Aktion Turmrettung gestartet

Mit Talkrunden, Videobotschaften und Musik nahm die große Spendenaktion zur Rettung des maroden Turmes in der Salvatorkirche ihren offiziellen Anfang. Neuigkeiten aus dem Rathaus brachte Bürgermeister Manfred Osenger.

Wie dringlich die 2,6 Millionen teure Sanierung des Turmes begonnen werden muss, zeigte der Bauingenieur Werner Maliska anhand von Fotos der Schäden. Die Zugeisen, die den filigran durchbrochenen Turm umschließen, sind im Mauerwerk aufgerostet und sprengen nun den Stein. An der Westseite ist über dem Hauptportal bereits ein zwölf Kilo schweres Stück aus fünfzig Metern Höhe heruntergefallen und innerhalb des Turmes könnten bald durch weitere Absprengungen Steine von 40 Kilo runterkommen. Ob auch die Schwingung des Geläuts zu den Rissen an bereits renovierten Turmteilen beiträgt, wird demnächst ein Spezialist aus Köln prüfen. Hinzu kommen Wasserschäden. Vom Turm blickt die Steinfigur eines Rufers zum Rathaus hinüber. „Der ruft um Hilfe“, sagte Maliska eindringlich. Im Rathaus hat man den Ruf vernommen. Bürgermeister Osenger las aus einem Dringlichkeitsbeschluss des Oberbürgermeisters vor. Die Stadt wird zur Unterstützung des Bauvorhabens der Kirchengemeinde einen Antrag auf Fördermittel für das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stellen und den erforderlichen Eigenanteil von 264 000 Euro aus dem Haushalt bereitstellen. Warum die Gemeinde Alt-Duisburg nicht einfach ihr „Tafelsilber“ verkaufen kann, um die Sanierung zu bezahlen erläuterte Jörg Hoffmann, der Vorsitzende des Presbyteriums. Rund die Hälfte ihrer jährlichen Einkünfte beziehe die Gemeinde aus ihren Liegenschaften. Fielen diese Einkünfte weg, wäre die Gemeindearbeit nicht aufrecht zu erhalten. Die Unternehmerin Gabriela Grillo und die Haniel-Direktorin Jutta Stolle betonten, dass die Turmrettung eine Aufgabe aller Duisburger sei. Es gebe in Duisburg mehr ansprechbare und spendenbereite Bürger, als die üblichen drei Verdächtigen, sagten beide. Auch vom Pressesprecher des MSV kam moralische Unterstützung. „Als bei uns vor zwei Jahren alles zusammenbrach, ging eine unglaubliche Welle der Solidarität durch diese Stadt“, erinnerte sich Martin Haltermann, „die Leute haben einfach gemerkt, dass ihr Fußballverein ihnen fehlen würde, so wird es auch mit dem Turm sein.“