Ausflüge in die Duisburger Biotope

Heinz Kuhlen (kariertes hemd mit dunköler Weste) führte die Gäste durch das Nachtigallental im Duisburger Stadtwald.
Heinz Kuhlen (kariertes hemd mit dunköler Weste) führte die Gäste durch das Nachtigallental im Duisburger Stadtwald.
Foto: Funke Foto Services
Mit der Reihe „Biotope“ startet die Volkshochschule in ihr Sommerprogramm. Zum Auftakt führte eine Wanderung durch das Nachtigallental im Stadtwald.

Duisburg.. Das neue Sommerprogramm der VHS ist gestartet: In der Reihe „Biotope“ wird künftig bis Ende August zu den Umwelttagen jeweils eine Grünfläche in Duisburg erkundet. Los ging es am Wochenende mit dem Nachtigallental und dem Katzenbruch im Duisburg-Mülheimer Wald.

Der erste Rundgang startete mit einer großen Gruppe: 60 Naturfreunde fanden sich zusammen, um mit Gruppenleiter Heinz Kuhlen den Wald zu erkunden. Teilnehmerin Renate von der Dovenmühle weiß, warum so viele mitmachen: „Er hat ein riesiges Fachwissen. Dank seiner hilfreichen Ratschläge hat er einen kleinen Fanclub aufgebaut.“ Fachkundige kennen Kuhlen noch als Initiator des Projekts „Bäume in Duisburg“, bei dem die Bäume im Kant-Park mit QR-Codes erforscht werden können.

Die Geschichte des Waldes

Die Strecke, die abgelaufen wird, hat Kuhlen selbst zusammengestellt. Als „Kind des Duisburger Südens“ kennt er sich bestens im Wald aus und weiß, wo es Besonderheiten zu entdecken gibt. Rund um das Nachtigallental gibt es laut Kuhn fünf bis sechs Waldgesellschaften, eine davon beherbergt Buchen. Sturmtief Ela hat 2014 dort seine Spuren hinterlassen und einige Bäume ausgewurzelt. Doch nicht nur deshalb seien die Buchen mittlerweile gefährdet. „Die Buchenkomplexkrankheit macht den Bäumen sehr zu schaffen. Durch starke Temperaturunterschiede platzt die Rinde auf und Pilze befallen den Stamm“, so Kuhn. Trotzdem müsse man sich vorerst keine allzu großen Sorgen machen. Anders sieht das bei dem Königsfarn aus. Dieser steht auf der Roten Liste, kommt nur noch sehr selten vor.

Ein weiteres Augenmerk der Tour liegt auf dem Gebiet der alten Stadtgärtnerei am Katzenbruch. Das Gebäude musste vor einigen Jahren der erweiterten Regattabahn weichen. Dank der Aufforstung wachsen dort aber nun neue und fremdländische Pflanzen wie Mammutbäume, Sumpfzypressen oder auch Lebensbäume.

Zwischendurch klärt Kuhlen auch über die Geschichte des Waldes auf. Zur Veranschaulichung bringt er historische Stadtzeichnungen aus dem Jahr 1518 mit, auf denen gezeigt wird, welche Regeln für die Waldnutzung galten. Schon damals durften nicht einfach Bäume gefällt werden. Auch mit Sagen konnte Kuhlen aufwarten. Etwa zum roten Erlenholz, das seine Farbe angeblich dadurch erhalten hat, weil des Teufels Großmutter ihn damit blutig schlug.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE