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Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün

10.09.2010 | 18:13 Uhr
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
Die evangelische Kirche in Baerl. Foto: Anja Bäcker

Duisburg.„Das war eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.“ Über die Eingemeindung Baerls im Jahre 1975 kann sich Georg Kreischer heute noch ebenso empören wie er sich für seinen Stadtteil begeistert: „Ganz Baerl ist schön.“

Das will ich sehen und lasse mich von Kreischer und Heidrun Lodonou an die Hand nehmen. Backstein ist der vorherrschende Baustoff der überwiegend schmucken Häuser, gepflegte Gärten sehe ich, einen Dorfplatz, dem der Heimat- und Bürgerverein (www.dorfbaerl.de) Sportgerät spendiert hat. Der 89-jährige Kreischer scheint recht zu haben.

Erste Station ist die Baerler Mühle, 1805 auf einem kleinen Hügel errichtet, knapp 200 Jahre später durch Brandstiftung zerstört, 2002 wiederhergestellt und die einzige achteckige Mühle unter all den runden am Niederrhein.

Duisburgs Stadtteile I
Baerl in 60 Sekunden
4990 Einwohner

Baerl gehört zum einzigen sowohl rechts- als auch linksrheinischen Stadtbezirk: Homberg-Ruhrort-Baerl. 4990 Menschen leben nach amtlichen Angaben in Baerl, davon 2562 Frauen und 2428 Männer. Der Ausländeranteil liegt bei 5,7 Prozent.

Baerl gehört mit dem angrenzenden Baerler Busch und dem Naherholungsgebiet Lohheide-See zu den bevorzugten Wohnlagen Duisburgs. Der ländlich geprägte Stadtteil ist mit einer Fläche von 21,31 Quadratkilometern der flächenmäßig größte Stadtteil Duisburgs.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1234. Der Name geht zurück auf ein Geschlecht „von Barle“. Baerl erlitt viele Hochwasserkatastrophen. An versunkene Ortschaften wie Lindekum und Halen erinnern noch Flurnamen.

Mühlen lassen auf Landwirtschaft schließen, tatsächlich werden noch einige wenige alteingesessene Bauernhöfe bewirtschaftet.

Das Zentrum des linksrheinischen Stadtteils ist weniger leicht zu identifizieren als die Mühle. Einzelhandel kommt nur vereinzelt vor, ein „Tante-Emma-Laden“ ist neu und hochwillkommen. Dafür fehlt es nicht an Gaststätten unterschiedlicher Art: „Wenn’s so viele Geschäfte gäbe wie Kneipen, wär’s gut“, lacht Lodonou. Ein Wochenmarkt hat sich mangels Zuspruch längst verabschiedet.

Ein Turm, natürlich aus Backstein, mit markantem Dach fällt mir auf, die Wache der Freiwilligen Feuerwehr, zu Anfang des letzten Jahrhunderts erbaut, Mitte dieses Jahres mit einem Neubau für moderne Einsatzfahrzeuge auf den neuesten Stand gebracht. „Freiwillige Feuerwehr Rheinkamp“ habe bis 1975 am Turm gestanden, zürnt Kreischer noch einmal. Die Inschrift sei 1975 „innerhalb von 24 Stunden abgemeißelt worden.

1262 wurde die Kirche in Baerls erstmals erwähnt, lange bevor sie zum evangelischen Gotteshaus wurde. Kreischer zückt den Schlüssel, öffnet sie Tür, berichtet von massiven Bergschäden und einer Gruft der Herren von Baerl. Rundum ein Friedhof fast ohne Wege, es fehlt an Platz, nicht erst seit heute.

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Lodonou berichtet vom regen Vereinsleben, vom Schützenverein, vom Baerl-Orchester, vom 125 Jahre alten Männergesangsverein Constantia (www.mgv-constantia.de), vom Mundartkreis. Was letzterer macht, kann mich mir lebhaft vorstellen, als wir an der zweiten Mühle im Stadtteil, der Lohmühle ankommen. Eine nette Dame schließt uns auf, was sie dabei mit Kreischer redet, war freundlich, aber völlig unverständlich. Für mich wohlgemerkt. Nicht aber für die Ur-Baerler, die durch die rege Neubau-Tätigkeit des beliebten Wohnortes zwischen Wald, Rhein und Lohheider See inzwischen in der Minderheit sind. Auf 35 bis 40 Prozent schätzt Kreischer ihren Anteil: „Alle anderen sind Städter.“

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Aber auch sie werden ihre Freude haben an der alten, bald runderneuerten Lohmühle, deren hölzernes Mahlwerk zur Restaurierung noch ausgebaut im Freien lagert. Ein Mühlenverein hat sich des Denkmals angenommen, eine Museum rund ums Mehlmachen soll entstehen.

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Duisburgs Stadtteile IV

Weiter geht’s zum Lohheider See. Einst ein großes Baggerloch, haben jetzt Badegäste, Segler, Angler, Taucher das Gewässer entdeckt. Rundum Wald, der stundenlanges Spazieren erlaubt. Noch Wünsche in Baerl? Ja, meint Kreischer, ein großes „Baerl“ auf dem Ortseingangsschild und darunter klein „Stadt Duisburg“ – das wäre Balsam für die Baerler Seelen.

Willi Mohrs

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Kommentare
11.02.2011
20:10
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von maggiet | #14

typischer Fall davon, wie man munter über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden hat. Mehr direkte Bürgerbeteiligung könnte solche Fehlentscheidungen verhindern.

Cheers
Maggie

17.01.2011
23:56
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von koloniejunge | #13

Baerl ist von Duisburg gkidnappt worden.

Die Gemeinde Rheinkamp war finanziell sehr Potent ,

Leider wohnten in Baerl Menschen ,die im Pott arbeiteten,Und ;;
In Baerl Ihre wohlverdiente Ruhe fanden
Denn in Rheinkamp wohnte man ,und das war der Kommission unter Leitung des Herrn Antwerpes ein Dorn im Auge .
Ade 1975

12.01.2011
23:49
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von test | #12

test

04.01.2011
22:29
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von blueman01 | #11

Was soll der Sch... , wenn die Eingemeindeten in NRW keine andere Sorgen haben.
Glückliche ehemalige Selbstständige und das seit 35 Jahren

04.01.2011
14:02
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von Tom009 | #10

tja und alles unter spd regierung

hurra das ihr diese dann immer noch gewählt habt.

selber schuld

18.10.2010
18:17
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von koloniejunge | #9

Niederrheinliebhaber

Sie haben Recht

Und Sie haben mit Sicherheit die Chronik der Gemeinde Rheinkamp ;;;RepelenBaerl im Kopf .

Bewahren wir aelteren uns die Gemeinsamkeiten Repelen - Baerl

Auch unsere FEHDEN sollen ueber unseren Graebern hinaus bestehen

Mit Gruss aus der Repelener Kolonie

Ihr Baerler Loewen , hattet ja keine Kolonie !!!!!!!

17.10.2010
21:14
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von Niederrheinliebhaber | #8

Schön gesagt, koloniejunge. Nur eben genau diesen gewachsenen Bezug von Baerl nach Repelen ( immerhin ist die Gemeinde Rheinkamp aus Repelen-Baerl hervorgegangen ) und somit auch nach Moers begreifen die Duisburger bis zum heutigen Tage nicht. Die Einverleibung Baerls ( und auch von Rheinhausen und Homberg ) war eine Entscheidung am grünen Tisch jenseits aller gewachsenen Zugehörigkeitsgefühle hier am linken Niederrhein.

17.09.2010
05:37
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von koloniejunge | #7

Kikimurks

Sie reden viel Kikimurks.

Baerl war keine Gemeinde.,sondern Ortsteil (einer von 19 ),der Gemeinde Rheimkamp.
Und Rheinkamp war immerhin eine der groessten Landgemeinden der BRD
Was Duisburg so an Baerl interessierte
Die Finanzielle Potenz der Baerler (Duisburger ) Buerger.
Denn (wohlbetuchte ) Duisburger Buerger betrieben ab der 50 er Jahre Stadtflucht .

Nachzufragen ;;Bei alten Baerler Loewen

Koloniejunge aus Repelen gruesst die Alten Baerlschen

Nicht vergesen die Fussballschlachten der 50 er 60 er VFL-Tus
Tus eben die besagten Baerler Loewen

Ebenfalls unvergessen aus unserer Schulzeit

Bundesjugendspiele auf dem TuS Platz

Ja von allen Rheinkamper Ortsteilen ZU FUSS nach Baerl!!!!!!!!!!!

14.09.2010
14:26
Blockierter Kommentar.
von Lohheider | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.09.2010
14:26
Baerl – Zwei Mühlen und viel Grün
von Lohheider | #5

Baerl ist einfach nur schön...dem kann ich absolut zustimmen!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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