Auf dem Rücken der Schwächsten

Dieter Lieske, Chef der Duisburger IG Metall, ist empört über den Fall an der Neuen Triton Schifsswerft in Meiderich. „Die rumänischen Arbeitnehmer sind die Schwächsten der Schwachen und kennen nicht einmal annähernd ihre Rechte in Deutschland oder unsere Sozialstandards.“ Die IG Metall werde kämpfen, bis sie ihren Lohn für die geleistete Arbeit bekommen, ob von ihrem rumänischen Arbeitgeber oder von der Triton-Werft.

„Die zweifelhafte Vergabe von Werkverträgen an Subunternehmer sind keine Einzelfälle. Sie treten bundesweit und branchenübergreifend auf“, sagt David Minert, Vize-Chef der DGB-Beratungsstelle Arbeit und Leben NRW. In diesen Beschäftigungsverhältnissen seien oft „erhebliche Defizite bei Arbeitsschutz und Arbeitszeit, Entlohnung und Unterkunft“ festzustellen. Eine „systematische Ausbeutung von Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa“ sei jedoch in der Metallindustrie noch nicht so gut dokumentiert wie etwa in der fleischverarbeitende Industrie. „Es würde mich aber nicht überraschen, wenn wir, gerade in Branchen, deren Bedarf an Arbeitskraft je nach Saison und Auftragslage stark schwankt, von solchen Fällen in Zukunft noch häufiger hören.“

Für Duisburg sind die Probleme rund um die Triton-Werft allerdings der erste gravierende Fall.