Autohaus: Investor wartet lieber ab

Mitte..  Die Bäume sind längst gefällt. Reichlich, dicke herumliegende Stämme und Wurzeln sowie Erdlöcher zeugen derzeit noch davon. Die Stadt hat soweit ihre Vorgaben erfüllt. Jetzt könnte auf dem Gelände südlich der Mercatorstraße mit dem Bau des heiß diskutierten und umstrittenen Autohaus begonnen werden, doch der Investor zögert noch. Grund ist der weiterhin offene Rechtsstreit zwischen der Stadt und Anwohnern.

Wortführer Walter Jonischkeit und Co. wehren sich, wie mehrfach berichtet, vehement und mit allen Mitteln gegen das Autohaus sowie gegen eine Feuerwache, die ebenfalls auf dem städtischen Grundstück entstehen soll. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat zwar jüngst einen Anwohnerantrag auf eine so genannte aufschiebende Wirkung abgeschmettert und damit entschieden, dass vor Ort weiter Fakten geschaffen werden können. Allerdings muss das Gericht noch über drei Klagen gegen die Baugenehmigung entscheiden. Außerdem ist eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht in Münster anhängig.

„Wir warten ab, bis Bestandskraft herrscht“, sagt Karsten Lohrengel, geschäftsführender Gesellschafter der Arcus-Betriebsgesellschaft, des Investors aus Mülheim. „Vorher bauen wir nicht. Alles andere wäre auch nicht seriös.“

Lohrengel bleibt nach eigener Aussage entspannt: „Klar, das ist eine schwere Geburt. Ich habe noch nie mit einer Klage zu tun gehabt. Die Anwohner haben aber das Recht dazu. Ich gehe allerdings davon aus, dass das Ganze einer rechtlichen Überprüfung stand hält.“

Wann die Gerichte entscheiden, ist noch völlig unklar. Lohrengel: „Wir haben das Grundstück gekauft und es wird sicher auch nicht schlecht.“ Klar sei aber auch, dass die Stadt vorerst auf Gewerbesteuereinnahmen („Für das Autohaus wird eine eigenständige GmbH in Duisburg gegründet“) verzichten müsse – und auf Arbeitsplätze. Anfangs sollen es 35 Beschäftigte sein, davon fünf Auszubildende, später 50.

Sechs Millionen Euro werden laut Lohrengel in das Autohaus mit Neuwagen- und Gebrauchtwagenabteilung, Werkstatt, Teilevertrieb und Service investiert. „Es wird nach neuesten Standards gebaut – auch hinsichtlich des Lärmschutzes.“ Nur wann, ist eben noch offen – genauso übrigens wie der Bau der Feuerwache auf dem Gelände. Diesbezüglich arbeitet die Stadt laut einer Sprecherin hingegen mit Hochdruck an der Umsetzung, die allerdings auch „in direktem Zusammenhang mit der Haushaltslage steht“.