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Ärzte wehren sich gegen Zwangsaufkauf

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Der Hartmannbund, Verband der Ärzte, fürchtet, dass in Duisburg 13 Hausärzte, 50 Fachärzte und über 100 weitere ärztliche Spezialisten in Duisburg und Essen wegfallen, wenn die Berliner Große Koalition das sogenannte GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beschließt. Das soll den Kassenärztlichen Vereinigungen ermöglichen, frei werdende Arztsitze- und damit Zulassungen aufzukaufen.

In Anschreiben an die örtlichen Bundestagsabgeordneten fordert für Duisburg der Kreisvorsitzende Dr. Helmut Gudat auch von der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexpertin Bärbel Bas, das Gesetz nicht zu beschließen. Die mit dem Gesetz möglichen Praxisschließungen bei „vermeintlich überversorgten Planungsbereichen“ seien „vollkommen inakzeptabel“ und gefährdeten „ernsthaft die wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung der Bevölkerung“, heißt es in dem Brief. Die Regelung würde „zu einem massenhaften Wegfall vor allem großstädtischer Praxen führen, warnen Gudat und der Hartmannbund-Landesverband. Sie sprechen von einem „Zwangsaufkauf“ von Praxen.

Bärbel Bas betonte gegenüber der WAZ dagegen, dass es keinen Zwangsaufkauf von Praxen geben werde. Sie sieht in dem Gesetz eine Kann-Regelung und selbstverantwortliche Steuerungsmöglichkeit der Kassenärztlichen Vereinigungen. Arztpraxen würden sich zu oft in den Ballungsräumen und Innenstädten ansiedeln. Auf dem Land oder auch in den Stadtteilen fehlten dagegen oft Arztpraxen.

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2015-01-22 00:12
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