Alltours-Chef Verhuven muss nach Vorfall an Straßensperre vor Gericht
29.08.2012 | 11:29 Uhr 2012-08-29T11:29:00+0200
Duisburg. Alltours-Chef Willi Verhuven, der an einer Straßensperre am Innenhafen einen Polizisten angefahren haben soll, muss am 17. Oktober vor Gericht. Das Amtsgericht Duisburg hat die Klage wegen Widerstands und fahrlässiger Körperverletzung zugelassen. Im Gegenzug will Verhuven nun den Beamten verklagen.
Das Duisburger Amtsgericht hat die Anklage gegen Alltours-Chef Willi Verhuven zugelassen und einen Termin für die Hauptverhandlung festgelegt. Am 17. Oktober, 9.30 Uhr, soll sich der Unternehmer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und fahrlässiger Körperverletzung in einem Strafverfahren vor Gericht verantworten.
Im Sitzungssaal 88 des Duisburger Amtsgerichtes will die Justiz dann den genauen Ablauf des Vorfalls am 21. März 2012 ans Licht bringen - es gibt nämlich verschiedene Versionen der Geschehnisse an der Straßensperre Schifferstraße. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Während eines Warnstreiks soll Verhuven mit seinem Mercedes 350 SL einen Motorrad-Polizisten angefahren haben , der am Innenhafen im Einsatz war und eine Gewerkschafts-Demo absicherte. „Er soll hierbei mit Schrittgeschwindigkeit bewusst auf den vor seinem Pkw stehenden Beamten zugefahren sein, wobei dieser auf die Motorhaube des Fahrzeuges fiel und anschließend seitlich von der Motorhaube rutschte“, heißt es in der Mitteilung, die das Amtsgericht am Mittwochmorgen veröffentlichte.
Zehn Zeugen und ein Sachverständiger sind geladen
Der Polizist wurde dabei am linken Knie verletzt und musste wegen eines Blutergusses (Hämatom) behandelt werden. 14 Tage war er deswegen krank geschrieben. Nach dem Vorfall, den mehrere Zeugen beobachtet hatten , soll Verhuven weiter gefahren sein, seinen Wagen auf dem Firmenparkplatz abgestellt und mit der Arbeit begonnen haben. Da die Polizei zunächst auch wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelte, musste Willi Verhuven seinen Führerschein abgeben, erhielt ihn dann aber später wieder . Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft diesen Vorwurf fallen gelassen. „Und ich bin zuversichtlich, dass wir die verbliebenen Vorwürfe gegen meinen Mandanten auch noch entkräften können“, erklärte Verhuvens Verteidiger Björn Gercke.
Nach dem Rekordgewinn im Jahr 2011 gibt es beim Duisburger Reiseveranstalter Alltours auch 2012 gute Nachrichten: Die Buchungszahlen lägen "deutlich über unseren Plänen", sagte Alltours-Geschäftsführer Willi Verhuven in einem Interview. Die Preise seien trotz Krise nicht gesunken.
„Es sind zehn Zeugen und ein Sachverständiger geladen“, sagte Dr. Rolf Rausch, der Sprecher des Amtsgerichtes. Herr Verhuven könne sich als Angeklagter am Verhandlungstag nicht allein durch seine Anwälte vertreten lassen, sondern müsse persönlich anwesend sein, so Rausch. Der in der Anklageschrift formulierte Vorwurf der Nötigung wurde indes fallen gelassen. Er sei im Tatvorwurf des Widerstandes eines Vollstreckungsbeamten quasi inbegriffen.
Willi Verhuven will Polizisten wegen Sachbeschädigung verklagen
Der Alltours-Chef sieht diese ganze Anlegenheit anders: Verhuven gab zunächst zu Protokoll, dass der Polizist auf das Auto gesprungen sei, als Verhuven wenden wollte. Stattdessen habe der Beamte mutwillig den Scheibenwischer zerstört und auf das Auto eingeschlagen . Danach sei der Alltours-Chef ausgestiegen und habe den Polizisten gefragt, ob ihm etwas passiert sei. Er sei nicht geflohen. Der Unternehmer will darüberhinaus eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen den Polizisten stellen, der den Mercedes beschädigt haben soll, bestätigte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft.
Aus Sicht des Verteidigers Gerkens habe der Polizeibeamte widersprüchliche Aussagen zum Tathergang gemacht. Zudem gebe es sich widersprechende Zeugenaussagen. Gercke rechne daher mit einem Freispruch. "Dieser Fall ist aber unabhängig zu betrachten und hat keinerlei Bedeutung für die Hauptverhandlung gegen Herrn Verhuven", stellt Amtsgerichts-Sprecher Rausch klar.

15:23
interessant wieviele "untertanen" hier unterwegs sind...
wenn ein polizist den auftrag bekommt eine strasse zu sichern kann ihm sch...egal sein wer da an ihm vorbei will, denn laut seinem auftrag kommt KEINER vorbei, nicht der arbeitslose, nicht der arbeitende und auch keine krawattentraeger.
dazu kommt dass eine demo hierzulande kein spontaner akt ist, der termin steht lange vorher fest, die bevoelkerung kann sich ueber zeitung oder internet darueber informieren und im voraus mal nen tag mit bus & bahn, fahrrad oder taxi einplanen.
wenn die "eingebaute vorfahrt" des "leistungstraegers" in der realitaet nicht funktioniert und an einem polizisten scheitert dann darf man sich halt nicht wundern wenn man vor gericht landet, vor allem wenn man auch noch jemanden verletzt.
und dass man nun die arbeit des polizisten hinterfragt nur weil es sich um einen unternehmer handelt kann wirklich nur der denke eines wahren "untertanen" entspringen.
buckelt mal schoen weiter...
10:38
da bin ich gespannt wie das ausgeht...er wird wohl drohen die Arbeitsplätze nach Bulgarien oder Rumänien zu verlegen....wobei der Kommentar #17 interessant ist, der nach altem "Gutsherrndenken" des19.Jahrunderts geschrieben ist.....freundlichst klaus h
23:02
Es war schon in früheren Zeiten so, dass besondere Menschen sich besondere Rechte herausgenommen haben. Da wurden die Bauernkinder, die nicht schnell genug von der Straße waren, auch über den Haufen gefahren. Und keinen hat es gekümmert. Herr Alltours befindet sich auf diesem Niveau. Fragen Sie seine Mitarbeiter, was für ein Choleriker er ist. Schaun wir mal, was unsere so unabhängige Justiz entscheidet. Nicht das Herr Alltours noch mit Wegfall von Arbeitsplätzen droht. Ich für meinen Teil brauche keinen Alltours!
19:29
Recht lustige Kommentare hier zu lesen. Vor allen die Artikel von Rheinhauser | #16, ewigermahner | #17 und babilon#20 haben mir vor Lachen die Tränen in die Augen getrieben...
Schönste Ironie in reinkultur. Herrlich.
13:52
Ich denke da war mal wieder ein Polizist,ohne jegliches Fingerspitzengefühl,der sich provilieren wollte im Einsatz.Ein normaler Polizist hätte ihn die 30 Meter zu seiner
Fiirma fahren lassen und wäre nicht auf die Kühlerhaube gesprungen.
12:03
Mediale Vorverurteilung ist nie richtig. Der Weg zur Arbeit ist immer wichtig. Aber das Nichtbefolgen von Zeichen und Weisungen eines Polizisten ist nach der StVO IMMER falsch genau wie das Anfahren eines Menschen nach dem Strafgesetzbuch.
Ich persönlich bin schon verwundert, dass so ein Fahrer nach kürzester Zeit seinen Führerschein wieder bekommen hat und ich bin davon überzeugt, dasss Hinz und Kunz den nicht so schnell zurückbekommen hätten. Aber das ist wirklich nur meine ganz persönliche Meinung auf der Grundlage der Presseartikel.
08:40
Irgendwie habe ich hier das Gefühl, dass einige bei dem Vorfall dabei waren, weil sie sich ein Urteil darüber erlauben können.
Wartet den Prozess ab, dann wissen wir alle mehr. Vorverurteilen - wen auch immer - bringt gar nichts.
08:10
Das ist mal wieder die übliche "Menschenjagd auf Unschuldige". Herr Verhuven wollte zur Arbeit, so wie jeder anständige Mensch. Und was passiert ? Statt die sinnlos Streikenden nach Hause zu schicken, beschädigt der Polizist den schwer erarbeiteten Mercedes des tüchtigen Unternehmers. Das wär ja noch nichts ungewöhnliches, das kennen wir alle. Auch die frei erfundenen Vorwürfe gegen den unschuldigen Unternehmer verwundern nicht. Den tüchtigen Mann aber jetzt noch vor Gericht zu bringen ist schon ganz schön traurig.
das ist ein Kommentar nach Gutsherrndenken des 19.Jahrhunderts.....
07:58
Das klingt in den Argumentationen hier so, als wenn Herr Verhuven gar nicht angehalten hätte und den Polizisten ohne zu stoppen umgefahren hätte?!
War das so?
Oder hat der Polizist sich vor das stehende Auto gestellt um Herrn Verhuven nicht zu seiner Firma zu lassen?
Sicherlich muss man den Anweisungen des Polizisten folgen und das was Herr Verhuven gemacht hat will ich auch nicht als richtig darstellen, aber ich kann Herrn Verhuven verstehen!
Wer bestimmt denn den Auftrag des Polizisten?
Das muss hinterfragt werden, denn wenn ich als Chef in meine Firma will und nur weil ein paar Leute nicht arbeiten wollen, kann doch nicht der Betrieb von der Polizei geschlossen werden?! Herrn Verhuven hätte also die Polizei rufen müssen, damit diese den öffentlichen Weg frei macht und die Demonstranten entfernt.
18:07
Bei vielen Kommentatoren hat man das Gefühl, dass die StVO frei nach Gutdünken und Geldbeutel und sei es nur von Wichtigtuern ausgelegt werden kann. Wenn ein Polizist Halt gebietet, dann hat jeder Verkehrsteilnehmer zu halten, egal ob er es einsieht oder nicht. Wer dabei noch meint, er wäre ein ausgesuchter Verkehrsteilnehmer, weil er angeblich ein VIP ist oder viele Arbeitsplätze schafft und viel Steuern zahlt, dann geht das eben schief.
Ich hoffe, dass diese Argumente bei Gericht nicht ziehen.