Asbest-Alarm hält Rheinhausen in Atem

Die Folgen eines Lagerhallen-Brandes haben den Stadtteil Rheinhausen das ganze Wochenende über in einen Ausnahmezustand versetzt: Der in den Dachplatten enthaltene Giftstoff Asbest hat sich über den Ascheregen rund um den Brandherd an der Dieselstraße verteilt. Polizei und Feuerwehr hatten am Samstagmorgen nach dem Feuer in der Nacht das Gebiet im Radius von rund 500 Meter um die Halle abgesperrt. Betroffen war auch das stark frequentierte Einkaufszentrum Asterlagen und die Asterlager Straße als Hauptachse nach Rheinhausen. Die Geschäfte blieben geschlossen, rund um den Bereich bildeten sich Staus.

Die Feuerwehr errichtete an den Straßen Schleusen, spritzte rund 700 Fahrzeuge ab, damit diese den Asbest-Niederschlag nicht weiter ins Stadtgebiet tragen. 180 Kräfte waren im Einsatz, Löschfahrzeuge hatten zudem bis gestern rund drei Kilometer Straße und die dazugehörigen Bürgersteige mit Wasser gereinigt. Im Anschluss machte sich eine Spezialfirma ans Werk: 50 Mitarbeiter mit Schutzanzügen durchforsteten das kontaminierte Gelände, pflückten Handteller-große Aschereste vom Boden auf.

Eine Gefährdung durch das Einatmen über die Luft schloss die Stadt aus, warnte aber davor, Flächen selbst zu reinigen. Solange die Reinigungsmaßnahmen nicht beendet seien, sollen Anwohner ihre Schuhe vor Betreten der Wohnung sorgfältig reinigen.

25 Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten am Sonntag 340 Haushalte und 60 Gewerbebetriebe informiert, zusätzlich wurde ein Gefahren-Telefon ( 0800/1121313) geschaltet und die Stadt-Hotline ( 0203/94000) besetzt. Die Feuerwehr stellte gestern Nachmittag noch an der Ecke Asterlager/ Homberger Straße einen Container auf, wo sich auch heute wieder ab 8 Uhr Anwohner und Betriebe informieren können.

Wie der Krisenstab gestern mitteilte, könnte der betroffene Bereich nach Erkenntnissen der Fachfirma und des Umweltamtes vermutlich kleiner ausfallen als noch am Samstag angenommen. Entsprechend hatte sich die Spezialfirma gestern zunächst um den Hauptbelastungsbereich gekümmert, zu dem auch das Einkaufszentrum gehört. Die umliegenden Flächen sollen aber nochmals auf Brandrückstände kontrolliert werden.

Die Arbeiten gehen auch heute weiter, dabei stehen die privaten Grundstücke und Betriebe im Fokus. Die konkrete Reinigung will die Firma mit den Eigentümern und Bewohnern abstimmen, Betroffene werden gebeten, sich bei dem Info-Container vor Ort oder der Stadt-Hotline zu melden. Auf keinen Fall sollte die Reinigung in Eigenregie vorgenommen werden, warnt die Stadt