Alleinerziehende Mutter (22) schmuggelt zehn Kilo Marihuana

Zehn Kilogramm Marihuana stellte die Polizei bei einer 22-jährigen Frau in einer Sporttasche sicher.
Zehn Kilogramm Marihuana stellte die Polizei bei einer 22-jährigen Frau in einer Sporttasche sicher.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Landgericht Duisburg hat ein Paar wegen Drogenschmuggels zu Haftstrafen verurteilt. Die 22-Jährige wird ihren kleinen Sohn lange nicht sehen.

Duisburg.. Ein Kiosk in Ruhrort, den ein Brüder-Paar betrieb, soll im Jahr 2014 Dreh- und Angelpunkt eines schwunghaften Drogenhandels gewesen sein. Voraussichtlich im Herbst wird sich das Duo deshalb verantworten müssen. Ein Zulieferer und eine junge Drogenkurierin, beide aus Weeze, wurden bereits jetzt vom Landgericht Duisburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ein 57-Jähriger hatte gestanden, an zwei Lieferungen beteiligt gewesen zu sein. Zunächst hatte der Mann, in der Szene unter dem Spitznamen „Onkel“ bekannt, im November 2014 zehn Kilo Marihuana in den Niederlanden abgeholt und in einer Sporttasche im Kofferraum eines Auto über die Grenze transportiert. Anfang Dezember hatte er dann eine 22-Jährige dazu angestiftet, ihr eigenes Auto für eine Kurierfahrt mit zehn Kilo Drogen im Kofferraum zu benutzen.

Verfahren für eine dritte Tat eingestellt

Eine dritte Tat, bei der die Beweislage ziemlich dürftig aussah, wurde kurzerhand eingestellt. Am Ende wurde der 57-Jährige wegen unerlaubter Einfuhr und Handeltreibens mit Rauschgift sowie Anstiftung zur illegalen Einfuhr zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht blieb damit in der Mitte einer zuvor getroffenen Verständigung, die dem Angeklagten für den Fall eines Geständnisses eine relativ gemäßigte Strafe zugesichert hatte.

Eine solche Verständigung war auch in dem bei der gleichen Strafkammer parallel laufenden Verfahren gegen die 22-Jährige getroffen worden. Die Frau hatte sich von „Onkel“, einem der wenigen Bekannten, den sie in ihrer neuen niederrheinischen Heimat hatte, zu der Kurierfahrt anstiften lassen. Sie habe darin eine gute Chance gesehen, 1000 bis 1500 Euro zu verdienen, so die verschuldete alleinerziehende Mutter.

Mutter muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis

Die bislang unbescholtene Frau war bei ihrer ersten Kurierfahrt nicht einmal mehr dazu gekommen, die Sporttasche mit den zehn Kilo Marihuana an dem Kiosk abzuliefern. Die Polizei, die das kriminelle Treiben bereits seit einiger Zeit beoachtete, die Mobiltelefone aller Beteiligter abhörte, griff zu.

Bei der Strafe blieb das Gericht am unteren Rahmen dessen, worauf man sich zuvor verständigt hatte. Ihren kleinen Sohn wird die Frau aber längere Zeit nicht mehr sehen: Sie muss für drei Jahre und drei Monate hinter Gitter.