Aufnahmen der Vergänglichkeit aus Duisburg-Bruckhausen

Künstler Laurenz Berges in seiner Ausstellung „Kaiser-Wilhelm-Straße“.
Künstler Laurenz Berges in seiner Ausstellung „Kaiser-Wilhelm-Straße“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Düsseldorfer Fotograf Laurenz Berges stellt derzeit Bilder aus, die er in Bruckhausen geschossen hat. Sie sind in Kaßlerfeld zu sehen.

Duisburg.. Laurenz Berges ist ein Fotograf, der sich für Orte interessiert. Die Kaiser-Wilhelm-Straße in Bruckhausen ist so ein Platz, der ihn gefesselt hat. Dieser Umgebung hat der Düsseldorfer eine Serie gewidmet, die er jetzt im Kunstverein am Weidenweg 10 in Kaßlerfeld ausstellt.

Der Putz an der Hauswand blättert bereits deutlich sichtbar ab. Die Klingelschilder gähnen förmlich vor Leere. Langsam arbeitet sich der Schatten vorwärts. Das Motiv, das Laurenz Berges in Bruckhausen gefunden hat, könnte überall auf der Welt sein – doch festgehalten hat er es hier an der Kaiser-Wilhelm-Straße.

Nicht exemplarisch für Duisburg

„Die Fotografien stehen nicht exemplarisch für Duisburg“, betont der Düsseldorfer, der zur zweiten Generation der Schüler des bekannten Fotokünstlers Bernd Becher zählt. Irgendwas hat Berges an dem Umfeld der Straße, die von Bruckhausen nach Marxloh führt, einfach fasziniert. „Man kann hier einen Verfall miterleben“, beschreibt der Künstler, der durch eine Serie über leer gezogene Kasernen der Roten Armee auf dem gebiet der ehemaligen DDR bekannt geworden ist.

Die Spuren der Vergänglichkeit sind auch in Bruckhausen allgegenwertig. Berges hat in verlassenen Häusern und Wohnungen fotografiert und dort Details festgehalten, die bei oberflächlicher Betrachtung leicht verloren gehen können. „Er zeigt Orte, an denen sich das Leben authentisch abgelagert hat“, beschreibt der 2. Vorsitzende des Kunstvereins Hartmut Hauschild, der den Werdegang des 48-Jährigen schon seit Jahren verfolgt.

Die Stille des Matenatunnels

Berges will Momente im Fluss der Zeit dokumentieren. Veränderungen im Stadtbild, Flair und Geschichte dem Betrachter nahe bringen. „Die Bilder sollen nicht zu erzählerisch sein. Interpretationsspielraum muss noch gelassen werden. Mein Ziel ist es nicht, journalistisch zu arbeiten“, sagt der Fotokünstler, der auch die Stille im denkmalgeschützten und mittlerweile gesperrten Matenatunnel eingefangen hat.

Schärfe und Klarheit der Bilder sind für Berges Arbeiten essenziell, deshalb präsentiert er seine 18 Werke am Weidenweg auf Fotoabzügen. „Das passt einfach. Bei Prints würde zu viel verloren gehen“, erklärt Herbert Gorba, der Vorsitzende des Kunstvereins. Die Ausstellung „Kaiser-Wilhelm-Straße“ bleibt bis Ende März am Weidenweg. Sie gehört auch zum Programm der Duisburger Akzente. „Dass beides terminlich zusammenfällt, war eher Zufall. Dem Akzente-Thema Heimat ist die Serie natürlich auf den Leib geschnitten“, erklärt Gorba.

Die Ausstellung ist freitags und samstags von 17.30 bis 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Termine nach telefonischer Absprache: 718 78 41.