Aus der Vergangenheit lernenEs muss einen Aufschrei gebenEs muss einen Aufschrei geben

Vergessen, verdrängen, verlernen? Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung wollen 81 Prozent der Deutschen die Holocaust-Geschichte hinter sich lassen. Doch ist das der richtige Weg? Heute ist der offizielle internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts und gleichzeitig jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee zum 70. Mal.

„Dieser Teil unserer Geschichte muss im kollektiven Gedächtnis verankert sein und damit müssen wir uns aktiv auseinandersetzen, denn es schafft Orientierung für die Zukunft“, sagt Christa Bröcher, stellvertretende Kreissprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Duisburg. „Rechtsradikales Gedankengut ist keine Randerscheinung mehr. Deswegen ist es ganz wichtig, dass man deutlich macht, wohin es führen kann.“ Besonders Pegida zeige „wie gefährlich braune Rattenfänger sind, die mit allgemein gehaltenen Parolen, Leute ködern, die von der Politik enttäuscht sind und die Ursachen woanders suchen.“ Laut Bröcher sei dies mit den Nationalsozialisten zu vergleichen: „Die Argumente sind erschreckend gleich.“

Um Schüler gegen solch ein Gedankengut zu schützen hat der Zentralrat der Juden gefordert, dass der Besuch einer KZ-Gedänkstätte für jeden Schüler zur Pflicht wird. Jeder Schüler ab der neunten Klasse sollte eine KZ-Gedenkstätte besuchen. Auch Bröcher unterstützt diesen Vorschlag: „Es sollte auf jeden Fall in NRW eine Empfehlung dafür geben. Niedersachsen geht da mit gutem Beispiel voran, hier hat der Kultusminister schon vor langem dazu aufgerufen.“ In NRW gäbe es sehr viele Möglichkeiten Schüler mit der Geschichte über das NS-Regime in Berührung zu bringen: Die Steinwache in Dortmund, das El-De Haus in Köln oder die Gedenkstätte Wenzelnberg bei Langenfeld.

Bröcher übernimmt selber Verantwortung und besucht in NRW Schulklassen als Mitglied der Gruppe „Kinder des Widerstandes“. Dort berichten sie über die Erlebnisse ihrer Eltern, die in Konzentrationslagern politischen Widerstand leisteten.

„Mein Sohn sagt immer, dass er sich zwar nicht verantwortlich fühlt, aber er will die Geschichte verstehen, um heute etwas zu verändern“, so die ehemalige Lehrerin.

In dieser räumlich größten Ansammlung von Konzentrationslagern wurden alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert. Insgesamt wurden über 1,1 Millionen Menschen vergast, erschossen und zu Tode geschunden. Die meisten von ihnen waren Juden, aber auch Polen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie sowjetische Kriegsgefange.

Infobox:

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN-Bda) organisiert vom 4. bis 22. Mai in Unterstützung mit der IG Metall die Ausstellung „NeoFaschismus in Deutschland“ im Foyer des evangelischen Bildungswerks. Schulklassen können sich bei Interesse anmelden.

Aus gleichem Anlass verleiht morgen um 17 Uhr „Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“ den Preis für Toleranz und Zivilcourage in der Jüdischen Gemeinde am Springwall in Duisburg.

Vergessen, verdrängen, verlernen? Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung wollen 81 Prozent der Deutschen die Holocaust-Geschichte hinter sich lassen. Doch ist das der richtige Weg? Heute ist der offizielle internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts und gleichzeitig jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee zum 70. Mal.

„Dieser Teil unserer Geschichte muss im kollektiven Gedächtnis verankert sein und damit müssen wir uns aktiv auseinandersetzen, denn es schafft Orientierung für die Zukunft“, sagt Christa Bröcher, stellvertretende Kreissprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Duisburg. „Rechtsradikales Gedankengut ist keine Randerscheinung mehr. Deswegen ist es ganz wichtig, dass man deutlich macht, wohin es führen kann.“ Besonders Pegida zeige „wie gefährlich braune Rattenfänger sind, die mit allgemein gehaltenen Parolen, Leute ködern, die von der Politik enttäuscht sind und die Ursachen woanders suchen.“ Laut Bröcher sei dies mit den Nationalsozialisten zu vergleichen: „Die Argumente sind erschreckend gleich.“

Um Schüler gegen solch ein Gedankengut zu schützen hat der Zentralrat der Juden gefordert, dass der Besuch einer KZ-Gedänkstätte für jeden Schüler zur Pflicht wird. Jeder Schüler ab der neunten Klasse sollte eine KZ-Gedenkstätte besuchen. Auch Bröcher unterstützt diesen Vorschlag: „Es sollte auf jeden Fall in NRW eine Empfehlung dafür geben. Niedersachsen geht da mit gutem Beispiel voran, hier hat der Kultusminister schon vor langem dazu aufgerufen.“ In NRW gäbe es sehr viele Möglichkeiten Schüler mit der Geschichte über das NS-Regime in Berührung zu bringen: Die Steinwache in Dortmund, das El-De Haus in Köln oder die Gedenkstätte Wenzelnberg bei Langenfeld.

Bröcher übernimmt selber Verantwortung und besucht in NRW Schulklassen als Mitglied der Gruppe „Kinder des Widerstandes“. Dort berichten sie über die Erlebnisse ihrer Eltern, die in Konzentrationslagern politischen Widerstand leisteten.

„Mein Sohn sagt immer, dass er sich zwar nicht verantwortlich fühlt, aber er will die Geschichte verstehen, um heute etwas zu verändern“, so die ehemalige Lehrerin.

In dieser räumlich größten Ansammlung von Konzentrationslagern wurden alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert. Insgesamt wurden über 1,1 Millionen Menschen vergast, erschossen und zu Tode geschunden. Die meisten von ihnen waren Juden, aber auch Polen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie sowjetische Kriegsgefange.

Infobox:

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN-Bda) organisiert vom 4. bis 22. Mai in Unterstützung mit der IG Metall die Ausstellung „NeoFaschismus in Deutschland“ im Foyer des evangelischen Bildungswerks. Schulklassen können sich bei Interesse anmelden.

Aus gleichem Anlass verleiht morgen um 17 Uhr „Das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“ den Preis für Toleranz und Zivilcourage in der Jüdischen Gemeinde am Springwall in Duisburg.

Vergessen, verdrängen, verlernen? Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung wollen 81 Prozent der Deutschen die Holocaust-Geschichte hinter sich lassen. Doch ist das der richtige Weg? Heute ist der offizielle internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts und gleichzeitig jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee zum 70. Mal. Auschwitz war die räumlich größte Ansammlung von Konzentrationslagern. Insgesamt ermordete die SS dort über 1,1 Millionen Andersdenkende und Gegner des Regimes. Die meisten von ihnen waren Juden, aber auch Polen, Sinti, Roma, Homosexuelle sowie sowjetische Kriegsgefangene.

„Dieser Teil unserer Geschichte muss im kollektiven Gedächtnis verankert sein und wir müssen uns aktiv damit auseinandersetzen, denn dies schafft Orientierung für die Zukunft“, sagt Christa Bröcher, stellvertretende Kreissprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Duisburg. Dieser überparteiliche Zusammenschluss von Verfolgten und Widerstandskämpfern aller Generationen wirkt mit Projekten in Schulen, Universitäten und im Alltag gegen das Vergessen und Faschismus.

„Rechtsradikales Gedankengut ist keine Randerscheinung mehr. Deswegen ist es ganz wichtig, dass deutlich wird, wohin Faschismus führen kann.“ Pegida sei dafür exemplarisch: „Diese Bewegung zeigt, wie gefährlich braune Rattenfänger sind, die mit allgemein gehaltenen Parolen Leute ködern, die von der Politik enttäuscht sind und den Sündenbock bei Menschen suchen, die an den Verhältnissen nicht schuldig sind .“ Laut Bröcher sei dies mit den Vorgehensweisen der Nationalsozialisten zu vergleichen: „Viele der Argumente sind erschreckend gleich.“

Um Schüler vor solchen Parolen zu schützen hat der Zentralrat der Juden gefordert, dass der Besuch einer KZ-Gedenkstätte für Schüler ab der neunten Klasse verpflichtend wird. Auch die ehemalige Lehrerin Bröcher unterstützt diesen Vorschlag: „Es sollte auf jeden Fall in NRW eine Empfehlung für den Besuch von Gedenkstätten geben. Niedersachsen geht mit dieser Empfehlung mit gutem Beispiel voran.“

Die Schüler müssten mit der Geschichte in Berührung kommen und besonders in NRW gäbe es sehr viele Möglichkeiten dazu: Die Steinwache in Dortmund, das El-De Haus in Köln oder die Gedenkstätte Wenzelnberg bei Langenfeld.

Bröcher selber besucht in NRW Schulklassen als Mitglied der Gruppe „Kinder des Widerstandes“. Dort berichtet sie über die Erlebnisse ihrer Eltern, die wegen des politischen Widerstandes in Konzentrationslagern gesessen hatten.