Als Botschafter für Duisburg in die USA

Was wir bereits wissen
Franziska Böhme und Nils Menßen packen die Koffer. Als Stipendiaten des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms des Bundestages verbringen sie ein Jahr in den USA.

Duisburg.. Die E-Mail hat Franziska Böhme in der Schule erreicht, auf dem Smartphone. „Ich bin total in Tränen ausgebrochen, weil ich mich so gefreut habe.“ Absenderin war die Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas (SPD). Sie teilte der 15-Jährigen mit, dass sie als Stipendiatin für das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm (PPP) des Bundestages ausgewählt wurde. In anderthalb Monaten reist Franziska für ein Jahr in die USA, für sie erfüllt sich damit ein Traum. Nils Menßen (15) ist der zweite PPP-Stipendiat aus Duisburg, der im August nach Amerika fliegt, sein Pate ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir.

Für ihre Stipendien haben die beiden Gymnasiasten ein umfangreiches Auswahlverfahren hinter sich: ein mehrseitiges Motivationsschreiben sowie ein Wochenende in Dinslaken mit Politik- und Englischtest. Unter den besten Kandidaten mussten anschließend die Abgeordneten auswählen, je einen Stipendiaten für ihren Wahlkreis.

Wahlkampf in der USA erleben

Jetzt können die beiden Schüler ihren Abflug kaum erwarten. „Das wird eine einzigartige Erfahrung“, ist sich Nils sicher. Sein Auslandsaufenthalt werde eine spannende Zeit, auch weil er den amerikanischen Wahlkampf miterlebt. Er wird von Duissern nach Phoenix, Arizona, in eine kinderreiche Familie kommen und will sich an US-Sportarten probieren. Auch Franziska aus Wanheim verspricht sich viel von dem Jahr in den USA – sie lebt dann an den Großen Seen und hofft auf eine Großstadt, vielleicht Chicago. „Ich muss dort auf eigenen Beinen stehen und möchte ein bisschen erwachsener werden.“

Als Botschafter Vorurteile abbauen

Das ist auch vom Programm so gewünscht, Telefonate in die Heimat sind nur etwa alle drei Wochen vorgesehen. „Die Bewerber sollen selbst mit Konflikten klarkommen“, sagt Bärbel Bas. Trotzdem haben die beiden Sozialdemokraten einen kurzen Draht zu ihren Stipendiaten, sind jederzeit ansprechbar. „Ihr Mut ist bewundernswert“, sagt Mahmut Özdemir; weder er noch Bas haben sich als 15-Jährige getraut, ein Jahr ins Ausland zu gehen.

Nils und Franziska sollen zudem Botschafter für die deutsche Kultur und für Duisburg sein. Denn PPP soll Vorurteile abbauen. „Ich werde nicht im Dirndl aus dem Flugzeug steigen und hoffe, dass erwartet auch niemand“, sagt Franziska. Derweil setzen sich Bas und Özdemir für den Erhalt des Programms ein. Trotz steigender Bewerberzahlen hat der US-Kongress die Finanzierung halbiert. Helfen könnten aber deutsche Gastfamilien, die amerikanische Jugendliche aufnehmen wollen – auch in Duisburg.

Bis zum 11. September bewerben für das nächste Jahr

Für das 33. Austauschjahr 2016/2017 des Parlamentarische Partnerschaftsprogramms (PPP) läuft die Bewerbungsphase noch bis zum 11. September 2015.

Deutsche Gastfamilien, die über das Partnerschaftsprogramm einen US-Jugendlichen aufnehmen, müssen nicht Englisch sprechen.

Weitere Informationen unter: www.bundestag.de/ppp