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Auch Helfer geben 24 Stunden Gas

06.08.2012 | 09:00 Uhr

Duisburg. Sie gehen an ihre Grenzen und nicht selten darüber hinaus: Was die Fahrer beim 24-stündigen Mountainbike-Rennen leisten ist ein gewaltiger Kraftakt. Doch auch die Organisatoren und Helfer des Sportfestivals müssen ordentlich Gas geben, denn abseits der Strecke gibt es rund um die Uhr etwas zu tun. Das 24-Stunden-Rennen im Landschaftspark Nord – eine logistische Meisterleistung, nicht zuletzt dank einem eingespielten Team aus dem Schwabenland.

Samstagmorgen, elf Uhr. Noch zwei Stunden bis zum Startschuss für das große Rennen. Die Sonne brennt schon jetzt vom Himmel, auf der Strecke drehen ein paar Radfahrer ihre Trainingsrunden, hinter einem Athleten weht eine Staubwolke. An einem Metallgitter, das zur Streckenbegrenzung dient, bringen Armin Rudnick und Michael Baur ein schwarzes Plakat an. In großen Lettern steht der Name eines Sponsors darauf. „Dann sind wir soweit durch. Jetzt ist die Strecke bereit“, sagt Rudnick und läuft los in Richtung des Start- und Zielbereichs.

Achteinhalb Kilometer Fahrweg

Seit zwei Stunden sind der 46-Jährige und sein Kollege heute im Einsatz. Die beiden sind für die Streckensicherung zuständig – achteinhalb Kilometer Fahrweg müssen ausgeschildert und abgesichert werden. Mit einem schnellen Handgriff hebt Baur das weiße Flatterband, das die Rennstrecke begrenzt, Rudnick taucht darunter durch.

24 Stunden Rennen

Am Donnerstagmorgen waren sie nach einer siebenstündigen Fahrt in Duisburg angekommen. „Wir sind mit dem Lkw hochgefahren. Wir kommen alle aus der Ecke Alpstadt bei Tübingen“, erzählt Baur mit seinem unverkennbar schwäbischen Dialekt. „Wir“, das sind die gut 30 Mitarbeiter der Firma Skyder-Promotion, die das Rennspektakel zum nunmehr siebten Mal organisiert.

24 Stunden durchhalten

Im Start- und Zielbereich der Rennstrecke erwartet Rudnick und Baur eine beeindruckende Geräuschkulisse: Behelmte Fahrer laufen mit ihrem Rädern durcheinander, über riesige Lautsprecher verkündet ein Moderator die Startreihenfolge des Kinderrennens, eine Mutter wünscht ihrem Sprössling lauthals viel Erfolg. Unbeeindruckt marschieren die beiden Helfer zum Wohnwagen: die Schaltzentrale der Organisatoren.

Schnell besprechen sie sich mit zwei Kollegen, dann schwingt sich Baur auf ein Quad. Der 62-Jährige lässt den Motor aufjaulen, Rudnick setzt sich hinter ihn. Noch eine halbe Stunde bis zum Rennstart: Der letzte Kontrollgang beginnt. „Die Kunst ist nicht, die Strecke zu sichern“, erklärt Routinier Baur, der seit Jahren ehrenamtlich hilft. „Wichtig ist: Das ganze muss 24 Stunden halten.“

„Absteigen, bitte vorsichtig!“

8,5 Kilometer Rennstrecke, über Stock und Stein, Hügel und Treppen. Nur einmal halten Rudnick und Baur an, erneuern eine Absperrung. „Über Nacht haben einige Spaßvögel die Flatterbänder abgerissen“, stöhnt Rudnick. „Und jemand hat zwei Strohballen abgebrannt, die zur Sicherung dienen. Aber jetzt ist alles in Ordnung.“

24 Stunden-Rennen 2011

Ihre Bestätigung ist ausschlaggebend: Das Rennen kann beginnen. 13.05 Uhr – minimale Verspätung. Während sich die Mountainbiker in Position bringen, joggt Rudnick zur Wechselzone. Hier wird er die nächsten sechs Stunden bis zum Schichtende stehen und darauf achten, dass die Fahrer ihr Rad schieben. „Sonst kann es zu Unfällen kommen – das müssen wir vermeiden.“ Der Schweiß glänzt auf seiner Stirn, als die ersten Radler in die Zone einbiegen. „Absteigen, bitte vorsichtig!“, ruft Rudnick nachdrücklich. Viele Male wird er seinen Spruch noch aufsagen müssen, erbarmungslos, damit niemand zu Schaden kommt. Ob er nicht selbst einmal mitfahren wolle? Rudnick grinst. „In einem Achterteam, das würde mich schon reizen“, sagt er, überlegt, und dann: „Aber ich bin ja hier zum Helfen.“

Henrik Veldhoen

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Auch Helfer geben 24 Stunden Gas
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2012-08-06 09:00
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