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Audi baut Logistikzentrum im Duisburger Hafen

20.11.2012 | 18:46 Uhr
Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ legt Audi in Duisburg vor Anker, der Ingolstädter Automobilhersteller richtet hier ein neues Logistikzentrum ein.Foto: Hans Blossey

Duisburg.  Duisburg wird Drehscheibe für den Auto-Export: Auf „Logport I“ reihen sich bereits die Fahrzeuge beim Automobil-Logistiker Harms aneinander, jetzt will Audi auf „Logport II“ 25 Millionen Euro in ein Logistikzentrum investieren - als Drehscheibe für Audis Exportgeschäft.

Die Duisburger Hafen AG hat einen dicken Fisch an Land gezogen. Und am liebsten hätte der Vorstandsvorsitzende Erich Staake den Fang bis zum 5. Dezember geheim gehalten. Erst dann sollte der Name des Automobilherstellers verkündet werden, im ganz großen Rahmen, nicht in Duisburg, sondern in Düsseldorf, gemeinsam mit den ansiedlungswilligen Firmenvertretern und den beiden NRW-Ministern Garrelt Duin (Wirtschaft) und Michael Groschek (Verkehr). Jetzt sickerte der Name doch noch vorab durch: Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ legt Audi in Duisburg vor Anker, der Ingolstädter Automobilhersteller richtet hier ein neues Logistikzentrum ein.

500 neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Die Ausschreibung hatte die Hafen AG bereits im Frühsommer gewonnen, danach behandelte Erich Staake das Thema stets äußerst sensibel, um die folgenden Vertragsabschlüsse nicht zu gefährden, wie er selbst erklärte. Duisport selbst hatte bereits bestätigt, dass dabei 25 Millionen Euro im Hafen investiert werden und 500 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Duisburg wird für Audi dann zu einer der Drehscheiben für das Exportgeschäft. Autoteile werden in Container gepackt und nach Übersee verschifft, unter anderem bis nach China, wo aus den Baugruppen komplette Autos entstehen sollen. Nachdem der Markt in Europa lahmt, werden die Wachstumschancen in Fernost und die dort ungebrochen rege Nachfrage nach Luxuswagen für die deutschen Hersteller immer wichtiger.

Audi will in China 300.000 Autos verkaufen

Nach Branchenberichten will Audi bis Ende dieses Jahres in China erstmals 300.000 Autos verkaufen, 2013 soll das zweite Werk im „Reich der Mitte“ in Betrieb gehen und eine neue Variante des A3 produzieren. Auch in Indien verfolgt Audi eine langfristige Wachstumsstrategie, der Konzern hat seinen Absatz im laufenden Jahr um mehr als die Hälfte gesteigert und produziert dort mit dem A4, A6 , Q5 und Q7 bereits vier Modelle.

Fotoreise durch den größten Binnenhafen...

Dass für das Auslandsgeschäft Autoteile einzeln exportiert oder sogar komplette Autos hierzulande zerlegt, verschifft und dann in den Zielländern wieder zusammengebaut werden, ist in der Branche üblich und begründet sich vor allem durch zollrechtliche Bestimmungen. Beim Import funktioniert das übrigens ähnlich.

Genauer Standort sorgt für Irritationen

Für Irritationen sorgt allerdings der genaue Standort für das 25 Millionen Euro teure Logistikzentrum, das nach dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ im Stadtteil Homberg gebaut werden soll. Von der Fläche am Rheinpreußenhafen hatte sich die Hafen AG allerdings bereits vor fast zwei Jahren verabschiedet, weil die Sanierung des alten Industrie-Areals trotz zugesagter Mittel aus dem Konjunkturpaket an einer „wirtschaftlich nicht kalkulierbaren Altlastensituation“ scheiterte, wie das Duisport damals mitteilte.

Daran wird sich wohl auch nichts ändern. Für das neue Auto-Logistikzentrum war bisher stets „Logport II“ im Duisburger Süden im Gespräch, das 35 Hektar große Gelände der ehemaligen MHD Metallhütte, das der Hafen 2006 übernommen und nach dem Rheinhauser Vorbild zum trimodalen Logistikpark ausgebaut hatte.

Ingo Blazejewski

Kommentare
21.11.2012
18:06
Stillheim an der Ruhr
von wohlzufrieden | #5

So etwas wäre in Mülheim an der Ruhr nicht möglich. Hier wäre sofort die Bürgerinitiative "Segelflugzeug-Geschädigte-Flughafenanwohner," Gesellschaft...
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Audi baut Logistikzentrum im Duisburger Hafen
Audi baut Logistikzentrum im Duisburger Hafen
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2012-11-20 18:46
Duisburg, Hafen, Logistik, Audi, Auto, Industrie, Wirtschaft
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