Alt-Homberg – Der Stadtteil im Grünen
20.08.2010 | 17:27 Uhr 2010-08-20T17:27:00+0200
Duisburg.„Homberg – die Stadt im Grünen“ steht in großen Lettern an der Rheinfront. Serdar Bozkurt, mein Führer durch Alt-Homberg (im Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl), hält sich an die Vorgabe: Wir starten in seinem Garten und beenden die Erkundung in der Rheinpreußen-Siedlung.
„Bestimmt zehn Jahre gesucht“ hat er, Mitglied im WAZ-Leserbeirat, um sein Haus in „seinem“ Stadtteil zu finden. Sowohl grün als auch zentral wohnt er, wenige Schritte entfernt von der Augustastraße, Alt-Hombergs Einkaufsmeile. Diese weist noch ein paar Laden-Leerstände auf, aber nach Bozkurts Einschätzung hat der heimische Handel die Krise gemeistert.
Auf ein (noch) etwas ungewöhnliches Straßenschild werde ich hingewiesen: „Fakir-Baykurt-Platz“, benannt nach einem türkischen Lehrer und Schriftsteller, der von 1979 bis 1999 in Homberg lebte und in seinen Romanen ein positives Duisburg-Bild verbreitete. Rund ein Fünftel der Einwohner Alt-Hombergs hat ausländische Wurzeln, es gibt türkische Cafés, arabische Lebensmittelläden und unmittelbar im Zentrum eine Moschee, deren Mitglieder laut Bozkurt regen Anteil nehmen an den Festen und Veranstaltungen im Stadtteil: „In- und Ausländer leben hier miteinander.“
Alt-Homberg gehört zum Stadtbezirk Homberg/Ruhrort/Baerl, der einzige rheinübergreifende Bezirk in Duisburg. Alt-Homberg zählt nach amtlichen Angaben 14?859 Einwohner, davon sind 7695 weiblich und 7164 männlich. Der Anteil der Ausländer beträgt 1196, das sind rund acht Prozent der Alt-Homberger.
Zum ersten Mal erwähnt wurde Homberg zusammen mit Essenberg in den Güterverzeichnissen der Abtei Werden im 9. Jahrhundert. Bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts war Homberg vor allem auch Bergbaustadt. Im Jahr 1907 vereinigten sich Homberg, Hochheide und Essenberg zu einer Gemeinde, die im Jahr 1921 Stadtrechte erhielt. Homberg kam am 1. Januar 1975 im Zuge der kommunalen Neuordnung zu Duisburg.
Apotheken gibt’s etliche in Alt-Homberg, diverse Ärztehäuser, aber auch die Sorge der Bürger, dass einige ältere Mediziner ohne Nachfolger bleiben.
Weiter geht’s in Richtung Rathaus und Marktplatz, auf dem zweimal wöchentlich die Händler ihre Stände aufbauen, ansonsten aber eher Ruhe herrscht. Rundum dominiert die nüchterne Architektur der 60er und 70er Jahre. „Das müsste etwas freundlicher werden“, meint Bozkurt und steht mit seiner Einschätzung keineswegs allein: Pläne, Rathaus und Umgebung aufzumöbeln, lebendiger zu machen, werden seit Jahren diskutiert.
Aus dem früheren „Hotel Restaurant Erholung“, Anfang letzten Jahrhunderts in entsprechend selbstbewusstem Stil errichteter Sitz der altehrwürdigen „Gesellschaft Sozietät“, später umgetauft in „Gesellschaft Erholung“ ist längst das Kultur- und Freizeitzentrum Homberg, kurz KFZ genannt geworden. Die Volkshochschule ist hinter der kaiserzeitlichen Fassade tätig, ebenso der Freundeskreis Historisches Homberg. Im Erdgeschoss ist mit der „Bürgerstube“ nach wie vor Gastlichkeit an gesagt.
Der Bürgerstolz einer „Sozietät“ spiegelt sich auch in den Pracht-Fassaden an der nahen Wilhelmstraße. Leerstehende Wohnungen? Fehlanzeige. Bozkurt: „Die Leute, die hier wohnen, haben Geld.“ Und das nicht erst seit gestern, verrät die Architektur.
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Ins Homberger Krankenhaus, erfahre ich weiter, wird ordentlich investiert, Schulen aller Form gebe es vor Ort, durch neue Nutzungen alter Industrieflächen, strebe Homberg planerisch stärker an den Rhein.
Hier finden Sie die Serien der Lokalredaktionen in der Übersicht, zum Beispiel alle Stadtteilreports und alle Folgen von Duisburgs Top Ten.
Vom Rhein zu Rheinpreußen. Durch einen etwas ungepflegten Park geht’s in die gleichnamige Siedlung , erbaut für Beschäftigten der gleichnamigen Zeche, eine der großen an Rhein und Ruhr, ab Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz Haniel im schwierigen linksrheinischen Untergrund mit viel Wasser und viel Sand abgeteuft. Wer so etwas wagt und letztlich schafft, kann Selbstbewusstsein demonstrieren. Die Haniels machten es durch Zechenarchitektur, von der heute noch einige Gebäude inmitten eines modernen Gewerbeparks stehen, darunter ein Malakow-Turm .
Der seltsame Name hat mit einer russischen Festung vor Sewastopol zu tun, die im Krimkrieg von 1853 bis 1856 eine Rolle spielte – aber das nur nebenbei.
Für die wachsende Schar der Rheinpreußen-Beschäftigten musste Wohnraum geschaffen werden, die Homberger Siedlung zeugt davon noch heute. Und zwar, weil sich ihre Bewohner zur rechten Zeit gegen den schon begonnenen Abriss gewehrt haben. Das Ergebnis: „Eine wunderschöne Ecke“, so Bozkurt. Unter hohen Bäumen, in großen Gärten gepflegte Häuser in kombinierter Putz-Backstein-Optik mit Fensterläden wie zur Zeit der Erbauung. „Einer hilft hier dem anderen“, lobt Bozkurt das Innenleben der Siedlung, in der heute Menschen aus 20 Nationen leben: „Wenn hier gefeiert wird, bin ich immer dabei.“

11:29
gibt es Essenberg überhaut noch,
16:07
Homberg ist ein Dorf, welches immer mehr ausstirbt.
Homberg „Hochheide“ ist eine Pendlerstadt. Bevölkert von einfachen Arbeitnehmern und Harz4 Empfängern, von den ganzen Rentnern und Emigranten mal abgesehen.
Die Ansässigen Wohlfahrtsverbände haben den Startteil als Altensitz erkannt, wie sonst ließe sich der Neubau eines Altenheim und den Ausbau der Weisen Riesen ( als Altenstätte ) erklären.
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/26-Mieter-und-zwei-Legenden-id3717518.html
14:09
Ein recht schönender Artikel, der jedoch einen guten Effekt bewirkt: ein reges Interesse vieler Mitbürger, sich über ihren Stadtteil und darin Gutes oder Schäbiges auszulassen. Das Bürgerforum, das sich auf Initiative der Stadt Duisburg mit den Zuständen und Änderungsmöglichkeiten dieses Bezirks und diesen Stadtteil Duisburgs beschäftigt hat, brachte ebenfalls intensive Diskussionen und achtbare Ergebnisse, die in einen Stadtentwicklungsplan einfließen sollen. Je mehr die Bürger dieses Stadtteils sich an der Aufgabe, hier etwas positiv zu verändern, beteiligen, so eher kommen wir dem Bild näher, dass der Autor des Berichtes (oben) zu beschreiben versuchte. Jedoch muss noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen bis sich die Bewohner dazu bewegen und entschließen negative Zustände in Homberg zu verändern.
10:21
Anscheinend sind der Autor und sein Führer bei der Stadtteilbegehung nicht auf die Dauer-alkoholisierten Mitbürger im Park getroffen, die scheinbar nix besseres zu tun haben, als ihre kläffenden Köter anzuschreien.
Ist ein netter Lärmpegel, der da produziert wird.
Scheint die Polizei nicht zu jucken, schade aber auch.
Die Händler auf der Einkaufsstraße haben die Krise überstanden?Äh ja...
07:27
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07:27
Was sollte sich denn ändern für Alt Homberg?
Das die Augusta platt ist seit ihr doch selber schuld!
Ich hab ein Auto und fahre zum Einkaufen halt woanders hin.Finde ich zwar blöd aber ich bedanke mich beim Filz aus dem Homberger Rathaus!
@33 Zugezogener? Ich finde es beachtlich wieviele ihr Maul aufmachen in Alt Homberg und an allem kritisieren......zieht doch bitte alle weg....nach Hochheide.....in den Hochhäusern ist noch Platz...........
Hoch lebe die WAZ und ihre Willkür (Editieren von Beiträgen ohne Einverständnis des Verfassers).
18:05
hab noch was vergessen: die kleinen Inseln usw. am besten so komfortabel gestalten, dass an 365 Tagen rund um die Uhr RANDALE ist.
18:02
Ob Althomberg oder Alt-Homberg (mit Bindestrich) ist eh egal, denn es ändert sich doch in dem Stadtteil nichts - oder ?