Altes Hack, Schimmel-Gurken: Wallraff zeigt Großküchen-Ekel

Hygiene ist in Großküchen wichtig. Nicht überall wird sie eingehalten.
Hygiene ist in Großküchen wichtig. Nicht überall wird sie eingehalten.
Foto: Imago (Symbolfoto)
Was wir bereits wissen
Abgelaufenes Hackfleisch, verschimmelte Gurken: Das "Team Wallraff" hat mehrere Großküchen unter die Lupe genommen und Ekelhaftes zutage gebracht.

Duisburg.. RTL-Enthüllungsreporter Günter Wallraff erhebt Vorwürfe gegen das Duisburger Unternehmen Diversa. In der Großküche, die täglich 600 Essen für Kindergärten und Grundschulen zubereitet, sollen Speisen zubereitet worden sein, ohne sie zu kochen. Das zeigte das "Team Wallraff" in der Sendung am Montagabend (hier können Sie die Sendung ansehen).

Lebensmittel-Skandal Eine Reporterin, die sich undercover als Praktikantin in das Unternehmen einschleuste, erfuhr, wie dort aus Wasser, Tomatenpulver, Chilipulver, Dosengemüse und Soja-Hack "Chili sin Carne" hergestellt wird - komplett ohne das Essen zu erhitzen. Erst kurz vor der Ausgabe in der Schule seien die Speisen erhitzt worden. Von RTL auf die mit versteckter Kamera gedrehten Aufnahmen angesprochen, äußert sich Diversa nur schriftlich: Man verwende einen "Mix" aus frischer Ware und Convenience-Produkten. "Der größte Teil des Essens wird bei uns gekocht."

Schimmel abschneiden, Rest weiterverarbeiten

In anderen Großküchen stießen die Reporter auf noch größere Missstände: Bei der Firma Vitesca in Wuppertal fand eine eingeschleuste Mitarbeiterin schimmelige Gurken. Als sie ihren Vorarbeiter darauf ansprach, wies der sie an, die schimmligen Stellen abzuschneiden, den Rest aber weiterzuverarbeiten.

Sie entdeckte Bio-Hackfleisch, das seit neun Monaten abgelaufen war und dennoch zu Chili con Carne verarbeitet werden sollte. Damit begehe das Unternehmen eine Straftat, erklärte ein Anwalt für Lebensmittelrecht auf Nachfrage von RTL.

Zudem wurden Speisen nach dem Kochen nicht lange genug gekühlt, um Keimbildung sicher ausschließen zu können.

Nährboden für Keime in der Großküche

Mensa-Boykott In einer Küche der Marseille Kliniken erlebte eine Wallraff-Mitarbeiterin, wie Speisen, die aus dem Speisesaal zurückkamen, ungekühlt in der warmen Küche gelagert wurden. Ein Nährboden für Keime, wie ein Lebensmittelkontrolleur gegenüber RTL erklärte. Lebensmitteltechniker untersuchten Proben, die die Reporterin in der Küche genommen hatte, und entdeckten Darmkeime und Schimmelbefall.

Wallraff selbst gab sich als Inhaber eines Catering-Unternehmens aus und fragte bei Lebensmittelgroßhändlern nach, wo er Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, zu günstigeren Preisen bekommen könne. Er erfuhr, dass spezielle Listen gibt, auf denen solche Waren zu Schnäppchenpreisen angeboten werden. (dor)