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Asien im Hinterhof

26.12.2012 | 15:00 Uhr
Einer Kooperative für fairen Handel ist Malte-Andreas Heinz nicht angeschlossen, da er aber direkt beim Handwerker ordert, hat er Einfluss auf Qualität und Preis.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Malte-Andreas Heinz importiert Möbel, Buddhas oder Räucherstäbchen aus Indien, Indonesien und Thailand. Der Laden „Asiartis“, untergebracht in einer ehemaligen Lagerhalle im Duisburger Stadtteil Kaßlerfeld, gleicht einem asiatischen Basar. Ein schmaler Grat zwischen Kitsch und Kunst.

Im Hinterhof von Kaßlerfeld liegt Asien . Buddhas und Pferdestatuen begrüßen die Besucher, es riecht nach Räucherstäbchen. Der Laden „Asiartis“, untergebracht in einer ehemaligen Lagerhalle, gleicht einem asiatischen Basar. In den 90er Jahren hängte Malte-Andreas Heinz seinen Job als Bankkaufmann an den Nageln und reiste durch die Welt.

Nun importiert er Möbel und Handwerkliches aus Indien, Indonesien, Thailand oder Nordafrika. Dreimal im Jahr kommt neue Ladung per Schiff, dann und wann besucht er seine Händler auch selbst.

Mit Agenten auf Reisen

 „Hier kann man alles kaufen, nur meine Katze nicht“, sagt Heinz lächelnd. Aber sein Haustier hat sich ohnehin gerade in all dem Wirr-warr versteckt. Zwischen Kissen, Buddhas, antiken Spiegeln und windschiefen Schränken kann man schnell den Überblick verlieren.

„Ich bin viel gereist und habe mir angeschaut, wie die Stücke produziert werden“, erklärt der Duisburger, der sich in die Bedeutung der Symbole eingelesen hat und die Unterschiede zwischen indischer und südostasiatischer Kunst genau erklären kann.

Die Couch, auf der Malte Heinz sitzt, ist die ehemalige Truhe eines Maharadschas. Zu den meisten Möbelstücken gibt es eine GeschichtFoto: Tanja Pickartz

Vor Ort arbeitet er mit einheimischen Agenten zusammen. Die machen sich auf die Suche nach Handwerker. Wenn Heinz dann wieder auf Reise ist, besucht er die Werkstätten, teils in abgelegenen Dörfern. „Der Agent und ich, wir reden Englisch, dann übersetzt er in die Landessprache“, beschreibt er die Verhandlungen.

Einfluss auf Qualität und Preis

Einer Kooperative für fairen Handel ist er nicht angeschlossen, da er aber direkt beim Handwerker ordert, hat er Einfluss auf Qualität und Preis. Manchmal sind sie auch frühmorgens auf Märkten unterwegs, zu denen sich nie ein Tourist verirren würde. Gleichwohl: Zwischen Kitsch und Kunst ist manchmal nur ein schmaler Grat. So war bei einer Lieferung etwa ein Pappmaché-Teddy mit Nikolausmütze dabei. Heinz fand ihn knuffig, allerdings wollte ihn niemand haben.

Lagerverkauf

Die Gegenstände, die Malte-Andreas Heinz bei sich verkauft, stammen aus verschiedenen asiatischen Ländern. Sein Lagerverkauf in Kaßlerfeld hat montags bis freitags von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag kann man von 12 bis 16 Uhr stöbern. Einen Überblick gibt es im Netz unter www.asiartis.de.

Früher gingen die Geschäfte besser. Da hatten die Menschen mehr Geld im Portemonnaie und haben eher in außergewöhnliche Möbel investiert. Seine asiatisch anmutenden Pferdchen wurden beispielsweise von Teppichhändlern gekauft. Heutzutage vermietet er die Statuen manchmal als Interieur für Motto-Partys. Aber: „Wenn man ein Einzelstück kauft, dann kann man das auch mit Ikea-Möbeln kombinieren“, ist Heinz überzeugt. Zudem bietet er seine Waren über das Internet an.

Asien hin oder her: Ein bisschen weihnachtlich ist es auch in seinem Fachgeschäft. Die indischen Papierstern-Lampen sind allerdings zeitlos und machen sich das ganze Jahr gut.

Kunst aus Fernost

 

Fabienne Piepiora

Kommentare
28.12.2012
14:30
Asien im Hinterhof
von joestar | #1

Dann hoffe ich mal, dass die Zufahrt zum Hinterhof von den Schlaglöchern befreit wurde! Ansonsten droht Matsch-hopping!

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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/asien-im-hinterhof-id7415881.html
2012-12-26 15:00
Asien, Möbel, Buddha, Kunst, Symbole, fairer Handel,
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