf einem Bild den Blick aus seinem Wohnzimmerfenster.
Foto: FUNKE Foto Services
Willi Thomczyk lockt mit einer persönlichen Ausstellung in die Ruhrart Galerie in Ruhrort. Der bekannte Schauspieler erzählt Geschichten mit Kamera und Pinsel.

Duisburg.. Aktbilder, Selbstporträts und Landschaften. Die Malereien, Fotos und Prints, die Willi Thomczyk vom 5. bis zum 28. Juni in der Ruhrart Galerie in Ruhrort präsentiert, sind vielfältig. Ob das Gezeigte den Begriff „Kunst“ verdient, solle jeder Betrachter für sich entscheiden. „Ich finde das Wort schwierig. Ich gebe einfach mein bestes. Ich mag die Bilder. Die Ausstellung ist ein Versuch“, so der 61-Jährige Maler und Fotograf, der auch als Schauspieler bekannt ist und durch die Serie „Die Camper“ und den Film „Bang Boom Bang“ größere Bekanntheit erlangte.

Jedes Bild hat eine Geschichte

Wenn er seine Bilder beschreibt, die Hintergründe zur Entstehung erläutert, blüht Thomczyk auf. Zu jedem Werk gibt es eine Anekdote, eine ganz persönliche Erinnerung, die er bereitwillig mit allen teilen möchte. Die Bilder, die an den Wänden hängen und an Seilen befestigt im Raum schweben, zeigen Momentaufnahmen. Eine Freundin hat er etwa im Halbdunkel nackt auf dem Bett sitzend abgelichtet. „Es ist mein allererstes Aktbild und uralt. Ich erinnere mich an diesen Abend in Berlin. Das Licht war perfekt und die Frau wunderschön“, sagt er und fährt mit den Fingern über die großformatige Aufnahme. Mehr will er aber doch nicht verraten.

Auf anderen Bildern finden sich Familienmitglieder, Freunde oder auch Landschaften, die Thomczyk faszinierend fand. Wanne-Eickel, seine Heimat, ist mehr als einmal vertreten.

Trotz der vielen Fotos macht Thomczyk eines deutlich: „Ich mag Fotografien eigentlich nicht.“ Zumindest, so der Künstler weiter, wenn diese unbearbeitet bleiben. Deshalb gibt es keine Aufnahmen, an denen Thomczyk sich nicht mit Fotobearbeitungsprogrammen ausgetobt hat. Kaum eine Landschaft ohne Verfremdungstechniken entstellt, kein Porträt wurde ohne Licht-Effekte entstellt. Alle Werke lassen so ganz neue Interpretationen zu und fordern den Betrachter regelrecht heraus. „Alle Bilder habe ich am Computer nachbearbeitet. Ich zoome heran, beschäftige mich mit Ausschnitten und bearbeite die Farben“, beschreibt er Teile seine Arbeit. Durch die digitale Bearbeitung wirkt einiges „poppig“ grell, anderes ist stark verwischt und undeutlich.