Angeklagte: Drogen geschmuggelt, aber nicht gemordet

Was wir bereits wissen
Den Drogenschmuggel im großen Stil haben zwei Angeklagte vor dem Landgericht Duisburg zugegeben. Mit einem Mord wollen sie aber nichts zu tun haben.

Als die Polizei Anfang Dezember 2014 in die Wohnung eines jungen Ehepaares im Meiderich stürmte, den 25-jährigen Mann und seine zwei Jahre jüngere Ehefrau festnahm, hatte sie es nicht auf die Drogengeschäfte des Paares abgesehen. Die Eheleute standen vielmehr unter Mordverdacht. Vor dem Landgericht müssen sie sich derzeit allerdings nur wegen Betäubungsmittelverstößen verantworten.

Die Anklage wirft dem Paar unerlaubte Einfuhr und Handel mit Drogen vor. Zwischen Juni und dem 11. Dezember 2014 soll es bei mehreren Touren insgesamt rund 10 Kilo Marihuana aus den Niederlanden nach Duisburg geschmuggelt haben und hier mehrere Abnehmer versorgt haben. Außerdem betrieben die Eheleute in ihrer Wohnung eine kleine Haschisch-Plantage. Eine scharfe Pistole lag griffbereit in der Wohnung, was den Angeklagten auch noch den deutlich stärker mit Strafe bedrohten Vorwurf des Handeltreibens mit Waffen einbrachte.

Der Hauptlieferant des Duisburger Paares verschwand

Die Vorwürfe räumte das junge Paar in den vergangenen vier Verhandlungstagen weitgehend ein. Die Pistole will der Angeklagte allerdings erst besorgt haben, nachdem er von Unbekannten verprügelt worden war und der Hauptdrogenlieferant des Paares plötzlich verschwand.

Der 36-jährige Rauschgifthändler, bei dem die Angeklagten den größten Teil der von ihnen verkauften Drogen in den Niederlanden bezogen hatten, war am 17. November 2014 tot im Rhein-Herne-Kanal an der Schleuse Meiderich gefunden worden. Zahlreiche Verletzungen wiesen eindeutig darauf hin, dass der Mann umgebracht worden war. Die Angeklagten bestritten bislang stets, etwas mit dem Tod des 36-Jährigen zu tun gehabt zu haben.

Beweislage für Mord unzureichend

Der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft bislang nur die Drogendelikte angeklagt hat, lassen allerdings den Schluss zu, dass die Beweislage in Sachen Mord unzureichend ist. Ein Urteil wird für den 29. Juni erwartet.