Autofahrer beklagt fehlende Kulanz bei Politesse

Marco Vecchionis Wut ist rund einen Monat nach dem Vorfall noch nicht verraucht. Als er von einem Kurzurlaub mit seiner zehn Monate alten Tochter Laura zurückkam, parkte er sein Auto – zugegebenermaßen unerlaubt – vor der Haustür am Wedauer Markt. Er flitzte mit Laura in die dritte Etage und beruhigte sie, bevor er sie in den Laufstall legte. Als er wieder zum Wagen kam – nach etwa fünf Minuten, wie er sagt – prangte daran ein Knöllchen. „Das ärgert mich aufs Blut“, sagt Vecchioni. Ihm fehle die Menschlichkeit in der Stadtverwaltung. Dass er bald zurückkommen wollte, hätten die offene Auto- und Haustür verraten. „Jeder logisch denkende Mensch hätte erst einmal geklingelt und den Mund aufgemacht. Aber nein: Dienst tun und, zack, ein Knöllchen schreiben.“

Eine Stadtsprecherin weist die Vorwürfe zurück: „Grundsätzlich agieren unsere Kolleginnen und Kollegen mit Fingerspitzengefühl, gleichwohl müssen Regeln natürlich eingehalten werden.“ Zudem habe das Auto „mehr als nur ein paar Minuten“ geparkt und die offene Autotür sei nicht zu erkennen gewesen.

Marco Vecchioni schüttelt über diese Aussagen den Kopf. Die zehn Euro hat er zähneknirschend bezahlt. Aber darum ging es ihm nicht.