Asyl-Unterkünfte: Stadt Duisburg will Traglufthallen aufstellen

Eine Traglufthalle für Flüchtlinge, wie hier in Berlin, soll in Duisburg auf einem Rheinhauser Fußballplatz  entstehen.
Eine Traglufthalle für Flüchtlinge, wie hier in Berlin, soll in Duisburg auf einem Rheinhauser Fußballplatz entstehen.
Foto: imago/Jürgen Heinrich
Was wir bereits wissen
Erste Lösung dieser Art soll auf einem nicht mehr genutzten Fußballplatz in Rheinhausen entstehen. Dort wollte ein Unternehmen eigentlich sein Firmengelände erweitern.

Duisburg.. Leerstehende Schulen, Turnhallen, Veranstaltungshallen, Container und zwei Zeltstädte, die nicht bezogen wurden: Wenn es um die Schaffung von Unterbringungsplätzen von Asylbewerbern geht, hat die Stadt Duisburg bereits auf nahezu alle Möglichkeiten zurückgegriffen. Jetzt kommt eine weitere Form hinzu: Auf einem Fußballplatz in Rheinhausen sollen Traglufthallen aufgestellt werden.

Hintergrund sind nach Angaben der Stadt die anhaltend hohen Zuweisungszahlen. Die städtischen Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge seien erschöpft. Zudem hat Duisburg bisher weniger Flüchtlinge aufgenommen als es der Verteilungsschlüssel für die Kommunen vorsieht. Das Aufnahmedefizit liegt derzeit bei rund 2100 Personen, hinzu kommen die laufenden Zuweisungen.

Bedingungen nicht besser als in einer Turnhalle

Jetzt sollen Flüchtlinge auch in Traglufthallen unterkommen. Die Bedingungen sind nicht besser als in einer Turnhalle: kein Tageslicht, keine Privatsphäre. Die Druckluft-Unterkünfte gibt es landauf, landab, ob in Düsseldorf oder Bayern, wo sich Anfang Januar das Zeltdach zusammenfaltete, als Bewohner gleichzeitig die Halle über sämtliche Notausgänge verließen.

Die erste dieser Hallen in Duisburg soll auf dem Rasenplatz an der Werthauser Straße entstehen, die Details will die Stadt den Bürgern am 1. März (19 Uhr, Willi-Fährmann-Realschule, Körnerplatz 2) mitteilen.

Interview Das Gelände gehört der Firma „Woma“, die dort eigentlich ihren Betrieb erweitern wollte. Doch sollen bis zum ersten Spatenstich für das Millionenprojekt noch mindestens zwei Jahre vergehen, einen Bebauungsplan gebe es noch nicht, erklärte Geschäftsführer Jochen Trautmann. Also vermietet Woma das gerade erst von der Stadt erworbene Areal wieder an die Stadt: „Wir schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Das Gelände würde ohnehin brach liegen, so könne man es sinnvoll nutzen, sagte Trautmann.

Vermietet habe man den Teil der Fläche, der heute noch ein Rasenfußballplatz ist. Auf das Gelände des Aschenplatzes in Richtung Brücke der Solidarität gelegen kämen keine Traglufthallen. „Das Areal hat die Woma-Konzernmutter Kärcher gekauft, um dort ein Zentrum unter anderem mit Präsentationsräumen zu bauen.“ Das komme deutlich vor der Woma-Erweiterung, sagte Trautmann.