Anklage wirft Jugendlichen Mord vor

Ein grausiges Bild bot sich Polizisten am Morgen des 8. Dezember 2014 in einer Wohnung in Bruckhausen: Ein 53-jähriger Mann lag halb verwest in der Küche. Am Tag danach stand fest, dass er einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Die Spur führte zu zwei 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen, die sich ab heute vor der Jugendkammer des Landgerichts verantworten müssen. Angesichts des schlechten Zustandes der Leiche hatte die Polizei zunächst nicht gewusst, ob es sich bei dem Toten um den Wohnungsinhaber handelte. Am nächsten Tag war klar: Der Tote war der Bewohner der Wohnung, ein geschiedener und arbeitssuchender Mann.

Die Polizei hatte sich am 8. Dezember 2014 Zutritt zu der Wohnung verschafft, um einen Durchsuchungsbeschluss zu vollstrecken. Der Ermordete stand im Verdacht, etwas mit Kinderpornografie zu tun zu haben. Die Tat soll sich bereits am Abend des 13. November 2014 ereignet haben. Die Angeklagten sollen ihr Opfer, das sie zuvor kannten, geschlagen, getreten und ausgeraubt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mord heimtückisch und aus Habgier geschah. Ihre Beute, einen Plasmafernseher und ein Handy, sollen die Jugendlichen für 180 Euro verkauft haben. Für das Verfahren sind vier Verhandlungstage vorgesehen. Informationen aus dem Verfahren werden bis nach der Urteilsverkündung nicht in die Öffentlichkeit dringen.