Auch in Duisburg nehmen die Rettungseinsätze rapide zu

In Duisburg müssen Rettungs- und Notarztwagen immer häufiger ausrücken - auch manchmal für Lapalien.
In Duisburg müssen Rettungs- und Notarztwagen immer häufiger ausrücken - auch manchmal für Lapalien.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Immer häufiger wählen die Menschen den Notruf - obwohl der Ärztliche Notdienst besser helfen könnte. Früher war die Hemmschwelle höher, die 112 zu wählen.

Duisburg.. Wenn’s brennt, ist die Notrufnummer 112 unverzichtbar. Das gilt auch in anderen lebensgefährlichen Situationen. Aber immer häufiger greifen auch in Duisburg Menschen zu diesem Alarmruf, selbst wenn keine solche Notsituation vorliegt.

Das führt zu immer mehr Einsätzen für den Notarzt und den Rettungswagen (RTW), und das ist teuer. Für einen Krankentransport wird eine Gebühr von etwa 100 € fällig, der Einsatz eines Rettungswagens kostet um 340 € und beim Notarztwagen steigt die Summe auf 409 €.

Steigerung von etwa drei Prozent

„Wir haben bei den Notarzteinsätzen und RTW-Fahrten pro Jahr eine Steigerung von etwa drei Prozent“, sagt Dr. Frank Marx, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Stadt. „Früher war die Hemmschwelle höher, die 112 anzurufen.“

Aber auch der wachsende Anspruch der Menschen schlage sich in den zunehmenden Zahl von Notarzt- und Rettungswageneinsätzen nieder. Marx: „Wenn früher jemand sich den Arm gebrochen hat oder von schwerem Durchfall geplagt war, hat er oft einen Nachbarn gefragt, ob der ihn ins Krankenhaus oder zum Arzt bringen kann. Oder die Leute haben ein Taxi genommen. Heute wird in vielen solcher Fälle einfach die 112 angerufen.“

Oft kann man nicht helfen

Das Schlimme sei, bedauert Marx, dass man helfen wolle, es oft aber auch nicht können. „Wenn wir etwa zu jemanden gerufen werden, der hohes Fieber hat, weil er eine Lungenentzündung entwickelt. Der braucht ein Antibiotikum. Wir können aber keine Rezepte ausstellen. Also müssen wird die Leute ins Krankenhaus bringen.“

Solche Patienten seien weitaus besser bedient mit dem kassenärztlichen Notdienst, der unter der Telefonnummer 116 117 zu erreichen ist. Bei Erkrankungen, die eher eine kassenärztliche Versorgung erfordern, sollte dieser der Ansprechpartner sein.

Vier Praxen sollen auf eine reduziert werden

Das funktioniert laut Dr. Helmut Gudat, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung in Duisburg, bisher ganz gut. Noch, jedenfalls. Denn die Kasssenärztliche Vereinigung Nordrhein hat für den 11. Februar bindende Beschlüsse zur Notdienstreform auf der Agenda stehen. Unter anderem geht es dabei um die Zahl der Notdienstpraxen und der Fahrdienstbezirke. Laut Gudat und Marx stehen Pläne im Raum, die vier Praxen in Duisburg auf eine zu reduzieren, sowie die Bezirke neu und so zuzuschneiden, dass der Duisburger Fahrdienst auch für Mülheim, Oberhausen und den Kreis Wesel zuständig sein soll.

Gudat: „Ich hoffe, dass sich die Vernunft durchsetzen wird und es zu keiner Verschlechterung des kassenärztlichen Notdienstes in Duisburg kommt.“ Sollte das doch der Fall sein, befürchtet Marx, dass sich die Zahl der Rettungswagen und Notarzteinsätze noch mehr erhöht.