Bahnstreik reloaded

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“, lautet eine alter, noch immer gültiger Spruch in unserer Branche. Allerdings schickt sich die Bahngewerkschaft GDL unter ihrem Zugführer Claus Weselsky derzeit wieder an, diese Aussage Lügen zu strafen. Zum siebten Mal sind die Bahner inzwischen in diesen Tarifverhandlungen im Streik.

Da muss man gar nicht mehr großartig recherchieren, sondern kann auf die alte Berichterstattung zurückgreifen. Nur die Zeiten und Strecken sind zu aktualisieren, ansonsten wird in Sachen Information wieder das ganze große Besteck herausgeholt: Wo finden Bahnkunden den Notfallfahrplan? Kann man wegen des Streiks zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommen? Was muss der Arbeitgeber akzeptieren? Was kostet der Streik die Wirtschaft? All das, was längst nach der siebten Auflage hinlänglich bekannt sein dürfte. Selbst wenn es dem WDR doch tatsächlich gelungen ist, eine Frau vors Mikro zu kriegen, die behauptete, nichts davon mitbekommen zu haben und jetzt nicht zu wissen, wie sie zur Arbeit kommen soll.

Und so werden unermüdlich und stoisch alle Informationen wiederholt, immer schön nach dem vielzitierten Spruch aus der - gefühlt seit 100 Jahren - ausgestrahlten Silvestersendung „Dinner for one“: „Dieselbe Prozedur wie letztes Mal.“ Bleibt dem inzwischen völlig entnervten Bahnkunden nur zu hoffen, dass der Streik der Lokführer nicht zu einem ähnlichen Dauerbrenner wird.