Auch Silvester lockt die Bühne des Duisburger Theaters

Was wir bereits wissen
Die Operetten-Diva Romana Noack singt auch Silvester im Theater – als Fürstin Palinska in Kálmáns „Zirkusprinzessin.

Duisburg.. Andere klagen über unmögliche Arbeitszeiten – Sopranistin Romana Noack freut sich darauf, heute auf der Bühne des Duisburger Theaters zu stehen: In Emmerich Kálmáns „Die Zirkusprinzessin“ verkörpert sie die Titelpartie. Eigentlich steht Romana Noack Silvester fast immer auf irgendeiner Bühne, denn an den meisten Theatern gibt es zum Jahresabschluss eine heitere Operette, und die Sopranistin gilt als Operetten-Diva. Genau seit 20 Jahren und zwei Wochen gehört Romana Noack heute zum Ensemble der Rheinoper, ihre erste Vorstellung sang sie am 16. Dezember 1994 in der Premiere von Paul Burkhards „Das Feuerwerk“. „Ich finde es super, wenn ich Silvester auftreten kann. Falls ich an einem solchen Abend frei habe, weiß ich nicht richtig, was ich mit mir anfangen soll.“

Vorstellungstage sind ganz auf den auf den abendlichen Auftritt ausgerichtet. Schon nach dem Aufwachen testet Romana Noack, in welcher Verfassung ihre Stimme ist. Nach dem Frühstück geht sie mit dem Klavierauszug noch einmal ihre Rolle durch, um sicher zu gehen, dass der Abend reibungslos über die Bühne geht. Am Nachmittag ist die Sopranistin dann schon als eine der ersten des Ensembles im Theater. Dort singt und stimmt sie sich für die Vorstellung ein.

Einfühlen in die Rolle

Dann geht es in die Maske: „Eine elegante Robe und eine schöne Frisur helfen mir sehr, in die Rolle zu finden. Wenn ich in der Operette eine Korsage trage, gehe ich mit einer ganz anderen Haltung auf die Bühne als im wirklichen Leben.“ Ganz wichtig für das Einfühlen in eine Rolle ist natürlich die Musik: „Durch die Komposition habe ich ein emotionales Grundgerüst für meine Rolle. Als Schauspielerin hätte ich das nicht!“

Vergleicht sich Romana Noack mit der Figur, die sie in der „Zirkusprinzessinn“ spielt, der Fürstin Fedora Palinska, so findet sie mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten: „Fedora ist stets fröhlich und selbstbewusst, sie weiß immer, wo es langgeht. Ich lasse mich im Leben lieber etwas treiben.“ Die Sängerin und die Fürstin teilen aber die Begeisterung für den Zirkus: „Ich bin als Kind schon dauernd in den Zirkus gegangen, weil meine Mutter ein echter Zirkus-Freak ist. Wenn wir heute gemeinsam in Urlaub fahren, gehen wir immer noch in jede Manege, die vor Ort ist, egal ob es Zirkus Krone oder ein kleiner Familienzirkus ist.“

Enge Bande zur DOR

Der Deutschen Oper am Rhein und Duisburg ist die Sängerin eng verbunden: „Die Rheinoper ist meine künstlerische Heimat. Ich habe vom Haus viele Möglichkeiten zum Gastieren erhalten, aber ich mag den Verbund im Ensemble.“ Heute wird nach dem Schlussapplaus natürlich gemeinsam gefeiert.

Die lange Vorbereitung

Anderthalb Stunden vor der Vorstellung geht es in die Maske, und die Verwandlung der Sängerin in die Gräfin Palinska, die „Zirkusprinzessin“, beginnt. Zuerst werden die Haar „geschneckelt“, also dicht an den Kopf gedreht, damit sie unter die Perücke passen und nicht rausrutschen, zusätzlich wird ein Netz darüber gezogen.

Dann greift Maskenbildnerin Nina Petrik-Langkopf zu Schwamm und Pinseln und in die Kosmetik-Tiegel. Die Gesichtshaut wird grundiert, die Augenpartie aufgehellt, „das macht offene frische Augen“, so Nina Petrik-Langkopf. Die Augen werden stark geschminkt, weil das Bühnenlicht viel schluckt und das Gesicht auch noch aus großer Entfernung frisch aussehen soll. Dann wird abgepudert, werden die Wimpern angeklebt und Rouge aufs ganze Gesicht aufgetragen. „Das wirkt weich und frisch.“ Schließlich sind die Lippen dran.

In Operetten wird viel gesprochen

Singend sind die Stimmen der Sänger laut genug, aber in der Operette wird viel gesprochen, mit Mikro müssen sich die Darsteller nicht so verkrampft anschreien. Schließlich wird die Perücke übergezogen und an einem Stirnband sowie an den Seiten mit Spezialkleber fixiert. Jetzt noch das elegante Kleid, dann schellt es zur Aufführung...

Romana Noacks Wunsch nicht nur für 2015: „Weitere traumschöne Rollen in Operetten von Lehár und Kálmán.“