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Fastenzeit

Auch in Duisburg ist es Zeit, Verzicht zu üben

09.02.2016 | 19:02 Uhr
Auch in Duisburg ist es Zeit, Verzicht zu üben
In der Fastenzeit verzichten manche ganz bewusst auf bestimmte Konsumgüter wie Schokolade, Alkohol und Zigaretten.Foto: dpa

Duisburg.  Die Fastenzeit soll auf Ostern vorbereiten. Das Weglassen hilft aus kirchlicher Sicht, sich von Ballast frei zu machen. Mediziner raten von radikalem Fasten ab.

Am Aschermittwoch ist die närrische Zeit vorbei – die Fastenzeit fängt an. Bis Ostern heißt es Verzicht üben. „Es ist die österliche Bußzeit“, sagt Stadtdechant Bernhard Lücking. Die Zeit, sich auf das Osterfest vorzubereiten. „Es geht darum, innerlich den Glauben zu erneuern“, sagt er. Eine intensive Zeit. Die meisten verbinden damit direkt einen Verzicht auf Nahrungsmittel. Dabei können es auch Genussmittel anderer Art sein. Alkohol oder Zigaretten. Oder Aktivitäten, die das tägliche Leben bestimmen, wie zum Beispiel darauf zu achten, nicht mehr ins Internet zu gehen oder direkt die Glotze komplette ausgeschaltet zu lassen.

„Es geht um die Umkehr. Darum zu überprüfen, ob das Leben mit dem Evangelium im Einklang steht“, sagt Lücking. Durch das Weglassen, würden die wirklich wichtigen Sachen im Leben wieder in den Mittelpunkt rücken. „Verzicht zu üben, heißt frei zu werden“, sagt Lücking. „Auch frei zu werden für Gott.“ Sich täglich Zeit zu nehmen, um nachzudenken, kann auch zum Fasten dazugehören. „Sich mehr Zeit zu nehmen, keine Zeit zu vergeuden“, beschreibt der Geistliche. Aus dem Alltag herauszutreten.

Gewichtsverlust nur Nebeneffekt

Andere gehen das Thema weltlicher an: Weniger zu essen sei aus medizinischer Sicht durchaus zu begrüßen, weiß Prof. Stephan Petrasch von den Sana-Kliniken. Experimente an Ratten hätten das bestätigt. Eine Gruppe habe übermäßig Nahrung bekommen, die zweite eine durchschnittliche Menge und die dritte gerade soviel, wie sie zum Überleben brauchten. Die letzte Gruppe hat am längsten überlebt. Petrasch rät aber zu einer dauerhaften und ständigen Umstellung auf gesunde Ernährung. „Radikales Fasten kann gesundheitlich durchaus gefährlich werden“, sagt er.

Eine seiner Patientinnen habe sich zwei Monate nur von trockenem Brot ernährt. Das führte zu Problemen bei der Eiweißbildung. Der Deutsche isst durchschnittlich zwei Tafeln Schokolade in der Woche. „Lieber sollte man sechs Wochen darauf verzichten“, sagt Petrasch. „Allgemein sollte man alles weglassen, was künstlich aufbereitete Nahrungsmittel enthält. Weißmehl ist in Plätzchen und Kuchen drin.“

Wer Idealgewicht hat, dem würde er vom Fasten allerdings abraten. Zumindest wenn es um den Gewichtsverlust geht. Beim Heilfasten gehe es auch nicht nur darum, Pfunde zu verlieren. „Das ist ein positiver Nebeneffekt“, so Heilpraktikerin Elke Hermanick, die beispielsweise Fastenkurse anbietet. Die Entschlackung sei das Ziel, bis zu zwei Wochen seien gesundheitlich vertretbar.

Navid Moshgbar

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2016-02-09 19:02
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