Autobahn 59 in Duisburg muss für Outlet Center ausgebaut werden

Die Rampe der A59 (oben links) muss auf fünf Fahrbahnen erweitert werden, um den Verkehr nach dem kompletten Ausbau des FOC auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle zu bewältigen
Die Rampe der A59 (oben links) muss auf fünf Fahrbahnen erweitert werden, um den Verkehr nach dem kompletten Ausbau des FOC auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle zu bewältigen
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Um die Blechlawinen zum geplanten Outlet Center im Duisburger Norden überhaupt bewältigen können, muss die Anschlussstelle Marxloh der A59 von zwei auf fünf Spuren erweitert werden. Zu diesem Schluss kommen Verkehrsgutachter, die von bis zu 12.000 zusätzlichen Autofahrten ausgehen.

Duisburg.. 12.000 Autos an jedem Samstag und rund 7000 Autos von montags bis freitags: Mit soviel Mehrverkehr rechnen die Verkehrsgutachter für das Factory Outlet Center (FOC) im Duisburger Norden, wenn das Projekt komplett realisiert wird. Das geht aus dem Schlussberichtsentwurf des Gutachterbüros Ingenieurgesellschaft Scholz mbH hervor, der der NRZ vorliegt.

Zum Vergleich: Im September und Oktober 2011 wurden auf der Duisburger Straße montags bis donnerstags 15.300 Autos, freitags 15.800 und samstags 12.900 Autos im Schnitt gezählt. Der erwartete Anstieg des Verkehrs, wenn das FOC komplett ausgebaut ist, hat Auswirkungen auf die Straßenführung rund um das Areal der alten Rhein-Ruhr-Halle, auf der das FOC entstehen soll.

Erstes Gutachten ist Makulatur

Ein erstes Gutachten aus dem Jahr 2009, das die Stadt initiiert hatte, war nach einer allgemeinen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass keine Baumaßnahmen zur Erweiterung der Kapazität des Straßennetzes erforderlich sind. Diese Erkenntnisse sind nach dem neuen Gutachten, das der Investor German Development Group in Auftrag gegeben hat, Makulatur. Stattdessen schlagen die Verkehrsexperten sechs Maßnahmen vor, um den zu erwartenden Autoverkehr zu bewältigen.

Die Gutachter gehen davon aus, dass 90 Prozent der Kunden über die A 59 anreisen werden, der überwiegende Teil (81%) aus südlicher Richtung, weil dies über die A40 und A42 die schnellste Verbindung ist. Dickster Posten bei den sechs Maßnahmen ist sicherlich die vorgeschlagene Erweiterung der Rampe an der Anschlussstelle Marxloh der A 59 in Richtung Duisburger und Walter-Rathenau-Straße von zwei auf zukünftig fünf Fahrstreifen: zwei Linksabbiege-Fahrstreifen, zwei Geradeaus-Fahrtstreifen, ein Rechtsabbiege-Fahrstreifen.

Rein rechnerisch wurde die Leistungsfähigkeit nach der Erweiterung der Zufahrtsrampe bereits geprüft, doch für die tatsächliche Umsetzung sind weitere Prüfungen wie Flächenverfügbarkeit und rechtliche Verfahren erforderlich, die laut Gutachter noch zwischen Straßen NRW und dem Investor abgestimmt werden müssten. Auch sollen auf der Walter-Rathenau-Straße zwei Fahrstreifen bis zu den Parkplätzen des FOC markiert werden.

Stockholmer Straße umgestalten

Die Ampelschaltung an der Kreuzung Stockholmer, Duisburger, Weseler Straße und Willy-Brandt-Ring muss den neuen Verkehrsflüssen angepasst werden. Der Mittelstreifen der Stockholmer Straße soll so umgestaltet werden, dass das Linksabbiegen vom FOC-Gelände sowie eine Kopfwende auf der Stockholmer Straße möglich sind.

Ein Konzept für den neuen Kreisverkehr Walter-Rathenau- und August-Thyssen-Straße muss noch entwickelt werden und nach Beendigung der zweiten Ausbauphase muss eine Ampel an der August-Thyssen-Straße aufgestellt werden, um den Verkehr an den Zu- und Ausfahrten zu den dortigen Parkplätzen zu regeln.

Damit, so glauben die Verkehrsexperten, lassen sich auch die erwarteten Blechlawinen im Umfeld des FOC bewältigen, dessen Investoren bereits im Jahr der Eröffnung mit rund 1,4 Millionen Besuchern rechnen.