Ausladung von OB Sauerland sorgt für Streit in der IG Metall in Duisburg
19.04.2011 | 17:03 Uhr 2011-04-19T17:03:00+0200Duisburg.Die „Ausladung“ von Oberbürgermeister Adolf Sauerland zum traditionellen Arbeitnehmerempfang der Stadt durch die IG Metall sorgt nun auch für Zwist innerhalb der Gewerkschaft, die in und um Duisburg mehr als 40 000 Mitglieder zählt.
In einem offenen Brief haben sich die IG-Metaller der CDU-nahen CDA-Betriebsgruppe Thyssen-Krupp Steel von besagtem offenen Brief ihrer Gewerkschaft zum Empfang am Vorabend des 1. Mai distanziert.
Nicht die Meinung aller IG-Metall-Mitglieder
„Es mutet schon eigentümlich an, dass der Eingeladene den Einlader mit der Begründung, es sei seine Veranstaltung, ausladen will. Das könnte man noch als Stilfrage abtun“, so Günter Back, Sprecher der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft beim Stahlkonzern und zuglich Geschäftsführer des mächtigen Betriebsrates im Werk Hamborn/ Beeckerwerth. Weiter heißt es in der CDA-Erklärung: „Die Feststellung, dass die IG Metall einen demokratisch gewählten Oberbürgermeister nicht mehr anerkennen kann, spiegelt auf gar keinen Fall die Meinung aller in der IG Metall Organisierten wieder. Demokratie kann nur funktionieren, wenn die Wahlergebnisse unter Demokraten auch anerkannt werden.“
„Was meine Gewerkschaft dazu gebracht hat, dies alles noch in die Nähe des Nationalsozialismus zu stellen, ist mir rätselhaft und der eigentliche Skandal“, so Günter Back weiter: „Dies kann man nur als Entgleisung bezeichnen.“ Es werde „wieder mal versucht, auf dem Rücken der Einheitsgewerkschaft Parteipolitik zu machen“.
"Negative Erfahrungen mit Herrn Sauerland"
IG-Metall-Chef Jürgen Dzudzek weist die Vorwürfe zurück: „Die IG Metall macht keine Parteipolitik.“ Auch gebe es in seinem Schreiben keinen Nazi-Vergleich bezüglich des Oberbürgermeisters: „Gesagt haben wir, dass wir Adolf Sauerland für die von uns vertretenen Arbeitnehmer nicht als Repräsentanten der Stadt Duisburg anerkennen!“
Dabei gehe es nicht nur um die Loveparade-Folgen. Dzudzek: „Es geht uns in erster Linie um persönliche sehr negative Erfahrungen mit Herrn Sauerland gegenüber Arbeitnehmern!“
Auch sei der von der CDA kritisierte Brief „das Ergebnis eines mehrwöchigen Abstimmungsprozesses innerhalb der IG Metall und mit den übrigen Gewerkschaften im DGB. Er wurde vom regionalen Vorstand der IG Metall in der vorliegenden Form und Fassung beschlossen.“

14:01
Ob dieser gewerkschaftliche OB-Mobing im
Sinne der IG-Metalmitglieder ist,glaub ich nicht.
Auch die Gewerkschaftbonzen sollten gegen
Mobing jeglicher Art sein.
19:19
Zu #20: Nun ja, es geht nicht nur um die Person des AS, sondern um die gesamte Stadtspitze und Teilen der Verwaltung, deren Handlungsunfähigkeit und -unwilligkeit, deren Abtauchen vor den massiven Problemen dieser Stadt, deren Verantwortungslosigkeit, deren Aussitzeritis und Ichbezogenheit. Höchste Zeit, dass sich andere gesellschaftliche Kräfte dazu zu Wort melden. Ich habe ihre Stimme bisher seit dem 24.07.2010 vermisst.
13:31
#19 Man kann eine Richtung vorgeben. Allerdings kann ich nicht für tausende Mitglieder sprechen wenn es sich gegen eine Person handelt. Das unsere Politiker nicht mehr Herr der Lage und abseits jeder Realität sind, dem kann ich nur zustimmen. Leider gibt es keinen Politiker mehr der weiter denkt. Sie wollen sich in Ihrer Amtszeit ein Denkmal setzen und die nächsten sollen es bezahlen. Leider wird der Kelch nur weitergegeben.
12:17
#18: Gewerkschaften und Kirchen waren glücklicherweise noch nie politisch neutral. Es ist wichtig, dass sich starke gesellschaftliche Kräfte jenseits der abgehobenen und realitätsfernen Politiker in die Tagespolitik einbringen und sich zu Wort melden.
11:59
Natürlich sollte eine IG Metall neutral zur Politik stehen und seine Mitglieder nicht auf irgendeine Seite ziehen. Allerdings sehe diese Reaktion als ein weiteres wichtiges Zeichen. Es ist ruhiger geworden und Herr Sauerland versucht es auszusitzen. Dies geht aber nicht!! Man kann nicht einfach weitermachen. Natürlich hält auch die CDU am Posten des Bürgermeisters fest. Wir sind eine Großstadt und damit nicht unwichtig. Alle Beteiligten sollte aber eine Niederlage zur nächsten Wahl klar sein. Somit wäre es sinnvoll vielleicht ein wenig Ehre noch zu behalten und einfach mal auf die Bürger einzugehen.
07:41
#7 duissener
Es werden nicht weniger, eher das Gegenteil ist der Fall.
Es hat nur keinen Sinn hier immmer wieder gebetsmühlenartig zu kommentieren.
07:15
Auch sei der von der CDA kritisierte Brief „das Ergebnis eines mehrwöchigen Abstimmungsprozesses innerhalb der IG Metall und mit den übrigen Gewerkschaften im DGB. Er wurde vom regionalen Vorstand der IG Metall in der vorliegenden Form und Fassung beschlossen.“
Offenbar hat der Abstimmungsprozess nicht mit allen Gruppierungen innerhalb der IG-Metall stattgefunden. Es rächt sich eben, wenn die Gewerkschaftsfunktionäre wie üblich selbstherrlich glauben für alle Mitglieder die politische Richtung vorgeben zu können. Demokratie innerhalb der Gewerkschaft ist unerwünscht.
Das paßt zum Gesamtbild, dass die IG Metall zur Zeit bietet. Der Eingeladene lädt den Einlader aus und begründet dies u.a. mit einen Nazi-Vergleich.
Kein Wunder wenn die Austritte sich mehren. Vielleicht hätte sich der regionale Vorstand statt mit den Funktionären mal mit der Basis abstimmen sollen...
23:51
Ein wichtiges Zeichen der mächtigsten Gewerkschaft in Duisburg - und längst überfällig. Diskussionen darüber, ob da der Gast den Gastgeber auslädt und ob er das wohl darf, sind m.E. unsinnig. Ich sehe darin eine bewusste - und längst überfällige - Konfrontation des AS mit der Realität. Er ist in Duisburg nicht länger als OB akzeptiert und UNERWÜNSCHT. All gegenwärtige Duisburger Probleme sind nur noch mit einem neuen OB und mit einer neuen Stadtspitze zu lösen. Bleibt es bei den gegenwärtigen Verhältnissen, gibt es bis 2014 nur noch Aussitzen statt Problemlösen.
21:48
@6
in Ihren Augen ist jeder,der nicht mit Herrn Sauerland einverstanden ist,ein Depp.Darüber würde ich gerne privat mit Ihnen diskutieren.,wenn Sie sich trauen.
21:22
Ist der Herr Laumann eigentlich schon aus der Gewerkschaft ausgetreten?
Und wie würde dieser Verlust sich auswirken?
Wahrscheinlich eher lau.