Andere Demos: Weit über 1000 Teilnehmer

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Servi

Nicht nur vorm Stadttheater setzten zahlreiche Duisburger Bürger ein sicht- und hörbares Zeichen gegen die Pegida-Teilnehmer. So hatten sich bereits ab 17.30 Uhr weit mehr als 1000 Gegendemonstranten vor dem Ausgang des Hauptbahnhofs versammelt. Viele der Teilnehmer hatten selbst entworfene Plakate mitgebracht. Darauf standen Botschaften wie: „Gemeinsam für ein buntes und tolerantes Duisburg“, „Bunt statt Braun“, „Jugendzentrum Tempel hat keinen Platz für Rassismus“, „Ihr seid nicht das Volk“ oder „Kein Döner für Pegida“.

Am auffälligsten war ein aus Polyester gefertigtes Riesen-T-Shirt: Dieses hielten Sascha Ivan und seine Helfer von Tellavision – einem Modelabel, das sich für die Achtung der Menschenrechte einsetzt – in den eiskalten Duisburger Abendhimmel. Auf dem schneeweißen, etwa 5 x 6 Meter großen Exemplar war die Botschaft zu lesen: „No Pegida – Bildung statt Hetze“.

Gemeinsam mit vielen Parteikollegen hatte sich auch Grünen-Politiker Gerhard Schwemm den Pegida-Anhängern entgegengestellt. „Wichtig ist, dass die Bürger überall Präsenz gegen Pegida zeigen. Pegida ist hier nicht willkommen.“ Und mit einem Nachsatz schiebt er hinterher: „Wir wollen künftig nicht jeden Montag hierher kommen müssen.“

In der Eingangshalle des Hauptbahnhofs hatten Kräfte der Einsatzhundertschaften der Polizei Position bezogen, um die Teilnehmer voneinander zu trennen. Dort kam es zu kleineren Zwischenfällen zwischen Beamten und Gegendemo-Teilnehmern. Diese wollten einer Gruppe Rechtsextremer, die aus Dortmund angereist waren, den Weg versperren. Das gelang, so dass diese Gruppe auf anderem Wege zum Fernbusbahnhof geführt wurde, wo sich insgesamt knapp 400 Pegida-Anhänger versammelt hatten. Während des Fußmarsches durchs Dellviertel erhöhte sich die Zahl laut Polizei auf maximal 600.

Bis zu 80 Teilnehmer, darunter viele aus der Studentenszene, hatte nach Polizeiangaben die von der „Initiative gegen Duisburger Zustände“ organisierte friedliche Kundgebung gegen Pegida auf der Düsseldorfer Straße. „Durch Pegida wird deutlich, dass der Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft kommt“, so der Pressesprecher der Initiative. „Außerdem wollen wir zeigen, dass wir uns als antifaschistische Kundgebung auch gegen den Islamismus richten und den Pegida-Anhängern die Deutungshoheit über solche Themen nicht überlassen wollen.“

Schon gestern begann das Nachdenken bei den Pegida-Gegnern, was zu machen ist, wenn sich deren Kundgebungen wiederholen sollten. „Das sind Nazis in Nadelstreifen, die werden hier nicht Fuß fassen“, gab sich Innenminister Ralf Jäger recht gelassen. „Rechts liegenlassen“, empfahl der katholische Stadtdechant Bernhard Lücking.

Nach dem Ende der Demos war der Hauptbahnhof zeitweise gesperrt. Polizisten der Hundertschaft hatten Ketten vorm Haupteingang gebildet, um Pegida-Teilnehmern eine ungestörte Abreise in die Heimat zu ermöglichen. Aus Duisburg kam nämlich kaum einer von ihnen.