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Alt-OB Krings: Asien lächelt anders

19.10.2007 | 22:10 Uhr
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Wer nach China reise, müsse sich auch psychisch vorbereiten. Er habe keine Betrunkenen gesehen.Dezernenten unterschätzten Bedeutung der Präsentation in Wuhan. Janicki: Ich lag krank im Bett

In großer Runde präsentierten sich gestern Dezernenten und Politiker im Saal "Wuhan" im Rathaus. Die Vorfälle während der Dienstreise in Sachen Kultur und Städtepartrnerschaft sollten aufgearbeitet werden. In der Verwaltungsspitze ist man bestürzt. Nicht wegen des Verhaltens einiger Chinareisenden, vielmehr die Berichterstattung sorgt für Entsetzen bei Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Alt-Oberbürgermeister Josef Krings übernahm als Teilnehmer eine vermittelnde Rolle, bei der er die Bedeutung der 25-jährigen Partnerschaft und den hervorragenden Auftritt der Philharmoniker herausstrich. Man könnte bei der Berichterstattung den Eindruck gewinnen, eine saufende Horde sei unterwegs gewesen. Er habe keine Betrunkenen gesehen. Doch an Kritik sparte auch der Alt OB nicht. Er empfand es als unglücklich, dass bei der Präsentation des Entwicklungskonzeptes von Wuhan keine Führungsmannschaft anwesend war. Man durfte es durchaus als Appell verstehen, als Krings feststellte: "Asien lächelt anders, für eine Reise muss es eine informative und psychische Vorbereitung geben."

Als traurig beschrieb Kulturdezernent Karl Janssen seinen Gemütszustand. Die Präsentation durch die Stadt Wuhan sei ein optionaler Termin gewesen, der erst am Vorabend im Bus bekannt wurde. "Hätten wir gewusst, welchen Stellenwert sie hat, hätte ich mich anders verhalten." So habe er um neun Uhr einen anderen Termin wahrgenommen. Bürgermeisterin Doris Janicki, die versichert, ansonsten an allen Terminen teilgenommen zu haben, blieb bei ihrer Darstellung, an dem Vormittag krank mit Schüttelfrost im Bett gelegen zu haben. Ein Mitreisender schrieb der WAZ, dass er beide morgens gegen 9.30 Uhr beim Frühstück gesehen habe.

Kämmerer Dr. Peter Langner steht auch heute dazu, sich für ein anderes Programm entschieden zu haben. Er habe sich auf die Reise vorbereitet, sei mit Neugier nach China gereist, wollte die Lebensumstände der Menschen mitbekommen und 'mal Leute sehen. Dazu habe sich der freie Vormittag angeboten.

Rechtsdezernent Wolfgang Rabe, der auch Mitgeschäftsführer der Innenhafengesellschaft ist, bedauerte die geringe Teilnahme. Er habe zur gleichen Zeit Kontakte vertieft bei einem Gespräch mit dem Vizepräsidenten einer Anwaltskanzlei. OB Sauerlands abschließendes Fazit klang fast wie ein Hilferuf: "Wir sind eine Stadt der Bildung, der Kultur und Begegnung."

Von Klaus Johann

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