Ärzte informieren beim WAZ-Medizinforum über Schuppenflechte

Die Oberärzte der Dermatologie des Hamborner Helios St. Johannes-Krankenhauses, Kerstin Güldner und Dimitrios Georgas, beantworten Fragen und stellen Methoden vor.
Die Oberärzte der Dermatologie des Hamborner Helios St. Johannes-Krankenhauses, Kerstin Güldner und Dimitrios Georgas, beantworten Fragen und stellen Methoden vor.
Foto: Lars Heidrich
Beim WAZ-Medizinforum am 28. Januar in Duisburg stellen Dermatologen Behandlungsmethoden zur Schuppenflechte vor. Anmeldungen ab sofort möglich.

Duisburg.. Da müssen die Ärzte passen: Die Ursachen für Schuppenflechte, die Psoriasis, sind immer noch unbekannt. Immerhin, man weiß, dass die chronische Hautentzündung, von der rund zwei Millionen Deutsche betroffen sind, genetisch bedingt ist. Auch wenn sich Psoriasis nicht „wegheilen“ lässt, so lässt sie sich doch meist erfolgreich behandeln. Wie und womit erklären zwei Oberärzte der Dermatologischen Klinik des Hamborner Helios St. Johannes-Krankenhauses beim WAZ-Medizinforum am Mittwoch, 28. Januar, ab 18 Uhr, für das sich WAZ-Leser jetzt anmelden können.

Für die Oberärzte Dr. Kerstin Güldner und Georgas Dimitrios, die beiden Referenten des Medizinforums, genügt meist ein prüfender Blick auf die betroffenen Hautpartien, um die Schuppenflechte zu erkennen: Rötliche, meist runde, inselartige Hautstellen mit einer silbrig-schuppenden Oberfläche. Meist sind beanspruchte Gelenkpartien an Ellenbogen oder Knien betroffen. Auch oft am Kopf, an Rücken, Schienbein oder an den Nägeln zeigt sich die Schuppenflechte. Nicht selten ist sie mit Gelenkschmerzen verbunden, mit Juckreiz ohnehin. Die Haut, sie erneuert sich weit schneller als normal, schuppt sich eben.

Psoriasis als Systemerkrankung

Psoriasis gilt als Systemerkrankung: Betroffene haben oft auch Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkerkrankungen. Dermatologen kennzeichnen sie auch als Autoimmun-Erkrankungen. Oft tritt sie plötzlich vor dem 40. Lebensjahr auf, aber auch Kinder sind schon betroffen. Schwere Infekte, hormonelle Veränderungen oder Stresssituationen können Auslöser für das erste Auftreten der Schuppenflechte sein, die sich oft in Schüben zeigt. Auch Medikamente können sie zum Ausbruch bringen. Mit der Schuppenflechte geraten Patienten oft in ein Geflecht psychischer Belastungen: „Viele Patienten fühlen sich stigmatisiert, ausgegrenzt und kapseln sich ab“, weiß Dr. Güldner. Dabei ist klar: „Psoriasis ist nicht ansteckend“, betont Dr. Dimitrios.

In der Dermatologie der Helios-Klinik werden meist nur die schweren Fälle behandelt. Oft hilft in leichteren Fällen neben besonderer Hautpflege die Behandlung mit Salben, die u.a. mit Cortison Entzündung unterdrücken und die Zellteilung bremsen. Es gibt unterschiedliche Präparate, deren Anwendungen, Wirkung, und deren Nebenwirkungen die beiden Oberärzte beim Medizinforum erläutern werden. Auch Vitamin D-Präparate können Linderung bringen.

Nahezu endlose Leidensgeschichte

Bei vielen Patienten zeigt sich die Schuppenflechte dann nicht mehr. Andere haben eine nahezu endlose Leidensgeschichte, rennen verzweifelt von Arzt zu Arzt, kämpfen sich durch die Vielfalt der Therapien und bekommen doch immer wieder neue Schübe. In hartnäckigen Fällen helfen auch eine Bestrahlung mit UV-Licht und salz- oder schwefelhaltige Bäder. Die so genannte Balneophototherapie etwa verbindet beides und simuliert dabei die Bedingungen am Toten Meer.

Auch mit Spritzen oder Infusionen werden manche Patienten behandelt. Gerade in den letzten Jahren hat die Forschung viele neue Medikamente entwickelt. Hohe Aufmerksamkeit erhielten die „Biologicals“, biotechnologisch erzeugte Medikamente. „Das sind keine Smarties und werden nur eingesetzt, wenn alle anderen Therapien nicht anschlagen“, warnt Dr. Güldner aber zugleich vor allzu großer Heilserwartung.

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