An den Schulen in Duisburg werden die Plätze knapp

Viele ehemalige städtische Schulgebäude, hier die ehemalige Grundschule Schulz-Knaudt-Straße in Hüttenheim, wurden entweder an private Träger veräußert oder werden nun anderweitig genutzt.
Viele ehemalige städtische Schulgebäude, hier die ehemalige Grundschule Schulz-Knaudt-Straße in Hüttenheim, wurden entweder an private Träger veräußert oder werden nun anderweitig genutzt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit der Zuwanderung steigt die Zahl der Kinder in der Stadt. Weil es in den Schulen eng wird, denkt die Stadt darüber nach, Schulschließungen zurück zu nehmen.

Duisburg.. Die Stadt muss in ihrer Schulentwicklungsplanung möglicherweise eine Rolle rückwärts machen. Weil eine zunehmende Zahl an Kindern aus Zuwandererfamilien die Duisburger Schulen besuchen, stoßen die Kapazitäten an Grenzen. „Wir werden eventuell Schulschließungen zurücknehmen müssen“, kündigte Thomas Krützberg, Dezernent für Bildung und Jugend, am Freitag in der Sitzung des Schulausschusses an.

Geeignete Immobilien werden knapp

„Die Zuwanderung wird anhalten, wir werden weiterhin Kinder integrieren müssen“, begründete der Beigeordnete die Überlegungen. Deshalb werde es in den nächsten Monaten eine intensive Diskussion darüber geben, ob bereits beschlossene und auch vollzogene Aufgaben von Schulstandorten eventuell revidiert werden müssen. Ziel bleibe dabei aber die Integration der jungen Migranten in das bestehende System. „Wir werden keine Zuwandererschulen machen“, betont Thomas Krützberg.

Erweiterungen etwa bei Grundschulen müssten sich am jeweiligen Sozialraum orientieren, erklärte Ralph Kalveram, Leiters des Amtes für schulische Bildung. Wo die Maßgabe „Kurze Beine – Kurze Wege“ gilt, müsse „über Erweiterungen im Bestand nachgedacht werden“, so der Amtsleiter. Gemeint sind damit wohl Container-Lösungen.

Derartige kurzfristige Lösungen werden wohl unumgänglich sein. Denn längst stelle sich auch die Frage der Verfügbarkeit von Gebäuden, erinnert das Immobilienmanagement. Es gehe nicht nur um Schüler, „sondern um die Unterbringung von Flüchtlingen insgesamt.“

Zahlreiche Gebäude sind mittlerweile anderweitig vermarktet, an Privatschulen veräußert oder werden bereits als Unterkünfte genutzt oder hergerichtet. Jüngstes Beispiel dafür ist die Schule in Neuenkamp, die zur Unterkunft für Flüchtlinge umgebaut wird.

Die Entwicklung der Zahlen belegt ein Bericht zur „aktuellen Situation des Schulbesuchs für zugewanderte Kinder und Jugendliche“, den das Schulamt dem Ausschuss nun vorlegte. Demnach besuchten zum Beginn des Schuljahres im vergangenen August 496 sogenannte „Seiteneinsteiger“ die Schule – Kinder und Jugendliche, die sich ohne Sprachkenntnisse in der „Erstförderung“ befanden. Bis zum 1. März dieses Jahres stieg ihre Zahl um 102 auf 598 Mädchen und Jungen. Aktuell werden sie in 50 Grundschul-Klassen und weiteren 52 Klassen an weiterführenden Schulen gefördert.

Nicht mitgezählt sind dabei weitere 145 Kinder, die ohne Deutschkenntnisse zum 1. August in der ersten Klasse eingeschult wurden. Einen Platz für jedes Kind könne nur „durch die stetige Erweiterung der Angebote“ sichergestellt werden, so die Schulverwaltung.