Alles Wissenswerte rund um den Duisburger Rosenmontagszug

Zum Duisburger Rosenmontagszug werden am 16. Februar wieder Zehntausende Narren in der City erwartet.
Zum Duisburger Rosenmontagszug werden am 16. Februar wieder Zehntausende Narren in der City erwartet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Streckenverlauf des Rosenmontagszuges in Duisburg von Neudorf bis in den Innenhafen hat sich bewährt. Der Opernplatz ist wieder der „Hot Spot“.

Duisburg.. Wer die Organisatoren des Duisburger Rosenmontagszuges nach ihren Wünschen für den bevorstehenden Umzug fragt, der erhält zwei Antworten. Erstens: schönes Wetter! Und zweitens: eine ähnlich friedlich-harmonische Atmosphäre am Rande der Strecke, wie sie schon im Vorjahr herrschte und allesamt hellauf begeisterte. An diesem Montag, 16. Februar, werden wieder Zehntausende Narren in der City erwartet, wenn sich die Kolonne der Kamellewerfer ab 13.11 Uhr vom Startareal in Neudorf auf ihren etwa vier Kilometer langen Weg in Richtung Zielpunkt Innenhafen macht.

Die Strecke

Der Streckenverlauf wird inzwischen von den Karnevalisten, aber auch von ihrem Narrenvolk heiß und innig geliebt. Der Wegfall des Schlenkers über die Friedrich-Wilhelm-Straße und den Dellplatz schmerzte zwar manchen Narren aus dem Dellviertel, doch mit dem König-Heinrich-Platz unmittelbar vor dem Stadttheater ist ein echter „Hot Spot“ hinzugekommen. Allein dort drängen sich seit der Streckenänderung Jahr für Jahr Tausende Mitschunkelnde am Straßenrand. Und genau dort wird der Hauptausschuss Duisburger Karneval (HDK) auch wieder seine Tribüne errichten. Von dieser lässt sich der Blick auf den vorbeirauschenden Jeckenstrom aus erhöhter Position besonders gut genießen. „Wir haben auch noch einige Restkarten dafür“, sagt Michael Jansen (40), seit 2011 der Präsident des HDK.

Die Zugteilnehmer

Der Rosenmontagszug besteht diesmal aus 35 Wagen, 24 Musikgruppen und 68 Fußgruppen. „Wir erwarten ungefähr 1800 Teilnehmer“, sagt Janine Eylander. Die 28-Jährige fungiert interimsmäßig als Zugleiterin (siehe unten), weil ihr Vorgänger Thomas Erlacher in dieser Session 2014/15 als Karnevalsprinz Thomas I. das Narrenvolk regiert. Zwei Motivwagen gibt’s zu bestaunen. Die Wagenbauer aus Neudorf und Homberg haben ganze Arbeit geleistet. Das Aufzugsgebiet liegt in Neudorf rund um Memel- und Grabenstraße. „Bis 12 Uhr müssen alle Teilnehmer da sein. Mitarbeiter des Ordnungsamtes prüfen dann die Fahrzeuge“, sagt Hansjürgen Küppers (60), der Geschäftsführer des HDK. Aus Sicherheitsgründen müssen an jedem Fahrzeug pro Achse zwei Ordner mitlaufen. Daher werden 300 Ordnungskräfte benötigt.

Die Kamelle

„Wir wollen 70 Tonnen unter die Leute bringen – mindestens“, kündigt HDK-Präsident Jansen an. Das Wurfmaterial sei im Laufe der vergangenen Jahre deutlich hochwertiger geworden, verdeutlicht er. Die üblichen Kamelle seien nicht mehr der Standard, der mit vollen Händen auf die Helau-Rufenden herunterprasselt. Stattdessen landen immer mehr Schokoriegel, Bälle oder Blumensträuße in den fangbereiten Händen. Wichtig: „Es darf nichts geworfen werden, wenn der Zug mal zum Stehen gekommen ist“, verdeutlicht Jansen. Das sei zu gefährlich, da in diesen Momenten zu viele Jecken in Richtung der Fahrzeuge drängen würden. Die Kamellewerfer müssen jedoch unterwegs stets genau haushalten, sollen die Vorräte doch auch bis zum letzten Teilstück auf dem Philosophenweg im Innenhafen reichen. „Wenn etwas übrig bleibt, verschenken wir unsere Reste an Kinderheime“, so Geschäftsführer Küppers.

Der Prinzenwagen

Der Höhepunkt jedes Rosenmontagszuges ist stets die rollende Audienz des Karnevalsprinzen, die er seinem Narrenvolk gewährt. Und wie all seine Vorgänger wird auch Thomas I. auf dem Prinzenwagen am Schluss des Zuges den Duisburgern ein tausendfaches „Helau!“ entgegenschmettern. Hinter ihm läuft auf besonderen Wunsch des Prinzen die befreundete Musikgruppe Kyburg Geischter aus dem schweizerischen Winterthur. Sie sollen dem Prinzen und allen Narren ordentlich den Marsch blasen.

Die Interims-Zugleiterin im Duisburger Karneval

Ihre karnevalistische Heimat ist die Narrenzunft Homberg, mit dem närrischen Bazillus wurde sie von ihrer Familie schon in frühester Kindheit infiziert und nun hat sie erstmals ein offizielles Amt inne – und gleich ein enorm wichtiges: Janine Eylander fungiert in dieser Session als Leiterin des Duisburger Rosenmontagszuges. Damit steht die 28-Jährige, die in Neuenkamp lebt und im Berufsalltag als Steuerfachangestellte in Großenbaum arbeitet, an der Spitze des 13-köpfigen Zugleitungsgremiums.

Diese Aufgabe übernimmt Eylander jedoch interimsmäßig. Denn ihr Vorgänger Thomas Erlacher, der die letzten zehn Rosenmontagszüge in verantwortlicher Position organisiert hatte, steht nur in diesem Jahr für diese bedeutende Aufgabe nicht zur Verfügung. Als Karnevalsprinz Thomas I. hat er am nächsten Dienstag seinen letzten öffentlichen Auftritt als Duisburgs oberste Tollität. Es ist sicher, dass Erlacher nach dem Ende seine Prinzen-Amtszeit wieder seinen alten Posten als Zugleiter übernehmen wird.

Eylander wird am Rosenmontag an der Spitze des Zuges unterwegs sein – und zwar zu Fuß. Sie war und ist die wichtigste Ansprechpartnerin bei der Planung des Zuges. Dazu gehörten etwa zahlreiche Gespräche mit der Polizei, dem Ordnungsamt oder dem THW. „Ich muss aber auch den Kontakt zu allen Verein halten“, sagt sie. Allein im HDK sind derzeit 31 Karnevalsgesellschaften vertreten.

Und wie ist die Stimmungslage so kurz vor dem Sessions-Höhepunkt? Da lacht Eylander. „Ich bin schon etwas aufgeregt.“ Nach kurzem Innehalten fügt sie hinzu: „Und ich bin froh, wenn der Rosenmontagszug geschafft ist und alles reibungslos über die Bühne gegangen ist.“

Die anderen Umzüge in Duisburg

Nicht nur an Rosenmontag ist ganz Duisburg jeck. Bereits am Samstag, 14. Februar, und am Sonntag, 15. Februar, ziehen die Narren in verschiedenen Stadtteilen mit ihren Wagen und musizierenden Fußgruppen durch die Straßen und werfen mit Kamelle.

Von Homberg bis nach Moers

Zum großen Umzug mit 45 Wagen und 20 Fußgruppen laden am Nelkensamstag die Narren aus Homberg und Moers ein. Los geht’s um 13.11 Uhr auf der Ottostraße in Homberg. Von dort ziehen die Jecken zum Moerser Rathaus, wo in diesem Jahr erstmalig eine Tribüne aufgebaut ist. Erwartet werden wieder Zehntausende Zuschauer. Wer einen guten Platz haben und viele Kamelle fangen möchte, sollte daher früh vor Ort sein.

Kinderkarneval in Wehofen

Ebenfalls am Samstag kommen in Wehofen die Kleinen ganz groß raus: Um 15.11 Uhr startet dort der Kinderkarnevalsumzug mit gut einem Dutzend geschmückter Mottowagen und zahlreichen Fußgruppen und Marschkapellen. In den vergangenen Jahren kamen etwa 8000 Besucher an den Straßenrand. Die Jecken hoffen, diese Zahl auch dieses Mal zu erreichen.

Ein Dorf im Ausnahmezustand

Ab 14.11 Uhr am Sonntag steht Serm Kopf: Etwa 400 Teilnehmer wollen auf acht geschmückten Mottowagen und zu Fuß für Stimmung sorgen. Die Jecken hoffen auf bis zu 10 000 jubelnde Karnevalfans am Straßenrand. „Aber natürlich muss das Wetter mitspielen“, sagt Hans Eck, Ehrenvorstandsmitglied der KG Südstern. Nach der Tour durch das Dorf wollen die Jecken im Partyzelt auf dem Sermer Festplatz weiter feiern. Dort treten dann zahlreiche Truppen auf und sorgen bis zum Abend mit Musik und Tanz für Stimmung.

Jeck in Hamborn und Marxloh

Das närrische Aufgebot in Hamborn kann sich auch sehen lassen: Etwa 24 Wagen, fünf Kapellen und 24 Fußtruppen haben sich zum Kinderkarnevalsumzug vom Rathaus bis ins Herz Marxlohs angekündigt. Los geht’s am Sonntag um 14.11 Uhr. Bei gutem Wetter könnten Zehntausende dabei sein.