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Alt? Jung? Auf jeden Fall ist Ungelsheim grün!

15.05.2011 | 10:00 Uhr
Alt? Jung? Auf jeden Fall ist Ungelsheim grün!
Christel Hübscher überzeugte WAZ-Redakteur Willi Mohrs von den Vorzügen „ihres“ Stadtteils. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Duisburgs Stadtteile IV

Duisburg.Ältester Stadtteil? Jüngster Stadtteil? Das ist wohl Ansichtssache. Unstrittig ist: Ungelsheim ist einer der grünsten Stadtteile Duisburgs. Was noch feststeht: Am 14. September 1959 beschloss der Stadtrat die Gründung Ungelsheims.

Eine weitere Tatsache: 51,6 Jahre alt ist der durchschnittliche Ungelsheimer, älter als jeder andere Durchschnittsstadtteileinwohner in Duisburg. Woran liegt das? Ziehen keine jungen Leute nach oder bleiben die älteren, weil’s sie sich so wohl fühlen? „Mir gefällt an Ungelsheim prinzipiell alles.“ So klar und deutlich sagt’s Christel Hübscher. 1956 zog sie nach Ungelsheim, wo seit 1953 fleißig gebaut wurde.

Das Bauprojekt war eng verbunden mit einem Namen: Karl Harzig, 1952 bis 1964 Arbeitsdirektor der damaligen Mannesmann-Hüttenwerke (heute HKM). Die Hütte brauchte Mitarbeiter, die Mitarbeiter ein Heim – im schwer kriegszerstörten Duisburg wuchs ein neuer Stadtteil heran.

Der Stadtteil
Ungelsheim in 60 Sekunden

Ungelsheim gehört zum Stadtbezirk Süd und hat nach amtlichen Angaben 3037 Einwohner. Davon sind 1617 weiblichen und 1420 männlichen Geschlechts. Der Ausländeranteil liegt bei 3,1 Prozent.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Flurbezeichnung Ungensham im Jahre 1193. Richtig los ging es mit der Besiedlung ab 1953, als unter der Devise „Licht, Luft, Sonne und Grünflächen“ ein neuer Stadtteil entstand, der zunächst Namen trug wie „Ungelsheimsiedlung“ oder „Mannesmannstadt“. 1965 wohnten in Ungelsheim 6410 Menschen, es gab Gaststätten und ein Kino. Ungelsheim-Initiator Karl Harzig (1903-1970) war nicht nur Arbeitsdirektor, sondern auch SPD-Ratsherr (1948-1961) und Landtagsabgeordneter (1950-1954).

„Drei Zimmer, Kochküche, mit Bad und fließendem Wasser“ beschreibt Christel Hübscher den Traum in Trümmerzeiten. Zweigeschossig mit Satteldach waren die ersten Miethausreihen, später gab’s ein Geschoss mehr. Mittendrin entstanden Geschäfte aller Art, sogar der gänzlich neuen: Die Selbstbedienung revolutionierte den Einzelhandel.

Geschäfte finden sich nach wie vor rund um die Stadtteilmitte, rund um den Karl-Harzig-Park, wenn auch nicht mehr in der Vielfalt der Anfangszeit. Der Wochenmarkt, erfahre ich, sei sehr gut besucht. Apotheke, Pizzeria, Schreibwaren, Modegeschäft, Drogeriemarkt finden sich bilden das Geschäftszentrum, mehr als in manch anderem Stadtteil. Mustergültig mittendrin: das Büro der Immobiliengesellschaft Rheinwohnungsbau als Anlaufpunkt der Mieter in allen Fragen.

Duisburgs Stadtteile III

„Schön grün“, sagt Christel Hübscher, sei ganz Ungelsheim. Und „luftig“. Und „ruhig“. Ich kann nur zustimmen. Blütenduft umweht uns, Vogelgezwitscher ist das Lauteste, Am Finkenacker heißt die Straße zutreffend. Auf der Fahrbahn zu gehen, ist ungefährlich, vollgeparkt sind die Straßen allenfalls abends.

„Montanunion-Häuser“ bekomme ich zu sehen, Einfamilienhäuser, wo unter anderem Mitglieder des Hüttenvorstands wohnten. Großzügige Domizile, durchaus auch villenähnlich, umgeben ganz Ungelsheim.

Duisburgs Stadtteile I

Wir biegen ab in die Clausthaler Straße, Eigenheime auf der einen Seite, viergeschossige Mehrfamilienhäuser auf der anderen, großzügige Rasenflächen dazwischen, Ruhe überall. „natürlich ist hier kein pulsierendes Leben“, lacht Christel Hübscher. Dafür aber zwei ansehnliche Kleingartenanlagen. Und überall Ein- und Mehrfamilienhäuser, denen anzusehen ist, dass die Eigentümer sich drum kümmern, Geld investieren.

Spezial
Serien über Duisburg(er)

Hier finden Sie die Serien der Lokalredaktionen in der Übersicht, zum Beispiel alle Stadtteilreports und alle Folgen von Duisburgs Top Ten.

Eine evangelische und eine katholische Kirche finden sich in Ungelsheim, eine neu-apostolische steht allerdings leer. zwei Buslinien verbinden Ungelsheim mit dem Rest der Welt, und wer nach den Eisheiligen herkommt, verspricht meine Stadtteil-Experten, erlebt ein neues, ein aufblühendes Ungelsheim, wenn an den Hunderten von Balkonen im ganzen Stadtteil frische Blumenpracht Bewohner wie Besucher erfreut.

„Es wäre schon wünschenswert, wenn wieder mehr Leute herziehen würden“, meint Christel Hübscher. Doch leerstehende Wohnungen sind mir nicht aufgefallen. Nur Baustellen für neue Häuser am Angerbach – Ungelsheim wird – zumindest an dieser Stelle – wieder ein bisschen jünger.

Bilder aus 112 Jahren Stadtgeschichte in...
Duisburgs Stadtteile II

Willi Mohrs

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Kommentare
15.05.2011
19:23
Alt? Jung? Auf jeden Fall ist Ungelsheim grün!
von bernspock | #2

Ungelsheim ist tatsächlich ein liebenswerter Stadtteil. Aber das gerade für ältere Leute Wichtigste fehlt: ein Lebensmittelgeschäft.

15.05.2011
12:56
Alt? Jung? Auf jeden Fall ist Ungelsheim grün!
von GutesGewissen | #1

Ungelsheim wurde ab 1952 gebaut! Meine Eltern haben nicht auf der Wiese campiert!

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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