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Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums

18.07.2011 | 13:00 Uhr
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
Peter Hoppe (l.) führt WAZ-Redakteur Willi Mohrs durch Aldenrade. Foto: Udo Milbret

Duisburg. Ganz schön was los: Auf dem Friedrich-Ebert-Platz drängen sich die parkenden Autos, über die Friedrich-Ebert-Straße rauscht der Verkehr, und auf dem Kometenplatz ist Markt. Aldenrade ist das pulsierende Herz Walsums.

„Die Walsumer kaufen gerne in ihrem Stadtteil ein“, klärt mich Peter Hoppe auf, der seit fast 30 Jahren als Optiker für klaren Blick in Aldenrade sorgt. Das Angebot ist entsprechend: Diverse Banken säumen die Geschäftsstraßen, der Buchhändler vergrößert sich gerade (immer ein gutes Zeichen), Fachgeschäfte sichern ein vielfältiges Angebot – und Kaufland ist zum Glücksfall geworden nach dem „Aus“ für die kleineren Karstadt-Häuser im Lande.

Der Neubau mit seiner markanten Fassade setzt einen Kontrapunkt zu den kleinen Ständen der vielen Markthändler, die zweimal die Woche den Kometenplatz mit Leben füllen.

Leerstand? Ein Einzelfall, der Hoppe ärgert: das frühere Schuhhaus am Ebert-Platz, seit Jahren ungenutzt wie auch die Obergeschosse. Mietinteresse sei durchaus vorhanden, klagt der Optiker und Fast-Nachbar.

Eine Ecke weiter geht das geschäftige Treiben unvermittelt ins ruhige Grüne über, über Hildegard-Bienen- und Franzstraße kommen wir in eine kleine, sehr gepflegte Grünanlage, die einmal als „Platz der Erinnerung“ vorgesehen war. Doch die politische Mehrheit wollte lieber am Bezirksamt an die Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern.

Am Grünen Ring entsteht gerade ein Mehr-Generationen-Haus, daneben findet sich ein entsprechender Spielplatz mit Klettergerät und Rollator-Parcours – ideal für Großeltern und Kinder. Wenige Schritte weiter lockt der Driesenbusch, ein unerwartet großes Waldgebiet, mit gut erschlossener Natur – „unsere grüne Lunge“, sagt Hoppe. Und Puffer zur Industrie, die Walsum geprägt habe: Thyssen, Bergbau, Papierproduktion.

Doch zurück ins Zentrum. „Der Kern ist in vier Tortenstücke geteilt“, erläutert Hoppe die Auswirkungen der stark befahrenen Verkehrsachsen B 8 und Dr. Hans-Böckler-Straße. Nun soll die Bundesstraße schmaler werden, die Politik ist uneins: Die einen erwarten Verkehrsberuhigung, die anderen Verkehrs-Chaos.

Zahlen und Fakten
Aldenrade in 60 Sekunden

Aldenrade gehört zum Stadtbezirk Walsum und hat nach Angaben der städtischen Statistiker 13 853 Einwohner. Davon sind 7196 weiblichen und 6657 männlichen Geschlechts. Der Ausländeranteil liegt bei 8,8 Prozent.
Die erste schriftliche Erwähnung der Ortschaft „Aldenroda“ stammt aus dem Jahr 980. Im Jahr 1490 wird laut Wikipedia Johann Ingen Lohe Herr auf Haus Loh im Driesenbusch.
Nachhaltig und bis heute geprägt wird Aldenrade wie alle Teile der bis 1975 selbstständigen Stadt Walsum (Kreis Dinslaken) von der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, vor allem vom Bergbau. Die heutige Bebauung Aldenrades ist überwiegend nach 1945 entstanden, nach schweren Schäden durch den Bombenkrieg

Über den Kometenplatz, umgeben von 60er- oder 70er-Jahre-Architektur, kommen wir in die Jupiter-Siedlung, auch sie zeigt viel Waschbeton. Die Straßen sind nach Himmelskörpern von Meteor über Mars bis Mond benannt, viele Wohnungen wurden in den vergangenen Jahren renoviert und altengerecht umgebaut. „Die Wohnungsgrößen sind sehr attraktiv.“ Und die Wege ins Zentrum sehr kurz. Dort wiederum finden sich viele Ärzte und medizinische Dienstleister, die Aldenrade viele Besucher aus dem Umland bescheren – zumal, lobt Hoppe, die Straßenbahnverbindung nach Duisburg-Mitte wie nach Dinslaken gut sind.

Ein reges Vereinsleben zeichnet Aldenrade aus, an Gaststätten ist kein Mangel und Wohngebiete gibt es für fast jeden Geschmack. Etwa an der ruhigen Schillerstraße mit ihren prächtigen Alleebäumen. Dichter und Denker lieben es offenbar schattig, auch die Kant- und Goethestraße weisen viel Grün auf und eine Mischung von älteren und weniger alten, meist aber repräsentativen Wohnhäusern.

Spezial
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Nachkriegseinfamilienhäuser säumen die Ludgerusstraße. Grün, ruhig die Hooverstraße. Überall saubere Vorgärten, akkurat gestutzte Hecken. Klare Ansage: Wer hier wohnt, wohnt hier gerne.

Bunt gemischt ist das gastronomische Angebot. Man sieht deutsche, italienische, griechische und asiatische Gaststätten, die Liste ließe sich munter fortsetzen. Auch die klassische Eckkneipe findet sich noch mehrfach. Von einem „sehr intensiven Vereinsleben“ berichtet Hoppe, von Rollhockey bis Judo reicht das sportliche Spektrum, vom Damenhandball bis Herrenfußball. Über 130 Vereine und Firmen aus allen Branchen bilden die Leistungsgemeinschaft Walsum, die sich auch um Ausbildungsplätze kümmert, Händler und Gastronomen bilden eine Werbegemeinschaft.

Willi Mohrs



Kommentare
21.05.2012
08:56
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
von sabbes | #8

Ich bin in Walsum groß geworden und lebe - nach acht Jahren woanders - wieder hier. Und das sehr gerne. Man ist nah an der Stadt und doch schnell im grünen. Man kann alles "um die Ecke" einkaufen, oder schnell mal in eines der anderen Zentren fahren. Es gibt viele grüne Ecken und trotz kommunaler Pleite sieht man doch immer neue Entwicklungen, die schäbige Ecken wieder schöner machen. Mich ärgert die Mecker-Mentalität vieler Leute. Klar, wo viele Menschen leben gibt es auch viele Probleme. Ich finde jedoch, in Walsum halten die sich in Grenzen. Wenn ich von Stadtmitte mit der Bahn nach Hause fahre, dann vertiefe ich mich am liebsten in ein Buch. Ab Sonnenstraße macht es dann wieder Spaß, aus dem Fenster zu gucken. Vielleicht sollten unzufriedene Walsumer die Linie 903 auch mal öfter fahren, damit sie merken, wie schön wir es hier haben.

29.02.2012
08:40
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
von rolf001 | #7

Peter Hoppe verbringt seine Zeit wahrscheinlich nur in seinem Keller, er bekommt
wohl nicht mit was in Aldenrade wirklich los ist. Er schildert Aldenrade, als sei er
in einem Kurort. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Dreck an allen Stellen, z.B.
der kleine Park an der Ludgerusschule übersäht mit Papier, leere Flaschen, Glasscherben
usw.. Hier wird gefeiert, gesoffen und mit Drogen gehandelt. Das ist nur ein Beispiel,
ich könnte problemlos auch andere Stellen aufführen, die ähnlich aussehen.
Wo ist das Ordnungsamt, bestimmt nicht an den Stellen im Ort, wo sie gebraucht
würden.

25.07.2011
22:10
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
von ZebraZ1 | #6

Tradition wurde ja auch demontiert.

20.07.2011
15:26
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
von DuisburgWalsumer | #5

Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums????

Oh, Pardon, ich bin im falschen Film *gg*

20.07.2011
09:59
Aldenrade - das pulsierende Herz Walsums
von MrBurns | #4

Aldenrade verkommt immer mehr, keine Rede von diesem wunderschönen Kohlekraftwerk direkt vor der Tür, dem Schwerverkehr, immer mehr leerstehenden Geschäften, steigende Zahl an Überfällen, Vergewaltigungen und den unsäglichen Zuständen im Nahverkehr. Vielleicht sollten die Herren mal mit dreckigen Bahnen nach Dinslaken fahren und sich mit diesem Tarifmist auseinandersetzen. Setzen sie sich doch mal zu abendlicher Stunde in den den Park vor dem Bürgerhaus. Der Glücksfall Kaufland beschert aber auch Nachteile, die keiner sehen will. Die schöne Verkehrsführung auf der B8 beschert Fußgängern schon mal Wartezeiten von 10 Minuten um die Straße zu überqueren. Selbst eine grüne Ampel garantiert aber nicht das sie nicht doch von einem Rasenden erwischt werden.

19.07.2011
19:29
Das pulsierende Herz Walsums
von Dasinmirdabei | #3

#1 von DieWalsumerinDeern
Dem kann ich nur zustimmen.
Wenn wir Bürger nicht aufpassen verloddert Aldenrade zunehmend. Am Wochenende stapelt sich der Dreck auf den Straßen. Die rechte Fahrspur auf der B8 wird oft als Parkstreifen genutzt, oder man nutzt gleich den Radweg vor den Läden. Der negative Einfluß aus dem südlich vorgelagerten Stadtteil weitet sich aus.
Schade drum..................

19.07.2011
18:35
Das pulsierende Herz Walsums
von Schmidt | #2

Wer mal gut essen möchte, sollte unbedingt ins Waldschlösschen gehen!

19.07.2011
13:57
Das pulsierende Herz Walsums
von DieWalsumerinDeern | #1

Der Driesenbusch, der ja als grüne Lunge angepriesen wird in diesem obigen Bericht. läd aber auch in letzter Zeit auffällig häufig Kriminelle ein, Kinder und Frauen zu belästigen vorallem auf dem Spazierweg zwischen Driesenbusch und Lohstrasse, aber davon wird nichts erzählt. Bloß nichts negatives erzählen. Dabei ist das Drumherum um das ehemalige schöne Walsum zum Schreien. Also ich halte mich nur sehr sehr ungern und mit einem unguten Gefühl in Walsum auf. Traurig denn ich denn bin in Walsum groß geworden.

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